Mühlhäuser Holzfahrt 2015 - "200 Jahre Holzfahrt"

Zur Mühlhäuser Holzfahrt 2015 lädt die Stadtverwaltung Mühlhausen, der Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste e. V. und die Waldgaststätte "Weißes Haus" am Samstag, 27.06.2015 in den Mühlhäuser Stadtwald ein.
Das Programm zur Mühlhäuser Holzfahrt 2015:

ab 13.00 Uhr
Die Hainichwälder Musikanten
14.00 Uhr
Umweltzentrum Mühlhausen e.V.
Wettsägen und Zielhacken
Demonstration Pferderückung
15.00 Uhr
Volkschor "Frohe Sänger" 1879 e.V.
MGV "Liederkranz Felchta" 1899 e.V.
"Chor Harmonie" e.V.
Spielaktionen für Kinder mit 3K e.V.
16:00 Uhr
Stargast Gerda Gabriel
16.45 Uhr
Preisverleihung

Veranstaltungsort: Waldgaststätte "Weißes Haus"
Am Stadtwald 52 in 99974 Mühlhausen/Thüringen

Traditionelles Brauchtum pflegen
Die Mühlhäuser Holzfahrt wurde erstmalig 1815 urkundlich erwähnt und zählt damit zum jüngeren Brauchtum unserer Stadt. Ihren Ursprung hatte das Fest im "Zwang" der einfachen Leute, gemeinsam das für den Winter benötigte Holz zu schlagen, zusammenzutragen, aufzuladen und abzufahren.
Zu diesem Zweck wurden "Holzfahrtgemeinschaften" gebildet. Gemeinsam zogen die Bürger der Stadt jeweils in der Zeit um den Johannistag - wenn die Bestellung der Felder beendet war - mit Ochsen- und Leiterwagen "ins Holz". Der Holzfahrtzug zum Stadtwald setzte sich am "Lutterothschen Familiengarten" (heute: Ecke Lutterothstraße/Wanfrieder Straße) in Richtung Gut Weidensee in Bewegung. Nach getaner Arbeit wurde meist am "Weißen Haus" oder am "Spittelbrunnen" gemeinsam gefeiert. An der "Grünen Pforte" erinnern noch heute zwei Steintische an jene Zeit. Vielfach spielte eine Tanzkapelle auf und der Pfarrer hielt eine Ansprache.
Später besorgten Fuhrunternehmen die Holzabfuhr. Wer es sich leisten konnte, fuhr mit der Kutsche zum "Weißen Haus". Am Spittelbrunnen ließ der Magistrat "eigens einen gemauerten Herd mit mehreren Kochstellen errichten". Das Holzfest war ein Dankfest, wie das Brunnenfest, bei dem unter anderem verschiedene Volkslieder erschallten.
Erst ab 1974 wurde dieses Heimatfest wieder aufgegriffen, da man in ihm eine Möglichkeit für Geselligkeit und Erholung sah. Alljährlich zogen wieder hunderte Mühlhäuser zum damaligen "Waldcafe", dem "Prinzenhaus". Hier unter schattigen Bäumen fanden weit über 500 Personen Platz. Es wurde ein vielseitiges Programm geboten, bei dem auch mitgewirkt werden durfte. Mühlhäuser Chöre, Jagdhornbläser, Blaskapellen, Spielmannszüge und Sänger traten vor der Kulisse des Stadtwaldes auf. Die Kleinen konnten sich bei Ponnykutschfahrten erfreuen und die Größeren beim Wald- und Kräuterquiz ihr Wissen beweisen.
Die Erwachsenen messen zünftig ihre Kräfte beim Wettsägen und Zielhacken oder beteiligen sich am Schießen. Mit vielseitigen und bunten Programmen versucht man, das Brauchtum jenes alten traditionellen Heimatfestes zu pflegen
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