Des Harzes "Schwarze Gesellen" - Harz Teil III -

Köhlermuseum Stemberghaus
 
Kohlenmeiler aus Knüppelholz
 
Meiler in Betrieb
Ø Der Harz Die Kunst der Schwarzen–Gesellen< „
Ø Die Holzköhlerei im Harz <
Eines der ältesten und wichtigsten Gewerke im Harz war die Köhlerei, dass herstellen von Holzkohle. Die Herstellung von Holzkohle geht bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Ohne Holzkohle keine Metallherstellung. Im Mittelalter wurden im Harz pro Jahr ca. 10. 000 große Kohlenmeiler zur Herstellung von Holzkohle betrieben. Gekohlt wurde direkt im Wald am Kohlhai. Da die Kohlenmeiler, ständig bewacht und kontrolliert werden mussten, wohnten die Köhler direkt neben den Meilern in Ihrer Köte oder auch Köhlerhütte genannt. „In dem grünen Monat Mai, treckt der Köhler uff sin Hai. Junge, komm, wir wollen den Platz beschauen, wo wir wollen de Köte henbaun.“ Heißt es im Harzer Köhlerlied. Dass Herstellen von Holzkohle in den Meilern ist keine leichte und einfache Arbeit, welche viele fachliche Kenntnisse voraussetzt. Angefangen vom Bau des Meilers, dem fachgerechten Abdecken, dem kontrollierten abbrennen (dem Kohlen) des Meilers, bis hin zum öffnen. Dem Meiler darf nämlich nur so viel Sauerstoff zugeführt werden das er kohlt und nicht brennt. Bekommt er zu viel Sauerstoff, so dass er brennt kann er regelrecht explodieren, alle Mühe wäre um sonst gewesen. So ein Kohlenmeiler muss ständig bewacht werden. Durch diese rußige und qualmige Arbeit draußen mitten im Walde, sahen die Köhler auch dem- entsprechend angeräuchert und schwarz aus. Dieses schwere Leben im Wald hatte sie zu harten Burschen werden lassen. Deshalb sprach man auch von den „Schwarzen Gesellen“. Holzkohle hat gegen über dem Holz viele Forteile. Holzkohle ist fast reiner Kohlenstoff 90 bis 95 %. Sie hat einen viel höheren Heizwert. Holzkohle kann Temperaturen bis 1.500 C° erzeugen, womit man Eisen zum Schmelzen bringen kann. Holzkohle ist um vielfaches leichter als Holz und lässt sich so entschieden leichter transportieren und über viele Jahre gut lagern. Wenn also im Harz pro Jahr ca. 10.000 Kohlenmeiler gebrannt haben, wurden dazu Unmengen von Holz benötigt. Diese Meiler hatten Durchmesser von ca. 8 bis 10 Meter und waren in 3 bis 4 Schichten gestapelt, ca. 4 Meter hoch. So ein Meiler benötigt ca. 120 bis 180 Raummeter Scheitholz. Das ist eine Holzmeterbank, aus 1 Meter langen Holzscheiten, 1 Meter hoch gestapelt, 120 bis 180 Meter lang. 120 Raummeter Holz ergeben, eine feste Holzmasse von 75 m³.
Hochgerechnet mal 10.000 Meiler, ergibt 1 mil. 200 tausend Raummeter Holz, was im Jahr zu Holzkohle verkohlt wurde. Diese Menge an Holzkohle mußte im Harz auch transportiert werden. Sie musste vom Kohlhai zu den Schmelzhütten geschafft werden. Hierbei bereitete der unwegsame Harz enorme Schwierigkeiten, Die Holzkohle wurde in der Anfangszeit in Körben auf den Rücken der Frauen Transportiert oder mit Lasttieren. Später wurden Hangwege angelegt oder teilweise in den Bachläufen entlang gefahren. Gefahren wurde mit zweirädrigen Korbwagen, vor welche ein Pferd vorgespannt war. Diese leichten Fahrzeuge waren seht Gelände gängig. Hergestellt wurden diese Korbwagen hauptsächlich aus einjährigen
Haselnussruten welche sich hierfür besonders eigneten. Hasselfelde und die Hassel bekamen ihre Namen von den vielen Haselnuss Anpflanzungen. Hasselfelde hatte sich für die Herstellung dieser Korbwagen besonders herausgebildet. Jahre später als die Transportwege im Harz besser waren wurden auch zweispännige große Leiterwagen für die Transporte der Holzkohle eingesetzt. Es entstand die Zunft der Kohlenfuhrleute, diese fuhren die Holzkohle auf ihren bestimmten Strecken, den sogenannten Kohlewegen, Steigen oder Stiegen.
Holzkohle war und ist nach wie vor ein bedeutendes Produkt, auf welches man auch heute nicht verzichten kann. Wir kennen Holzkohle hauptsächlich von unseren Bratwurstgrill. Hierfür wird aber die geringste Menge verwendet. Aus der Pharma- und Filterindustrie ist Holzkohle auch heute nicht wegzudenken. Holzkohle filtert unsere Kochdünste, die Industrieanlagen, Luft und Wasser und vieles mehr. Holzkohle ist eines unserer ältesten Naturheilmittel. Die Kohletabletten aus unserer Apotheke sind aus Holzkohlenpulver zusammen gepresst. Sie werden Staunen, bei welchen Erkrankungen, Holzkohle als Naturheilmittel eingesetzt werden kann. Sie hilft nicht nur bei Cholera, Durchfall und Magen- Darmerkrankungen. Holzkohle hilft bei Infektionen, denn sie ist Antibakteriell und hilft auch gegen Vieren, sie kann Wunden desinfizieren und dient als Geruchbinder. Sie hilft bei Abszessen und Eiterungen. Holzkohle kann eingesetzt werden bei Bissen von Ameisen, Wespen, Bienen, Spinnen und Schlangen usw. Holzkohle bekämpft im Magen und Darm: Schwermetallbelastungen, Phenole, Tenside, Tetrachlorwasserstoff, Schlacke und Arzeneimittelrückstände wie. z. B. Schlaf und Schmerzmittel. Holzkohle hilft bei Hefemykotoxine und Bakterien, Fäulnis und Gärungsprodukten, Toxische und giftige Nahrungsbestandteile bis hin zu Pilzgiften und Allergieauslöser. Gegen Mundgeruch hilft Holzkohlenbrei, mit dem man die Zähne putzen kann, allerdings sollte der min. 10 Min. im Mund bleiben. Selbst bei bestimmten Krebserkrankungen kann man Holzkohle einsetzen und Linderung bringen. Beim verschlucken folgender Gifte hilft die doppelte Menge von einzunehmender Holzkohle.
Holzkohle absorbiert: Alkohol; Arsen; Aspirin; Tollkirschengift; Kampfer, Cocain; Fingerhut; Salz der Blausäure; Benzin; Giftpilze; Kerosine, Bleiverbindungen; Quecksilber, synthetische Farbstoffe; Morphium, Nikotin, Opium; Penicillin, Teerverbindungen, Kaliumpermanganat, Chinin, Silber, Stechapfel, und Schwefelverbindungen.
Diese Fülle von Einsatzmöglichkeiten der Holzkohle zeigt wie wichtig heute noch dieses Produkt ist. Holzkohle im Mörser oder in einer Mühle zerkleinert liefert uns das notwendige Holzkohlenpulver zum einnehmen. Holzkohlenbrei für Umschläge und Auflagen stellt man folgendermaßen her: 3 Esslöffel Leinensamen mahlen und mit 3 Esslöffel Holzkohlenpulver in 250 ml. H²O zum Kochen ringen den entstandenen Gelee ca. 2 cm auf ein Tuch oder Küchenrolle bringen und als Umschlag auf legen und warm abdecken. Nach einer Stunde Umschlag erneuern. Kamille noch zusetzen erhöht die Wirkung. Probieren Sie das Naturheilmittel Holzkohle selbst aus. Bitte nur Holzkohle von einheimischer Rotbuche verwenden.
Weitere Informationen bekommen Sie in der Harzköhlerei Stemberghaus an der B81 nahe Hasselfelde, durch das Buch „Köhlerei im Harz“ oder durch die CD des Harz Klubs, erhältlich in den Tourismusinformationen im Thüringer Südharz. Auch ich stehe für eventuelle Fragen zur Verfügung. Die Holzköhlerei im Thüringer Südharz von Ilfeld bis Stolberg lag seit 1631 in den Händen der Köhlerfamilie Ibe aus Neustadt und Osterode. Noch heute wird von der Familie Richard und Otto Ibe eine Hobby Köhlerei betrieben von welchen viele dieser Informationen stammen. Holzkohle ein historisches Naturheilmittel ohne Nebenwirkungen bei richtiger Anwendung.
Fortsetzung folgt. Manfred Kappler
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8 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 10.01.2012 | 09:57  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 10.01.2012 | 09:58  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 10.01.2012 | 11:30  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 10.01.2012 | 12:59  
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Petra Seidel aus Weimar | 10.01.2012 | 13:23  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 10.01.2012 | 15:13  
3.863
Karin Jordanland aus Artern | 10.01.2012 | 15:35  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 10.01.2012 | 16:37  
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