Wetterüberblick - Das Jahr 2011

(Foto: Eckhard Götze)
 
(Foto: Eckhard Götze)
Von Eckhard Götze

GRABE. Insgesamt gesehen war 2011 warm, trocken und recht sonnig. Der Trend zur Erwärmung setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Denn 19 warme Jahre während der letzten drei Jahrzehnte dokumentieren den Temperaturanstieg. Dennoch war 2011 ein merkwürdiges Wetterjahr mit meteorologischen Besonderheiten:
1. Jahrhunderttrockenheit im Frühling mit Sonnenscheinrekord
2. April sehr warm und sonnig
3. Juli hat den Sommer boykottiert
4. Der November hat alle Extreme auf sich vereint
5. Dezember wurde ohne Sonne wärmer als der November

• Nach einem sehr kalten und schneereichen Dezemberwinter folgte die Jahrhunderttrockenheit im Frühjahr, die bereits im Februar begann. Der feuchte Sommer war äußerst wichtig für das Wachstum, vergraulte aber die Urlauber. Diese hätten in der Nachsaison buchen sollen, denn ein sonniger Herbst beendet den Jahreszeitenkreislauf.
• Der Januar als Vertreter des Hochwinters war nur wenig winterlich. Sein Niederschlag war der Regen, nicht der Schnee.
• Der Jahreszeit entsprechend zeigte sich dann der Februar. Er hatte 21 Frosttage im Gepäck und den Anfang einer viermonatigen Trockenperiode.
• Frühlingsgefühle auf Trockeneis gelegt. Stabile Hochdruckwetterlagen bescherten dem März zwar eine hohe Sonnenscheindauer, doch 22 Frostnächte drosselten das zeitige Erwachen der Natur.
• Trocken ging es auch im zweiten Frühlingsmonat weiter. Der April war sogar der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Und die hohe Sonnenscheindauer verlieh dem viertem Monat schon sommerliche Züge.
• Auch der Wonnemonat brachte nicht das erhoffte Nass. Eine derart extreme Frühjahrstrockenheit gab es zuletzt 1911. Die vorgezogenen Eisheiligen brachten Anfang Mai nochmal Frost und leichten Schneefall in den Höhenlagen des Unstrut-Hainich-Kreises.
• Die wichtigste Botschaft des ersten Sommermonats: Endlich Regen! Die 82 Liter im Juni haben uns 2011 vor einer Missernte bewahrt. Vier Gewitter hatten maßgeblichen Anteil bei der Behebung der Trockenstresssituation der Pflanzen.
• Der Juli wurde zum Synonym für einen verkorksten Sommer. Er war der Monat der sich von den üblichen Sommerwerten am meisten entfernte. Viel zu kalt und extrem sonnenscheinarm.
• Bedeutend wärmer war der August. Doch auch der dritte Anlauf für einen sonnigen Sommermonat scheiterte. Die Bedingungen für die Getreideernte waren nicht optimal aber wesentlich besser als im Vorjahr.
• Sommerentschädigung: Der September bescherte uns einen gefühlten Spätsommertraum. Ein heftiges Gewitter in den frühen Abendstunden des 11.09. erreichte mit 23 l/m² die höchste Niederschlagsmenge des Jahres. Danach fiel 24 Tage kein Tropfen vom Himmel.
• Nach dem Altweibersommer im September folgte nahtlos der goldene Oktober. Trotz der teilweise komplizierten Witterungsverhältnisse konnten die Landwirte ein ertragreiches Jahr bilanzieren. Natürlich hat die unterschiedliche Verteilung des Wassers im Frühjahr eine Rolle beim Ertrag gespielt.
• Sonnig, kalt und extrem trocken. Damit war der November der Monat des Jahres, der völlig aus der Reihe tanzte. Nebel und überwiegend windstille Tage gehörten ebenfalls zum Erscheinungsbild des vorletzten Monats.
• Eine komplette Wetterumstellung gab es nun vom November zum Dezember.
Der 12. Monat beendete das Wetterjahr sehr mild und feucht, sowie mit ganz wenig Sonnenschein.

Die Werte von Grabe:
9,1°C Jahrestemperatur (8,8°C)
466mm Niederschlag ( 584 mm)
1846 Std. Sonne (1640 Std.)
18 Gewitter (24)
Temperaturextreme:
-16°C am 23.02.
34°C am 26.08.

Prognose für 2012: Merkur regiert das Jahr, es wird kalt und trocken.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
3.240
Tobias Schindegger aus Gotha | 30.01.2012 | 13:50  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige