Schwarze Glücksbringer: Erfreulicherweise begegnet man dem Schornsteinfeger nicht nur am Jahresanfang

Bezirksschornsteinfegermeister Klaus Korte als Glücksbringer unter Palmen – Ist denn der Klimawandel schon so weit fortgeschritten? Der Schein trügt. Er steht vor einer Kübelpalme beim Friederikenschlösschen in Bad Langensalza.
Schornsteinfeger bringen Glück, so heißt es gemeinhin, und darum greifen viele Menschen auch beherzt zu, wenn sie einem Schornsteinfeger begegnen. Bevorzugt am Arm, an der Schulter oder an den goldfarbenen Knöpfen seines schwarzen Kollers. So ein bisschen Aberglaube kann ja schließlich nicht schaden. Im Gegenteil!

Dass Schornsteinfeger – in guter Gellschaft mit vierblättrigen Kleeblättern, Marienkäfern und rosa Schweinchen – als Glückssymbole wahrgenommen werden, hat unterschiedliche Gründe. Zunächst einmal brachte der schwarze Mann Sicherheit und Glück ins Haus, da er mit seiner Arbeit Brände verhinderte. Das regelmäßige Kehren und Reinigen des Schornsteins beugte gefährlichem Rußbrand vor und bewahrte damit Leib und Leben, aber auch den Besitz der Bewohner. Denn bereits in den mittelalterlichen Städten war es vorgeschrieben, dass die Bürger ihre Schornsteine mindestens zweimal im Jahr reinigen lassen mussten. Entstand allerdings ein Schornsteinbrand, weil jemand dieser Pflicht nicht nachgekommen war, kam der Verursacher im günstigsten Fall mit einer saftigen Geldstrafe davon. Der Schornsteinfeger schützte also mit seiner Arbeit die Bürger vor Verlusten und einer möglichen Bestrafung. Damit war er ein gern gesehener Gast und sein Handwerk eine geschätzte Dienstleistung.

Gleichzeitig aber regte die schwarze Kleidung und das mit Ruß verschmierte Gesicht des Schlotfegers zu mystischen Geschichten und abergläubischen Spekulationen an. Schornsteinfeger sollen als einst fahrende, schwarzer Gesellen dem Teufel nicht unähnlich und so in der Lage gewesen sein, böse Geister, ja sogar den Teufel selbst bezwingen zu können. In der Tat, eine äußerst praktische Zusatzqualifikation!
Andere schreiben dem Schornsteinfeger eine besondere Rolle zum Jahreswechsel zu, da er früher als Erster im neuen Jahr vor der Türe gestanden habe, um Neujahrswünsche und vor allem auch seine Rechnung zu übergeben.

Sei‘s drum: Im volkstümlichen Aberglauben haben sich die schwarzgewandeten Handwerker bis heute ihren Platz als Glücksbringer bewahrt. Mit ihrer typischen Tracht sind sie zudem eine der bekanntesten Symbolfiguren in unserer Kulturlandschaft.
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