Neubau für Bello & Co.

Die Schülerin Luisa Reschel (15) hilft gern im Tierheim aus.
 
Jan Weingart ist seit April dieses Jahres Leiter des Mühlhäuser Tierheims.

Die artgerechte Unterbringung von Tieren ist künftig auch bei sibirischen Minusgraden kein Problem mehr


Von Wolfgang Rewicki

MÜHLHAUSEN. Auf der Baustelle auf dem Gelände des Mühlhäuser Tierheims herrscht emsige Betriebsamkeit, denn das neue Haus soll noch bis zum Jahresende fertig gestellt sein. Einen Zuwendungsbescheid über 81.000 Euro haben die Vorstandsmitglieder des Tierschutzvereins Mühlhausen und Umgebung e.V. jüngst von der Thüringer Sozialministerin Heike Taubert erhalten. Damit ist der Weg frei für den Neubau des Tierheims. Dieser ist nötig geworden, weil die bisherige provisorische Unterbringungsvarianten eine artgerechte Haltung insbesondere der Hunde nicht mehr ermöglichten.

Die Ministerin würdigte das Engagement der Mühlhäuser Tierschützer und betonte: „Der Tierschutzverein in Mühlhausen leistet eine hervorragende Arbeit. Dadurch wird die Einstellung des Einzelnen, aber auch der Gesellschaft zu Tieren und zum Umgang mit ihnen positiv beeinflusst. Leider lässt der Umgang mit Haustieren in manchen Fällen noch zu wünschen übrig. Nicht alle Menschen sind sich bewusst, welche Bedürfnisse die Tiere haben, die sie als neue Familienmitglieder aufnehmen. Das bekommen die Betreiber eines Tierheimes zuallererst mit.“ Wenn sie nämlich Fundtiere aufnehmen müssen oder aber Tierhalter ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden können.

Davon kann Birgit Sandhop, die 1. Vorsitzende des Vereins, ein Liedchen singen: „Leute, die sich ein Haustier anschaffen wollen, müssen sich selbst ernsthaft befragen, ob sie ein Tier auch wirklich halten können, ja, ob sie überhaupt auch reif sind für ein Tier.“ Denn nicht alle Tiere haben das Glück, dann, wenn's schief gegangen ist, auch wieder einen neuen Besitzer zu finden. Wie beispielsweise der junge Hund „Magirus“, den Brandmeister Stefan Maier zum ersten Spatenstichs mitgebracht hat. „Der ist jetzt unser Maskottchen“, freut sich der Feuerwehrmann, denn er und seine Kameraden haben im Rahmen der Tierrettung oftmals den ersten Kontakt zu den Tieren, die von ihren Besitzern im Stich gelassen wurden.

Jan Weingart, seit April dieses Jahres Leiter des Tierheims, kennt die Probleme gut, denn viele Jahre ist er schon im Tierheim beschäftigt: „In den letzten Jahren wurden durchschnittlich jährlich 300 bis 350 Tiere im Tierheim Mühlhausen aufgenommen. Im Jahr 2012 waren es 372 Tiere. Aktuell verfügt das Tierheim über 60 Katzenplätze, 43 Hundeplätze sowie Plätze für maximal 20 Meerschweinchen und vier Kaninchen. Die Durchschnittsbelegung liegt bei also ca. 30 Hunden und 50 Katzen. Außerdem werden ca. 40 Freigängerkatzen auf dem Tierheimgelände mit versorgt. Die vorhandenen Holzbaracken sind nicht mehr als artgerechte Unterbringung für Hunde geeignet. Darum soll nun ein beheizbares Hundehaus mit Ausläufen, einer Welpenstube und einem Quarantäneraum nebst Futterkammer entstehen.“

Bei strengen Frösten wären dann immerhin notfalls 23 Hunde in beheizbaren Räumen unterzubringen. Diese künftigen modernen Bedingungen werden nicht nur Tiere und Mitarbeiter zu schätzen wissen, auch gelegentliche Aushilfskräfte wie beispielsweise die Schülerinnen Sarah und Luisa. „Wir helfen gerne hier. Die Tiere sollen es doch gut haben.“
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