Tee oder Kaffee? Die künftigen Umweltexperten aus Görmar gehen so manchem auf den Grund, auch dem Trinkwasser

  Mühlhausen/Thüringen: Berufliche Schulen | Von Wolfgang Rewicki

MÜHLHAUSEN. Woran liegt das nur, dass der schwarze Tee in Felchta so ganz anders schmeckt als in Görmar? Die Antwort ist einfach: Am Wasser. René Seyfert von den Beruflichen Schulen präzisiert: "Es liegt an Menge und Art der im Wasser gelösten Mineralien." Er muss es ja wissen, denn er bildet schließlich in Görmar Umweltschutztechnische Assistenten aus, zu deren Tätigkeitsprofil es auch gehört, Wasserproben zu analysieren und auszuwerten.

Seit 1993 gibt es an den Beruflichen Schulen des Unstrut-Hainich-Kreises die zweijährige Vollzeit-Ausbildung zum Staatlich geprüften Umweltschutztechnischen Assistenten. Mittlerweile etabliert und anerkannt stellt dieser in Thüringen einmalige Ausbildungsgang eine chancenreiche Alternative zu den dualen Ausbildungsberufen in diesem Gebiet dar. Der hohe Anteil an naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere der Chemie und Biologie, verbunden mit der Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen in Englisch sowie Fächern der Allgemeinbildung, garantieren eine fundierte Ausbildung in diesem Beruf.

Die vergleichsweise hohe Vermittlungsquote der Absolventen aus Görmar ist das Resultat der langjährigen Erfahrungen. Immerhin: 30 bis 40 Prozent der Absolventen packen nach der Ausbildung gleich noch ein Studium oben drauf.

Ortstermin im Labor: Zufällig stehen sogar Wasseranalysen auf dem Programm. Aber es werden hier zu Ausbildungszwecken auch Bodenproben unter die Lupe und unters Mikroskop genommen. Dabei sind die Anforderungen gleichbleibend hoch, denn immerhin werden die Absolventen später in der Pharma- und Kosmetikindustrie, bei Ver- oder Entsorgungsunternehmen, in galvanischen Betrieben oder in der Lebensmittelbranche arbeiten. Lauter sensible Bereiche. Diverse Lebensmittel- und Umweltskandale, die immer mal wieder durch die Medien gehen, beweisen die Notwendigkeit permanenter Kontrollen.

Zurück zum Tee: In Felchta ist das Wasser härter als in Görmar. Was an den Mineralien liegt. Und das bekommt dem Tee eben nicht. Überhaupt empfiehlt René Seyfert seinen Schülern, lieber pures Leitungswasser zu trinken als zum Beispiel ein sogar möglicherweise abgestandenes Tafelwasser aus dem Supermarkt. Es sei in der Tat so, wie es immer mal wieder kolportiert wird: Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Wässrige Aussichten also? Zum Trost sei gesagt: Kaffee ist weniger anfällig als Tee - wenn es um die Wasserhärte geht. Und Bier besteht vorwiegend aus Wasser. Gut zu wissen...

HINTERGRUND
• Derzeit werden in Görmar in zwei Klassen 36 Schüler ausgebildet.
• Zugangsvoraussetzungen: Realschulabschluss (10. Klasse), ein gleichwertiger oder höherer Abschluss. Besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern sind gute bis befriedigende Leistungen wünschenswert. Die erste Fremdsprache muss Englisch sein.
• Unterricht: Die Ausbildung erfolgt in Vollzeitform mit 36 Unterrichtsstunden pro Woche, dauert zwei Jahre. Ein anschließendes halbjähriges Praktikum ermöglicht die Zuerkennung der Fachhochschulreife.
• Am Ende der zweijährigen Ausbildung erfolgt eine staatliche Abschlussprüfung. Die erfolgreiche Teilnahme berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Umweltschutztechnischer Assistent".
• Ansprechpartnerin: Fachbereichsleiterin Steffi Dietrich, Tel. 0 36 01 - 45 01 12
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