Birken wider das Vergessen - Nordhausen erinnert mit Birkenhain und Ginkgo an 60.000 ehemalige Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora

So soll der Gedenkhain mit 53 Birken und dem Ginkgo aussehen. Eine Gedenktafel wird seitlich der Treppe angebracht. Skizze: Gerwien
Von Heidrun Fischer

"Es war der bewegendste Moment, als ich zur Gedenkfeier anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers "Mittelbau- Dora" am 12. April 2010 im Theater stellvertretend für jeden der 53 anwesenden ehemaligen Häftlinge einen Baum übergab mit dem Versprechen, einen Erinnerungsort für alle ehemaligen Häftlinge und ihre Familien entstehen zu lassen."

Ein Jahr später, am 11. April, wird Barbara Rinke gemeinsam mit Vertretern des Häftlingsbeirats symbolisch den Spaten für die Pflanzung von 53 weißrindige Birken und einen Ginkgo in die Erde des Frauenbergs zwischen Frauenberger Stiege und Sangerhäuser Straße setzen.

"Die Stadt Nordhausen stellt sich mit diesem Erinnerungs- und Gedenkhain der dunklen Seite ihrer Geschichte. Es ist auch für mich eine Herzensangelegenheit, das Versprechen vom vergangenen Jahr einzulösen", unterstrich Barbara Rinke bei der Vorstellung des Vorhabens. Gemeinsam hatten Vertreter der Stadt, des Häftlingsbeirates und der KZ-Gedenk- stätte "Mittelbau Dora" den Standort unter fünf Flächen als den geeignetsten befunden.

"Dieser Standort öffnet den Blick in drei historisch bedeutende Richtungen: nach Westen hin zum Kohnstein, wo sich das Konzentrationslager befand und heute die Gedenkstätte an das abscheuliche Kapitel der Nordhäuser Stadtgeschichte erinnert; nach Süden, wo in der Boelcke-Kaserne bis zu 5000 Häftlinge untergebracht waren und nach Osten zum heutigen Ehrenfriedhof, der aller Opfer des KZ gedenkt", begründete Barbara Rinke die gemeinsame Entscheidung für diesen zentralen Punkt. Warum Bäume und keine Gedenksteine oder -tafeln?

Die 53 überlebenden Häftlinge hatten sich Bäume gewünscht - speziell Birken. Bäume symbolisieren Leben. Bäume wachsen über ein Menschenleben hinaus weiter. Bäume stehen für Kraft und immer wiederkehrendes Grün. Birken sind der spezielle Wunsch der ehemaligen KZ-Häftlinge von "Dora". Gepflanzt wird eine weißrindige Himalaya-Birke, die sehr zierlich wächst und durch ihre gleichmäßig weiße Stammfärbung auffällt. - Der höherwachsende Ginkgo wird der zentrale Blickfang sein und als europaweit wachsender Baum für über 30 Nationen stehen, deren Bürger im KZ "Mittelbau-Dora" zwischen 1943 und 1945 inhaftiert waren. Zur Gedenkfeier des 66. Jahrestages der Befreiung wird der 1. Spatenstich für den Gedenkhain als Vermächtnis aller Opfer des Konzentrationslagers erfolgen.
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