Spatz schlägt Kohlmeise - NABU Thüringen gibt Ergebnisse zur „Stunde der Wintervögel 2012“ bekannt

Der Haussperling hatte bei der "Stunde der Wintervögel" die Nase (resp. den Schnabel) vorn. (Foto: Fotonatur)
Trotz Regen und teils stürmischem Wetter beteiligten sich erneut zahlreiche Vogelfreunde an Deutschlands größter Vogelzählung. In Thüringen waren es rund 3.000 Naturbegeisterte, die vom 6. bis 8. Januar an der Aktion teilnahmen, erklärt heute der NABU Thüringen.

In der Rangliste der am häufigsten gezählten Vogelarten tritt die Kohlmeise bundesweit sowie auch in Thüringen ihren ersten Platz an den Haussperling mit 14.593 Meldungen ab. Die Kohlmeise selbst mit 12.033 Sichtungen rutscht somit auf den zweiten Platz. Es folgen Blaumeise (8.365), Feldsperling (7.703), Grünfink (7.049) und Amsel (4.863). Insgesamt wurden dem NABU in Thüringen 77.527 Vögel gemeldet.

Bei vielen Vogelarten ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen. Die Naturschützer erklären dies durch den milden Winter, in dem tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen kommen. Solange die Tiere in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden, haben sie diese Nahrungsquelle nicht nötig. Der Haussperling konnte sich deshalb so gut etablieren, weil er sich das ganz Jahr rund ums Haus in der Nähe des Menschen aufhält.

Neben den hier heimischen Vögeln ließen sich auch typische Wintergäste beobachten. Ein besonders Augenmerk ist hierbei auf die Wacholderdrossel zu legen, die in diesem Jahr wegen der milden Wetterlage nur teilweise abgezogen ist und demzufolge bei der Erfassung einen deutlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen hat.
Bundesweit ging die Zahl der Amseln um etwa ein Drittel zurück. Die Wintervogelzählung lässt damit Rückschlüsse auf das „Amselsterben“ im vorigen Sommer zu. Dabei wurden besonders im Südwesten Deutschlands auffallend viele tote Amseln gefunden und auch solche mit zerrupftem Kopfgefieder. Tropenmediziner hatten bei ihnen eine Infektion mit dem zuvor bei uns unbekannten Usutu-Virus nachgewiesen.

Die Meldungen der Amseln in Thüringen sind auch zurückgegangen. Jedoch wurde Thüringen vom Amselsterben im letzten Jahr verschont. Die Gründe könnten unter anderem auch an dem niederschlagsarmen und trockenen Frühjahr 2011 liegen. Die harten Böden machten es den Amseln schwer an Regenwürmer heranzukommen. Der dadurch geringe Bruterfolg spiegelt sich nun ebenfalls im Winterbestand wider.
Weitere Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel, darunter detaillierte Karten und Zahlen aus einzelnen Landkreisen, sind zu finden unter www.NABU-Thueringen.de.
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