Alte Landmaschinen und Erntetechnik erleben

Josie weiß längst, wie ein Traktor gesteuert wird, und beim Dreschfest und Traktorentreffen in Großmehlra ist sie selbstverständlich auch mit von der Partie.
Obermehler: Fuhrmannschenke | Von Wolfgang Rewicki

Während der größten Mittagshitze stehen die drei Frauen auf dem Hof des Heimat- und Technikmuseums in Großmehlra und arbeiten an der Erntekrone. Wie viele Weizenähren sie da letztlich zusammenbinden, können sie nicht sagen. Wozu auch. Viele sind es eben, ja, es sind sehr viele. Aber dass sie etwa eine Woche lang an dem Schmuckstück arbeiten werden, das sagt ihnen ihre Erfahrung. Manchmal ist auch noch was von der vorjährigen Arbeit zu verwenden. „Es kommt eben darauf an, wie sehr sich die Mäuse an ihr bedient haben“, scherzt die eine Bärbel. Und die andere schmunzelt vielwissend. Sie hat in ihrem Leben ja schon so viele gebunden.

Janas Tochter Josie unterstützt die Erwachsenen. Es sind ja Ferien. So fertigt sie gemeinsam mit ihrer Mutter die Weizen-Sträußchen an, die dann auf dem stabilen Gerüst befestigt werden. Sie brauchen dazu viel Geduld. Nein, extra noch geschmückt werde die Erntekrone nicht noch, erklären sie. Sie sei, so wie sie ist, Symbol genug.

Derweil sind draußen allerorten auf Straßen und Feldern hochmoderne und effizient arbeitende Erntemaschinen unterwegs. Längst vorbei sind die Zeiten, da Bauern und Landarbeiter - oftmals waren solche "Schnitter" Wanderarbeiter - mit der im Morgengrauen frisch gedengelten Sense raus aufs Feld marschierten, um das Korn zu mähen, wo die Frauen anschließend das in Schwaden liegende Getreide zu Garben banden und später zu Puppen zusammen stellten, damit Sonne und Wind noch das letzte bisschen Feuchtigkeit aus den Ähren ziehen konnten. Vorbei die Plackerei, die Garben dann auch noch mit der Gabel auf den Wagen zu laden, um alles zum Dreschplatz zu bringen. Auch wenn dann später langsam Erntemaschinen Einzug hielten, die Arbeit blieb schwer.

Die das alles noch kennen gelernt haben, so wie die beiden Bärbels etwa, weinen der Schinderei vergangener Tage keine Träne nach. Und all jene, die sich mal einen Eindruck von der schweren Arbeit der Altvorderen verschaffen wollen – die Jüngeren und vor allem auch die Städter – können sich beim Dreschfest bei der Fuhrmannschänke in Großmehlra am kommenden Wochenende einen Eindruck verschaffen.
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