>Der Harz< -Thüringens Norden - Teil II -

Die Rappbodetalsperre mit Tunnel
 
Das Wasser der Sperre Wndefurt
 
Rappbodestau Blick vom Rotenstein
Ø Der Harz< - Thüringens Norden – Teil II –
Drei Länder – eine besondere Landschaft-
Der Harz und sein Wetter. Das Wetter ist im Harz sehr unterschiedlich, denn es gibt Sonnenseiten und Regenseiten und dann gibt es noch das Brockenwetter. Im Harz gibt es unterschiedliche Klima und Wetterzonen. Der Brocken hat alpines Klima, vergleichbar mit einer Höhe von über 2.000 Meter in den Alpen. Er hat nach wie vor sein eigenes Wetter. 100 Tage mit Eis und Schnee, ca. 80 Tage herrscht „Großväterchen Frost“ dort oben. Dann hat unser Vater Brocken noch ca. 300 Tage sich seine Nebelmütze aufgesetzt. Hierdurch kommt er auf eine Durchschnitts Temperatur von ca. 3° C. Er ist auch noch der Niederschlags- und Wind reichste Berg des Harzes. Schneehöhen an die 5 m und Windspitzen über 120 h/Km sind auf diesem Berg keine Seltenheit. Dann haben wir noch den Hochharz mit 700 Höhenmetern NN und mehr um den Brocken herum. Selbst hier kann man noch von einem Alpinen Klima sprechen. Hier auf der Nord bis Westseite regnen sich die Wolken ab, mit einer Regenmenge pro Jahr von 1.600 mm Niederschlag. Dagegen regnet es auf der Lee Seite den Hochharzes nur 600 mm. Wir haben also; den Brocken, den Hochharz, den Oberharz, den Unterharz, den Südharz mit seinen Ausläufern und den östlich abfallenden Ostharz bis ins Mansfelder Land. Diese Gebiete haben alle ein unterschiedlicheres Klima, unterschiedliche Temperaturen und Niederschläge. Am wärmsten ist es um Quedlinburg auf der Nordost - Ostseite des Harzes. Hier fällt auch der wenigste Niederschlag, man spricht hier von der sogenannten Wintertrockenheit. Der Südharz liegt auch auf der Sonnenseite des Harzes. Seit längerem hat sich das Wetter im Ilfelder Becken verändert. Früher zogen diese Gewitter und schweren Regenwolken direkt hier hinein, saßen hier fest und regneten sich ab. Heute ziehen diese Wolken westlich davon, mit ihren Regen über Bad Sachsa, Walkenried, Ellrich, über Zorge und Wieda auf den Harz hinauf. Oder es wird die südlichere Bahn über Nordhausen in die Goldene Aue eingeschlagen, wo diese Niederschläge, dann nieder gehen. Das Ilfelder Becken wird vermieden, dieses wird nur von den Ausläufern der Gewitter gestreift und aufgesucht. Somit liegt Ilfeld auf einer besonderen Sonnenseite des Harzes. Über die Ursache lässt sich nur spekulieren.
Trotz dieser unterschiedlichen Wetterzonen hat der Harz einen unwahrscheinlichen Wasserreichtum. Die Harzflüsse und Bäche können in kürzester Zeit zu reißenden Wasserströmen werden. In der Vergangenheit hat der Harz und sein Umfeld ganz stark unter diesen extremen Hochwassern zu leiden gehabt. Diese Hochwasser haben sich bis weit ins Land hinein ausgewirkt. Als Fazit war man genötigt einen Hochwasserschutz größeren Umfanges anzulegen. Dieser Hochwasserschutz wurde mit einer vielfachen Nutzung betrieben. Es wurden Anlagen des Bergbaues mit eingebunden und als Trinkwasserreservate und Energielieferanten gebaut und genutzt. Die ältesten Funde von Trinkwasserreservaten stammen aus dem 13.Jahrhundert. Die älteste Talsperre Deutschlands ist der Oderteich, welcher über den Rehbergergraben das Wasser in die Bergstadt St. Andreasberg bringt.



Solche Gräben waren teils offen oder auch teilweise mit Gesteinsplaten abgedeckt. Auf ihren Kilometer langen Wegen waren Wehre und Überläufe zur Regulierung eingebaut. Die eingesetzten Grabenmeister hatten für den Erhalt und die reibungslose Funktion der Grabenanlage zu sorgen. Die größte Wasseranlage im Harz ist das Sperrsysthem der Rappbode, richtig gesagt der Boden. Denn was am Ende durch das Bodetal bei Thale stömt wird nur noch als Bode bezeichnet. Es gibt die Rappbode, die Kalte Bode, die Warme Bode, die Luppbode und alles vereint sich dann zur einheitlichen Bode. Immer wieder brachte diese Bode verheerende Hochwasser, so dass sie gebändigt werden musste. 1891 kam es zum ersten Projekt einen Staudamm in das Bodetal, an der Teufelsbrücke unterhalb des Hexentanzplatzes, zu bauen. Um 1900 kam der Gedanke auf, ein ganzes Talsperrensystem als Hochwasserschutz und Trinkwasserreservat im Harz anzulegen. 1926 Kam es erneut zu einem verheerenden Hochwasser entlang der Bode. Hierdurch zeigte sich erneut wie nötig ein entsprechender Hochwasserschutz ist. 1936 kam erneut das Projekt auf den Tisch und eine Grundsteinlegung erfolgte auch. Der II. Weltkrieg verhinderte dann den Bau der Talsperren. Im Januar 1948 ein erneutes Hochwasser mit Schäden. Dieses Hochwasser verursachte auch im Südharz erhebliche Schäden. So wurde unter anderem, das größte Brückenbauwerk der Harzquerbahn, der Ilfelder Viadukt durch dieses Wasser komplett zerstört. In Ilfeld verschwanden ganze Teile der jetzigen Uferstraße durch das Hochwasser.
Am 01.September 1952 eine erneute Grundsteinlegung und Baubeginn der Rappbode Talsperren. Am 07. Oktober 1959 wurde dieses riesige Bauwerk des Rappbode Stausystems seiner Bestimmung über geben. Hierzu gehören die Vorsperren der Hassel, Rappbode, Kalte Bode und die Sperre Königshütte mit dem Überleitungsstollen, die große Talsperre der Rappbode und die Sperre Wendefurt mit dem Hochspeicherbecken. Somit wurden ein notwendiger Hochwasserschutz und ein großer Trinkwaser Speicher geschaffen. Gleichzeitig wurde ein Energiespeicher durch das Pumpspeicherbecken mit angelegt. Die Staumauer der Rappbodetalsperre hat folgende Maßeinheiten: eine Gesamthöhe von 106 m, davon ragen 90 m über die Talsohle hinauf. Die Länge der Mauer beträgt 415 m und die Kronenbreite 12,5 m. In der Mauer wurden 850.000 m³ Beton eingebaut. Der angrenzende Straßentunnel hat eine Länge von 220 m. Die angestaute Wasserfläche beträgt 390 ha mit einem Wasservolumen von 110 mil. m³ /H²O. Das Pumpspeicherwerk bringt eine Leistung von 5,5 MW. Die Nachsperre Wendefurt hat eine Staumauerhöhe von 43 m und eine gestaute Wassermenge von 10 mil. m³ Wasser. Mit einer Höhe von 490 NN zählt die Überleitungssperre Königshütte, zu den höchstgelegenen Talsperren Deutschlands. Der verbindende Überleitungsstollen hat eine Länge von 1,8 Km. Dieses größte Mitteldeutsche Trinkwasserreservat versorgt den Raum Magdeburg – Halle mit Trinkwasser. Der gesamte Harz versorgt fast den ganzen mitteldeutschen Raum mit diesem kostbaren Nass. Eine der ältesten Talsperren im Harz ist die Nordhäuser Talsperre bei Neustadt, welche das Trink-Wasser für Nordhausen liefert.




Nicht nur die größeren Harzflüsse verursachten Schäden in größerem Umfang, auch die Kleineren richteten oft erhebliche Schäden an. So hatte die Goldene Aue zwischen Harz und Kyffhäuser fast jährlich gegen diese Harzwässer zu kämpfen. So baute man den großen Stausee bei Berga-Kelbra am Fuß des Kyffhäusers in das Tal der Goldenen Aue um die Harzhochwasser hier zu bändigen. Dieser Stausee dient neben dem Hochwasserschutz dem Urlaub und Wassersport und der Fischzucht. Seit dem Bau der Harzer Talsperren werden diese auch verstärkt zur Fischzucht genutzt. So entstand im Harz ein neuer Ernährungszweig. Der Harz zeigt auf kleinem Raum eine große Vielfalt jeglicher Art.
Fortsetzung folgt. Manfred Kappler
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6 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 09.01.2012 | 19:53  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 09.01.2012 | 20:07  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 09.01.2012 | 20:13  
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.01.2012 | 21:47  
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Petra Seidel aus Weimar | 10.01.2012 | 21:38  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 12.01.2012 | 17:11  
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