Ein grausamer Gedanke: "Winter im Konzentrationslager"

Geführte Rundgänge vermitteln vor Ort die Geschichte vom "Mittelbau Dora"
Nordhausen: KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora | (034) -

wie mussten doch damals die Häftlinge frieren!

Jeder Winter lässt uns in die geheizten Wohnungen kriechen. Wer von uns sehnt sich nicht nach wohliger Wärme?

Vor gut zwei Wochen war ich mit meinem Mann bei Minus - 18° C spazieren. Nach einer Stunde waren wir wieder am Auto. Meine Finger waren vom Fotografieren eiskalt und auch die Füße sehnten sich nach Wärme. Schon auf dem Rückweg machte ich mir laut Gedanken:
"Wie müssen die Häftlinge im 'Lager Dora' und den KZ-Außenlagern im Winter gefroren haben! Mein Mann und ich stellten uns vor, wie es gewesen sein musste - schlechtes Schuhwerk, dünne Kleidung, keine Handschuhe, aber auch hungrig, müde, ausgemergelt, kraftlos - und so ums nackte Überleben zu kämpfen. Ich hatte kalte Füße in gefütterten Schuhen. Fast barfuß? Ein grausamer Gedanke, bei dem mir gleich noch kälter wurde.
Wir kennen die Geschichte, unser Heimatort Woffleben war auch Teil dieser dunklen Vergangenheit. Durch meine Recherchen für die Homepage über Woffleben bin ich auch auf viele Fragen, traurige Geschichten und Unverständnis bei den Alten gestoßen. Ich habe in meiner Homepage diesem Teil der Woffleber Chronik ein eigenes Kapitel gewidmet.

Der Inhalt dieser Mail war Anstoß für meine Recherchen:
"Woffleben war nicht immer nur das idyllische Örtchen. Es gab auch einen Teil des „Lager Dora“ dort. Ich gehörte zu den Flüchtlingen die nach der „Befreiung“ dort eingewiesen wurden und nach der Übergabe an die russische Besatzungsmacht am 01.01.1946 auf die Dörfer des Kreises Nordhausen verteilt wurden.
Dipl. oec. Rüdiger Preuß."

Und auch dieses Zitat lässt die Idylle der Heimat verblassen:
„Mit Ortsnamen wie...,Woffleben,...verbinden sich in der Erinnerung ehemaliger Häftlinge Namen des Schreckens, des Grauens, der Entwürdigung und stehen gleichsam für Krankheit, Folter und Tod.“ aus dem Buch Kloster Jerichow von Grüning/Pietsch

Mit fotografischen Wintergedanken von der KZ-Gedenkstätte
möchte ich alle Leser zum Nachdenken anregen. Einige Fotos habe ich bewusst "altern" lassen.
Geht in Euch!
Seht, wie die Häftlinge im Schnee zum Appell gestanden haben. Spürt, wie sie gezittert haben vor Kälte. Gedenkt ihrer Leiden und der vielen Toten! Im Internetauftritt der Gedenkstätte kann jeder die Fakten nachlesen!

Annett De.
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