Doppeltes Gold für tolle Frauen und Peinlichkeit für Stadt und ihre Verwaltung

Ulrich Ebert, Vorsitzender des Nordhäuser gewerbevereins, las die Laudatio auf Erika Schirmer und übergab den Goldenen Roland.
 
Herzlichen Glückwunsch und Dank für viele Heimatgeschichten, Lieder und über 800 Scherenschnitte.
Das 43. Nordhäuser Rolandsfest ist nicht ins Wasser gefallen, obwohl manchem an mancher Stelle doch zum Weinen zumute war.

Doch das Gute zuerst:
85 Jahre alt musste Erika Schirmer werden, bevor man ihr Wirken für die Stadt, den Harz, die Menschen und den Frieden der Welt würdigte. Die Schöpferin der Kinderlieder „Kleine weiße Friedenstaube“ oder „Der Winter ist gekommen“, unzähliger Gedichte und Geschichten und mehr als 800 Scherenschnittarbeiten wurde mit dem „Goldenen Roland“ geehrt.

Mit einem Kniefall zollte ihr die Hexe der Nordhäuser Rolandgruppe Respekt und befand es für die Nordhäuser als Schande, dass es ein Heringer Bürger gewesen war, der die Nordhäuserin für die Ehrung vorgeschlagen hatte. Mit einem tiefen Diener zog Professor Zwanziger seinen Hut vor der schmächtigen Frau mit dem großen Herzen und bedauerte es sehr, dass in diesem Moment kein Vertreter der Stadtverwaltung anwesend war. "Es ist wie mit den Bomben: Sie fallen ins Hinterland un treffen die Unschuldigen", machte Professor Zwanziger seinem Ärger Luft.
Erika Schirmer freute sich um so mehr über die Gratulation von Roland und Ebersberg und das gemeinsame Foto mit den Stadt-Originalen und ihrem "stillen Laudator" Wolfgang Reichardt.
Um so lauter applaudierte das Publikum für die geehrte Erika Schirmer, die gleichsam ihr neuestes Heimatbuch dabei hatte und es auch ohne Adressaten aus dem Rathaus nun den Gästen auf dem Rathausplatz präsentierte.

"Es ist eine Schande"
Nicht minder beschämend zeigte sich die Grilllust der Nordhäuser. Von 10 angemeldeten Vereinen hatten am Vorabend des Wettbewerbs nur noch zwei zur Stange gehalten.
Spontan waren das „Team Weitblick“ und „Grill-Solist“ Ebersberg ins Rennen getreten, so dass sich das Stadtoriginal mit seinem mobilen Alu-Grill auf zwei Steinen zum „Meister der Herzen“ grillte und es am Ende keinen Verlierer, sondern nur Gewinner gab.
Die Golden Grill-Girls eroberten den 1. Platz vor den Neunundsechzigern mit Grill-Junior Franz und den Weitblick-Grillern. „Allein der Spaß an der Sache zählte“, waren sich alle einig.

Nur berieseln lassen?
"Ich kann es nicht begreifen: Es gibt -zig Vereine in und um Nordhausen. Alle sagen: 'toll', aber keiner ist bereit mitzumachen. Man kann doch bei einem Fest nicht nur erwarten, dass man unterhalten wird" Alles hier ist kostenlos, alle Zutaten. Den Warenkorb gibt es schon am Vortag. Da hat doch wohl jeder ein bisschen Phantasie, um damit etwas anzufangen. Es geht doch hier nicht wirklich um Meisterschaft, sondern um den Spaß und die Freude", findet Sabine Karnstedt. "Doch jeder kommt und sagt sich: 'Unterhaltet mich'. Wenn ich bedenke, dass Ebersberg einfach fünf Würstchen geschnappt hat und sie auf einen Wegwerf-grill gepackt hat, einfach so aus Spaß, dann ist er wirklich der Sieger der Herzen. Er hat einfach mitgemacht. und das allein zählt!"

Hexe Kerstin Liebenau brachte es verärgert auf den Punkt: "Vielleicht sollte man im nächsten Jahr eine Kaution nehmen. Dann treten die, die sich angemeldet haben, wenigstens an!"
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1 Kommentar
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 22.06.2011 | 11:03  
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