Guter Rat...skeller ist teuer?

Wann? 01.05.2013 04:30 Uhr

Wo? Ratskeller, Markt, 99955 Bad Tennstedt DE
Bad Tennstedt: Ratskeller | Ratskeller zukünftiges Domizil für Schulorchester, Chöre und Vereine?

Bad Tennstedt

Seit fast zwei Jahren existiert in Bad Tennstedt die Arbeitsgruppe „Demokratie lebt“, welche unter Einbeziehung der Meinung der Bürger auf der Suche nach einem kulturellen Mittelpunkt ist. Vor gut einem halben Jahr schien dieser gefunden zu sein, der leerstehende Ratskeller. Er entspricht fast in jeder Hinsicht den Vorgaben der Bürger, bereits vorhandene Objekte zu nutzen. Die leerstehende Gaststätte liegt im Zentrum, ist groß genug für kleine und mittlere kulturelle Veranstaltungen, bietet ausreichend Platz, ist barrierefrei, verfügt über Toiletten und hat vor allem Eines - historisches Flair. Der Beweis, dass Kultur hier funktionieren kann, lieferte die Veranstaltung zum Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr. Die Räumlichkeiten sollen zukünftig unter der Federführung des Heimat- und Kulturvereins allen kleineren Vereinen und Institutionen zur Verfügung stehen, jedoch nicht für privaten Feiern genutzt werden - so die Idee.
Reges Interesse wurde bereits angemeldet, unter anderem vom Frauenchor, Posaunenchor, der Liedertafel, dem Verein der Deutschen Brieftaubenzüchter, dem Kleingartenverein „Goldborn“ und vor allem unseremSchulorchester. Mehr als 20 Kinder üben derzeit in einem viel zu kleinen Raum der Grundschule. Ebenso besteht Interesse der Mobilen Jugend der AWO (genaue Bezeichnung jetzt entfallen - grins) und der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit des Kirchenkreises Mühlhausen, welche die Räumlichkeiten für Workshops nutzen wollen. Das sind also beste Voraussetzungen, dem alten Ratskeller wieder Lebeneinzuhauchen. Grundlage hierfür ist und bleibt jedoch der Pachtvertrag, den es zwischen der Stadt Bad Tennstedt und dem Kultur- und Heimatverein als Koordinator der anderen Nutzer zu schließen gilt. Dieser lag dem Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor, wurde gründlichst auseinander genommen und die Vorstandsmitglieder des Heimat- und Kulturvereins von der Abstimmung ausgeschlossen.
Kurzum, die Abstimmung über den vorliegenden Pachtvertrag ging aus wie das so genannte Hornberger Schießen, 4 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und eine Stimmenthaltung. Für die anwesenden Mitglieder der Projektgruppe „Demokratie lebt“ war das Ergebnis ziemlich enttäuschend, zumal der Eindruck entstand, dass ein Mehr an kulturellem Leben in unserer Stadt nicht erwünscht ist. Auch das Abstimmungsverfahren erschien fraglich. Enttäuschte Gesichter gab es nach dem Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses nicht nur bei den Mitgliedern des Heimat- und Kulturvereins, sondern auch bei den Kindern des Schulorchesters, die trotz allem unsere Heimatstadt beim diesjährigen Evangelischen Kirchentag in Hamburg würdig vertreten haben. Eine erste Meinung aus der Bevölkerung lautet: „Das ist sehr, sehr traurig!“
In der letzten Arbeitssitzung der Projektgruppe wurde die Abstimmung analysiert und beschlossen: Wir suchen nach einem Weg, das Abstimmungsergebnis anzufechten, da dieses offensichtlich nicht korrekt zustande kam. Das sind wir unseren kleineren Vereinen, den Kindern vom Schulorchester und vor allem unseren Bürgern schuldig!
Aber wie es so ist - auch vom Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft wurde erkannt, dass die Sache nicht so ganz ordnungsgemäß verlaufen ist. Und so kommt der Pachtvertrag in der nächsten Ratssitzung am 30. Mai wieder auf den Tisch. Wir hoffen sehr, dass dann unsere Stadträte positiver und mehrheitlich über ein Aufblühen des kulturellen Lebens in unserer Stadt entscheiden werden. Wir sind jedenfalls wieder im öffentlichen Teil mit dabei und hoffentlich viele interessierte Bürger unserer Stadt auch.
Dieses Thema geht uns Alle an!

Die Projektgruppe „Demokratie lebt“
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.05.2013 | 07:04  
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