Gewerkschaftsgeschichte der 30er Jahre in Nordhausen und Salza

Wann? 28.08.2011

Wo? KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora, Kohnsteinweg 20, 99734 Nordhausen DE
Gasthaus Friedenseiche in Salza, um 1930 (Foto: Stadtarchiv Nordhausen)
Nordhausen: KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora |
Ergänzung und Verlängerung der Ausstellung
„...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir.“


Seit rund zwei Monaten wird interessierten Besucherinnen und Besuchern der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eine Ausstellung zur Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten präsentiert. Nun wird sie bis zum 28. August 2011 verlängert.

„… gerade Dich, Arbeiter, wollen wir“ thematisiert die Verhaftungswelle am 2. Mai 1933, bei der zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre inhaftiert und viele von ihnen in Konzentrationslagern misshandelt und getötet wurden.


Erweiterung der Ausstellung um regionale Gewerkschaftsgeschichte


Die Arbeiterbewegung in Nordhausen und Salza in den 1930er Jahren
Anlässlich der Verlängerung wird die Ausstellung um regionale Aspekte der Gewerkschaftsgeschichte ergänzt.
Ab Mittwoch, dem 20. Juli, werden Ausstellungsstücke zur Entwicklung der Nordhäuser und Salzaer Arbeiterbewegung gezeigt. Wie überall im Deutschen Reich gingen die Nationalsozialisten nach ihrem Machtantritt im Januar 1933 auch in Nordhausen mit Brutalität gegen die Gewerkschaftsbewegung vor. Auch hier zogen SA- und SS-Trupps zu den Gewerkschaftssitzen, u.a. zum Volkshaus „Eintracht“ in der Geseniusstraße. Mehrere Nordhäuser Gewerkschaftler wurden im Siechenhof in „Schutzhaft“ genommen und anschließend in Konzentrationslager verschleppt.

Neben Polizeiberichten und Schriftwechseln verdeutlichen besonders die Hilfsgesuche von betroffenen Angehörigen das Ausmaß der Geschehnisse. An Hand von zahlreichen Originalfotografien und informativen Fundstücken aus dem Stadtarchiv Nordhausen, wie Mitgliedsausweisen oder Abzeichen, wird die Lebensgeschichte von Paul Baumbach nachgezeichnet, eines aktiven Nordhäuser Sozialdemokraten und Gewerkschafters.

Die rege Widerstandsbewegung in Salza, besonders um den Versammlungsort „Gasthof Friedenseiche“, wird mit weiteren zeitgenössischen Dokumenten und Zeitschriften verdeutlicht. Die als „Schlacht von Salza“ bezeichnete Abwehr eines NS-Aufmarsches vor der „Friedenseiche“ im Juli 1932 ist bis heute im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung verankert.

Die Ausstellung ist bis zum 28. August 2011 in der ehemaligen Unterkunftsbaracke der Gedenkstätte zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Literaturhinweis: „Nordhausen im Nationalsozialismus. Ein historischer Wegweiser.“, Nordhausen/Weimar: 2010 - 56 Seiten, Ill, 3 Euro.
Zu erwerben im Buchshop, Museumsgebäude der KZ-Gedenkstätte und ebenfalls u.a. im Touristinfo der Stadt Nordhausen sowie Buchhaus Rose
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