"Ein Unrecht aus dem Dunkeln holen"

In den frühen Abendstunden stellten die Teilnehmenden des Internationalen Workcamps ihre Lichtinstallation am Nordhäuser Rathaus der Öffentlichkeit vor. Foto: Andreas Froese-Karow, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Nordhausen: Rathaus |

Teilnehmende des Internationalen Workcamps des Vereins "Jugend für Dora e.V." präsentieren im Nordhäuser Rathaus ihre künstlerische Lichtinstallation zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit

Noch bis Ende September 2013 ist im Nordhäuser Rathaus die Abschlussarbeit des Internationalen Workcamps des Vereins "Jugend für Dora e.V." zum Thema "Zwangsarbeit - Das Verbrechen einer Gesellschaft" zu sehen.

Auf mehreren Plexiglasscheiben haben sich die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Weißrussland und den USA künstlerisch mit der Geschichte der NS-Zwangsarbeit im Landkreis Nordhausen auseinandergesetzt. In intensiver handwerklicher und grafischer Arbeit ist so mitten in der Stadt ein Denkmal entstanden, das nun die Passanten am Nordhäuser Markt zum Besuch und zum Nachdenken einlädt.

Eine Lichtinstallation sorgt in den Abendstunden für technische Beleuchtungseffekte. Zudem projiziert ein Beamer an eine benachbarte Außenwand neben dem Rathaus die Namen von ehemaligen Lagerstandorten, Arbeitsstätten und Firmen, die im Landkreis Nordhausen Zwangsarbeiter aus den umliegenden Lagern beschäftigten. "Mit diesem Konzept soll das Unrecht der NS-Zwangsarbeit aus dem Dunkeln geholt werden", erklärt Brita Heinrichs, Sprecherin des Vereins "Jugend für Dora e.V." und Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Bei der öffentlichen Vorstellung ihrer Abschlussarbeit am 22. August 2013 berichteten die Teilnehmenden des Workcamps über die Ergebnisse ihrer zweiwöchigen Recherchen zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in der Region Nordhausen. Sie lasen eindrückliche Zitate aus den Erinnerungsberichten ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter vor, die die Erfahrungen ihrer Deportation in den Südharz anschaulich beschreiben. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Nordhausen existierten Anfang 1945 rund 150 Lager mit insgesamt 65.000 zur Zwangsarbeit Deportierten: Das entsprach etwa einem Drittel der damaligen Gesamtbevölkerung in der Region.

Ausdrücklich bedankten sich die Teilnehmenden des Workcamps bei der Stadt Nordhausen für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die wohlwollende Unterstützung ihrer Projektarbeit.

Weitere Infos unter: www.dora.de
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