Endlich ein Zuhause für das Gedächtnis der Stadt

Nordhausen: Museum Flohburg | „Flohburg“ ist nach Sanierung und Erweiterung nun stadthistorisches Museum - Neugier erwünscht

NORDHAUSEN. „Nach dem Gig im Tempodrom trafen wir mal wieder im ‚Woodstock des Ostens’, in Steinbrücken ein. … Es gab keine Security. Ein Open-Air-Festival ohne Einlasser, ohne Kontrollen, keine Schranke, keine Einzäunung und keine Klos. Hier wurde noch in den Wald gesch… und es funktionierte fabelhaft. Und das bei 7000 Leuten …“ – Mit diesen Worten beschrieb Sänger Uwe Baum das Steinbrücken-Musikfestival. Seit 1984 war Organisator Uwe Hager mit „Steinbrücken“ zur Legende geworden. Typischstes Relikt: Jesuslatschen. Sie verbergen sich in einer der roten Boxen, die, arrangiert als Wandschrank, das Leben Nordhausens von DDR-Zeiten bis zur Wende nachzeichnen. Dies ist ein Abschnitt von insgesamt 19 aus der Geschichte der 1085-jährigen Stadt.

„Geschichte ist das Gedächtnis der Stadt. In Nordhausen war es Jahrhunderte lang auf Wanderschaft. Nun hat es endlich ein Zuhause gefunden“, freute sich Oberbürgermeisterin Barbara Rinke über die „Flohburg – das Nordhausen-Museum“, wie es nun offiziell heißt. Gemeinsam mit Staatssekretärin Inge Klaan sowie dem Mini-Königspaar Heinrich und Mathilde, dargestellt von Isabell und Jannik, banden Sie den Vorhang zur Seite und luden am Samstag hunderte Bürger und Gäste zum Rundgang durch ihr neues Museum ein.

„Authentische Zeugnisse – das ist es doch, was die Nordhäuser sehen wollen“, hatte Barbara Rinke in Erinnerung an die fordernden Worte einer alten Nordhäuserin vom Jahr 2005 in ihrer Laudatio betont. 400 davon beherbergt das neugestaltete Stadtmuseum. In 18 Monaten entstand ein Dach für zwei Welten, die das Gebäude mit seinem 500 Jahre alten Ursprungshaus und dem modernen Erweiterungsbau vereint. 1085 Jahre Stadtgeschichte verbergen sich auf drei Ebenen mit insgesamt 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Vom Mittelalter und der Reformation über die NS-Zeit und das Leben in der DDR bis zur Wende spannen die Exponate einen Bogen. Sie sind nun herausgeholt aus Archiven und Depots, fanden einen würdigen öffentlichen Platz, um von den Nordhäusern entdeckt, bewundert und beredet zu werden. Und wenn sich dann der eine oder andere Besucher erinnert fühlt und sagt: „Ach ja, da gab es doch …“ – dann lebt das Gedächtnis der Stadt immerfort.

Info:
Flohburg – das Nordhausen-Museum,
geöffnet Montag bis Samstag 10 – 17 Uhr;
Kontakt: 03631/4725680
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