Lebendige Traditionen: Der Heimat- und Trachtenverein Oberdorla feiert am 17. Juni seinen 40. Geburtstag mit einem buntem Umzug

Anna Barbara Schulz in Oberdorlaer Hochzeitstracht, Konrad Seidel, Rita Nöthling und Olaf Schulz, der „Bräutigam“ (v.l.) pflegen das Trachtenbrauchtum. (Foto: privat)
Von Wolfgang Rewicki

OBERDORLA. "Leider wird es immer schwieriger, Heimatliebe und Traditionsbewusstsein der heranwachsenden Generation zu vermitteln und sie für die Mitwirkung im Verein zu begeistern", sagt Anna Barbara Schulz (46), die engagierte Vorsitzende des Heimat- und Trachtenvereins.

Die gebürtige Oberdorlaerin kann es sich schon erklären. "Die jungen Leute sind heutzutage sehr mobil und sie müssen es auch sein. Da sind die Bindungen zur Heimat nicht mehr so ausgeprägt." Dennoch: Der Verein mit 50 Mitgliedern braucht mehr jüngere Mitstreiter.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tracht und einem Faschingskostüm? Anna Barbara Schulz entgeht die dezente Provokation nicht, sie erklärt vielmehr: "Der Begriff Tracht kommt von tragen, es ist Kleidung, die getragen wurde, bei der Arbeit, im Alltag und zu Festlichkeiten". Trachten sind eben keine Kostüme. Und dass sie noch heute gelegentlich getragen werden, sei lebendige Traditionspflege.

Der Heimat- und Trachtenverein Oberdorla feiert in diesem Jahr das Jubiläum seines 40-jährigen Bestehens. Da war der Kreisverwaltung dieser runde Geburtstag Anlass genug, sein diesjähriges Kreistrachtenfest in der traditionsreichen Vogteigemeinde zu feiern. Am 17. Juni werden sich zahlreiche Heimat- und Trachtenvereine aus dem Unstrut-Hainich-Kreis und auch weit darüber hinaus festlich gekleidet zu einem bunten Umzug formieren. Mit Tänzen und anderen Darbietungen werden die Trachtenfreunde ihr Publikum erfreuen. Als Ehrengast wird auch wieder Knut Kreuch, Präsident des Deutschen und Vorsitzender des Thüringer Trachtenverbandes erwartet.

Den werden die Vogteier allerdings schon ein paar Tage früher im ostthüringischen Altenburg beim „Deutschen Trachtenfest und 9. Thüringer Landestrachtenfest“ sehen, an welchem die Trachtenfreunde aus Oberdorla ebenfalls teilnehmen werden.

Doch nicht nur die Vogteier Trachten fallen wegen ihrer außergewöhnlichen Gestaltung besonders ins Auge. Die Vogteigemeinden können ja bekanntlich auf eine eigene Mundart, das "Vogteier Platt", verweisen. Aber damit hat selbst Anna Barbara Schulz so ihre Probleme. Sie hat dieses Platt nie so richtig gelernt. Immerhin: Die Haube, welche zur Tracht getragen wird, die heißt "Bätz‘n".
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