70. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora - Gedenktafel in Woffleben wiedereingeweiht

 
Fahnenträger der Nationen
Ellrich: Woffleben | (104) -

"Erinnerungen sind schmerzlich für mein Herz."
So sprach mich sinngemäß am Ende der Gedenkver-
anstaltung ein Überlebender des KZ Mittelbau-Dora - Außenlager 'Ellrich-Juliushütte' an. Diese Worte gingen mir den ganzen Rückweg nicht mehr aus dem Kopf. Er hatte so einen herzlichen Händedruck und sah mich ohne Greul an. So viel Leid hat er in meiner Heimat erlebt und doch ist er mit so viel Güte zurück gekommen.

Und er war nicht der einzige Überlebende, der an dieser Veranstaltung in Woffleben teilnahm. Umringt von Familien-
mitgliedern, Einwohnern aus der Einheitsgemeinde Ellrich, Wofflebern und stets im Fokus der Fotografen saßen sie auf Bänken und hörten andächtig den Reden zu. Sie alle hatten keine Mühen und Strapazen gescheut um vielleicht ein letztes Mal an den Ort zu kommen, wo ihnen sehr viel Leid zugefügt wurde. Ihre Namen werde ich wohl nie erfahren, dafür war die Zeit zu kurz.

Mit einer kurzen Ansprache
weihte Wofflebens Ortsteilbürgermeister Fred Birkefeld am 14. April 2015 den neuen Standort
der seit Jahren unzugänglich gewesenen Tafel "Zum Gedenken an die Tausenden KZ-Häftlinge ..." an einem zugesprengten Stolleneingang unterhalb des 'Himmelsberg' ein. Die Woffleberin
Lia Momberg fand die richtigen Worte, um über die damalige Rolle der Woffleber Gemeinde zu berichten und verwies darauf, dass die Idee der Wiedereinweihung der Gedenktafel durch Woffleber Bürger initiiert wurde. Im Anschluss schilderte Dr. Stefan Hördler, neuer Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, detailreich Aufgaben und Funktionen der beiden Außenlager in Woffleben und das Stollensystem im angrenzenden 'Himmelsberg'. Als Erinnerung an diesen denkenswürdigen Tag überreichte Ortsteilbürgermeister Fred Birkefeld Fotos und eine kurze geschichtliche Abhandlung über Woffleben an Dr. Hördler.

Alle Reden wurden für die ausländischen Gäste, die größten Teils aus Frankreich, Niederlande, Belgien, Polen und Ungarn kamen, durch Dolmetscherinnen in verschiedene Landessprachen übersetzt.

Ich selber habe den Krieg nicht erlebt und bin froh auch heute nicht in einem Kriegsgebiet zu leben. In den vergangenen Jahren habe ich versucht mir ein Bild über Woffleben zur Zeit des Nationalsozialismus zu machen. Doch auch unter den Einwohnern gibt es kaum noch Zeitzeugen aus dieser Zeit. Auch sie wollen sich nicht mehr erinnern müssen. Einmal wurde mir erklärt:
"Das braucht nicht die ganze Welt zu wissen. Woffleben ist nur ein unbedeutendes kleines Dörfchen!" Ein kleines Dörfchen? Ja, aber mit einer traurigen Epoche, denn hier wurden Menschen geknechtet und getötet.

Wir Woffleber dürfen das nicht vergessen und müssen diese Geschichte an unsere Kinder weitergeben. Die Presse kann über Gedenktage berichten, aber sie sieht alles aus Sicht Außenstehender. Doch gebürtige Woffleber haben die Pflicht, die Erinnerung stets wach zu halten, damit von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgeht!
Wir dürfen nicht nur auf Aktionen durch Gedenkstätten hoffen. "Jugend für Dora e. V." weckt die Hoffnung in mir, dass sich die Jugend auch im digitalen Zeitalter für Zeitgeschichte interessiert.

Annett Deistung, Woffleben

Meine privaten Recherchen über Woffleben von 1939 - 1945 kann man H I E R nachlesen.
Im Jahr 2009 bekam ich eine Mail von Dipl. oec. Rüdiger Preuß mit den Worten:
"Woffleben war nicht immer nur das idyllische Örtchen. ..."
Wer weiter lesen möchte kann das H I E R (es ist dort der 3. Kommentar).

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Wer das Gedankengut anderer kopiert und als das seine vermarktet, der ist ein armer Mensch.
Weitere Angaben zur Freigabe stehen H I E R in meinem Profil.
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3 Kommentare
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 15.04.2015 | 11:26  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 15.04.2015 | 17:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 15.04.2015 | 20:59  
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