Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September

Landratsamt Nordhausen: Anlässlich des internationalen Tages des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September macht die Chefärztin des KMG Rehazentrums Sülzhayn Dr. Heike Hoff-Emden auf diese Kinder aufmerksam. „Zum einen dürfen diese Kinder, die besonders Unterstützung brauchen, nicht ‚vergessen’ werden“, sagte Dr. Hoff-Emden. Zum anderen sei der Tag, den es seit 1999 gibt, auch aus Sicht der Prävention wichtig. Hier sticht die Kampagne „Kein Alkohol in der Schwangerschaft“ hervor. Fetale Alkoholspektrumsstörungen (FASD), so der Fachausdruck, zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Es werden etwa 4.000 Kinder jährlich mit diesem Syndrom in Deutschland geboren. Aufgrund vieler bisher nichtdiagnostizierter Fälle und ausgehend von internationalen Studien wird eine tatsächliche Anzahl von 10.000 FASD-Betroffenen pro Jahrgang vermutet. FASD sind eine vermeidbare Behinderung, denn sie wird ausschließlich durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht. Acht von zehn Kindern mit angeborenen alkoholbedingten Schädigungen sind lebenslang auf Betreuung angewiesen. Auf Initiative der Bundesdrogenbeauftragten Mechthild Dyckmanns wurden Leitlinien zur Diagnostik der Fetalen Alkoholspektrums-Störungen durch ein Expertengremium Anfang dieses Jahres veröffentlicht. Dr. Heike Hoff-Emden hat als Fachfrau an dieser Expertenkommission teilgenommen.
Im Rehazentrum in Sülzhayn sind im vergangenen Jahr über 30 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach neu einem entwickelten Konzept durch das multiprofessionelle Team, welches sich permanent dazu fortbildet, behandelt worden. Die Möglichkeit der Behandlung stelle ein Alleinstellungsmerkmal für die Klinik dar, so Dr. Hoff-Emden. Die Chefärztin berichtet, dass es daher zur Behandlung Pflege- und Adoptiveltern mit ihren Kindern aus ganz Deutschland kommen. Für die Eltern finden regelmäßig Seminare statt und die betroffenen Kinder und Jugendlichen werden häufig erstmalig über die Tragweite ihrer Erkrankung informiert. „Ziel ist die frühst mögliche Diagnostik und adäquate Förderung der FASD Betroffenen, sowie die Etablierung einer über das Kindesalter hinausgehende multiprofessionellen sozialmedizinische Begleitung und Betreuung“, sagt Dr. Hoff-Emden. Ein Netzwerk mit medizinisch-therapeutischen Einrichtungen, Schulen, Jugendämtern und der Justiz ist dazu im Aufbau.
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