Der Kobold vom Hasenkopf

Der Kobold vom Hasenkopf
 
Der Kobold von der Langen Wand
Der Kobold vom Hasenkopf
In dem kleinen Dorf Wigradisdorp lebte ein armer Tagelöhner, welcher ein lahmes Bein hatte. So nannten Ihn alle den Lahmen. Der Lahme ging immer an dem kleinen Fluss Bera entlang. Dort schnitt er Haselruten und Birkenreiser um daraus Körbe zu flechten oder Besen zu binden. Auch sein Brennholz sammelte er sich dort im Wald. Oft sammelte er nur Reisigholz, welches er zu Wellichen zusammengebunden hatte. Oben am Hasenkopf, dicht am Mühlberg, hatte er die kleine Wiese in der feuchten Senke gepachtet. Jede Woche schaute er ein bis zweimal an der Wiese vorbei. Nur ein ordentliches Gras wollte hier nicht wachsen. Dieser Wiesenfleck lag zu sehr im Schatten und war viel zu feucht für ein ordentliches Gras. So zog der Lahme eines Tages mit Hacke und Schaufel zu seinem nassen Wiesenfleck am Hasenkopf. Er wollte einige Gräben anlegen damit das Wasser ablaufen konnte. Es war schon eine ganze Weile dunkel, der Vollmond stand hell am Himmel aber der Lahme hackte immer noch an dem einen Graben herum. Ein großer, harter, rötlich-weiß-glitzernder Stein lag da mitten in seinem Graben. Dieser schwere Stein wollte und wollt nicht weichen oder zerspringen. Todmüde und total geschafft, setzte sich der Lahme unweit auf einen Baumstumpf um auszuruhen. Er mußte wohl eingenickt sein, denn irgendetwas hatte ihn geweckt. Da stand doch wohl ein kleines graues Männchen mit einer Zipfelmütze vor ihm und schimpfte was das Zeug hielt. Was er sich dachte und zu nachtschlafender Zeit sich an seinem Felsenhaus zu schaffen zu machen? Es wäre sein Zuhause und er könnte es doch nicht einfach zerschlagen. Es war ein Kobold, welcher sich da lautstark bei ihm beschwerte. Der Lahme entschuldigte sich und bei diesem kleinen Wicht. Er würde morgen einen neuen Graben anlegen und um sein Haus herum führen. Der Lahme hielt sein Versprechen und nach zweitägiger Arbeit hatte er einen neuen Graben angelegt. Dieser neue Graben ging im weiten Bogen um diesen rötlich-weißen Fels herum und das Wasser plätscherte munter in das Tal der Bera entgegen. Der große Stein lag nun trocken, matt glänzend in der Sonne. Der Lahme besah sich zufrieden sein Werk und setzte sich wieder den Baumstumpf um etwas Auszuruhen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, stand der kleine graue Kobold wiedervor Ihm. Dieses Mal lobte er den Lahmen, er hätte für ihn eine schöne trockene und warme Wohnung geschaffen. Er hätte ja mit so viel Mühe das Wasser umgeleitet, es würde jetzt im weiten Bogen um sein Haus zu Tal fließen. Der Kobold hüpfte fröhlich, lachend vor dem Lahmen herum und forderte ihn auf, er solle ihm folgen. Seine tagelange, mühevolle Arbeit solle auch belohnt werden. Der Lahme humpelte langsam hinter den hüpfenden Kobold hinterher. Mitten vor dem langgezogenen Bergrücken blieb er plötzlich stehen und zeigte nach oben in den Steilhang. Dort oben rechts neben der dicken Buche wo der kleine Weiße Stein herausschaut, dort solle er tief graben ohne Angst zu haben. Dort im Berg findest du rosa-rötliches Erz welches du zu den Fürsten von Stolberg bringen sollst. So wie der Kobold aufgetaucht war, so plötzlich war er jetzt auch wieder verschwunden. Am anderen Tag kam der Lahme mit Keilhaue und Schaufel, Eisen und Schlägel und quälte sich mühevoll den Steilhang bis zu der dicken Buche hinauf. Er fing sogleich hier an zu graben. Er haute seine Keilhaue kräftig in die steinige Erde, dass die Steine nur so zu Tal prasselten. Immer tiefer arbeitete er sich in den Berg hinein. Kupferschiefen Mal, schwarz, mal blau oder grün und Kalkgestein förderte er zu Tage. Dann war da auch noch das harte weißgraue Gestein des Schwerspats, aber kein rosa-rötliches Steinchen fand er bis jetzt. Der Lahme sagte sich das Kupferhaltige Gestein und den Schwerspat kannst du in der Ilfelder Hütte verkaufen, da hast du immer noch mehr verdient als mit deinen Besen. So arbeitete sich der Lahme mit Keilhaue, Eisen und Schlägel immer tiefer in den Berg hinein. Doch eines Tages, er wollte gleich nach Hause gehen, nur noch diesen Stein. Da brach doch plötzlich ein viel zu großer Felsbrocken mit heraus. Im trüben Schein seiner Lampe glänzte es rosa-rot in der Wand. Er hatte es gefunden, so wie der Kobold ihn geraten hatte. Der Lahme konnte sein Glück nicht fassen. Mit Mühe konnte er ein paar größere Gesteinsbrocken aus der rötlich weißen Erzader heraus Schrämmen. Er wickelte diese Gesteinsbrocken in sein Knotentuch und ging glücklich und zufrieden nach Hause. Dort erzählte er seiner Frau von dem erlebten.“ Mitten in dieser steilen langen Wand hast du diese schwere Erz gefunden.“ fragte seine Frau. „Ja, mitten in dieser langen, steilen Wand habe ich einen Stollen gegraben und das rosa-rötliche Erz gefunden.“ So bekam dieser lange Gebirgsrücken am Hasenkopf seinen Namen „Lange Wand“. Am nächsten Morgen machte sich der Lahme mit seinen Steinen auf zu Fürsten von Stolberg. Als Botho von Stolberg diese Steine sah, lächelte er und war hoch beglückt. Aus diesen Steinen kann man eine wunderbare blaue Farbe auf Porzellan zaubern.. Der Lahme wurde fürstlich belohnt für seine eigenartigen Steine welche den Namen Kobalt bekamen. Aus diesen rosa-rötlichen Einschlüssen in den Erzsteinen kann man die blaue Farbe für das gute Geschirr herstellen. Bis in die heutige Zeit wird dieses Mineral als Kobalt bezeichnet, benannt nach dem kleinen Kobold welcher wusste wo dieses Mineral zu finden war. Die blaue Farbe auf dem Geschirr wird heute noch als Kobaltblau bezeichnet. Die daraus hergestellte blaue Farbe und das Porzellangeschirr sind heute wie damals wertvolles Kobaltgeschirr. Diese Alles, ist diesen kleinen grauen Kobold mit seiner Zipfelmütze zu verdanken. Leider ist dieser kleine Kobold seit damals verschwunden, er wurde nicht mehr gesehen. Manche Leute erzählen, in Vollmondnächten würde oben auf der Lichtung dieser kleinen Wiese zwischen Hasenkopf und Langer Wand, in den Nebelschwaden eine kleine unheimliche Gestalt, Tänze aufführen. Nur Genaues weiß Niemand.
M. Kappler
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11 Kommentare
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 06.01.2012 | 08:17  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 06.01.2012 | 09:03  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 06.01.2012 | 09:19  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 06.01.2012 | 12:08  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 06.01.2012 | 13:10  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 06.01.2012 | 21:40  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 06.01.2012 | 22:40  
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Petra Seidel aus Weimar | 07.01.2012 | 14:07  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 07.01.2012 | 14:26  
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Renate Jung aus Erfurt | 07.01.2012 | 16:10  
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.01.2012 | 21:38  
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