Harzer Köhlerabend in Neustadt - ein toller Erfolg

Ronald Langer aus Benneckenstein, Prof. Dr. Lutz Wille und der Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Neustadt/Osterode e.V. Dirk Erfurt
 
Trachtengruppe des Harzklub-Zweigvereins Neustadt/Osterode unter der Leitung von Ursel Müller
Brechend voller Saal "Hohnstein" in Neustadt zum "Harzer Köhlerabend"

Der Saal war am 01.11.2011 für die vielen Interessenten auf jeden Fall zu klein, denn einige Besucher mussten auf den Fensterbänken Platz nehmen. Der Harzklub-Zweigverein Neustadt/Osterode e.V. hat unter der Regie des Vorsitzenden Dirk Erfurt einen abwechslungsreichen Abend mit Kultur, Brauchtum und Wissenschaft vorbereitet.
Ausstellungen, Tischdekorationen, Versorgungen innen und außen waren ganz dem Thema "Die Köhlerei im Harz" ausgerichtet und wurden von den Gästen sehr gelobt. Im Mittelpunkt stand der Film"Die Köhlerei im Harz", der von den Machern Prof. Dr. Lutz Wille und Ronald Langer aus Benneckenstein innerhalb von 18 Monaten geschaffen wurde.

Von Rolf Wille

Neustadt. Insgesamt sind 30 Stunden Filmmaterial zusammengetragen worden, von denen für den fertigen Film nur 85 Minuten verwendet wurden. Dr. Wille hat den Film rein ehrenamtlich begleitet und erhielt dafür vom Vorsitzenden Dirk Erfurt ein Ehrengeschenk: Eine Lutherkachel von der Bergruine Hohnstein mit einem Jubiläumskorn aus Nordhausen. Der Film kann in der Neustadt-Information oder direkt vom Harzklub Neustadt erworben werden. Viele Gäste kauften ihn gleich am Abend.
Großer Beifall begleitete diese Ehrung. Gleichzeitig wurde auch den vielen Sponsoren Dank ausgesprochen. Einige waren als Ehrengäste eingeladen. So stellte Dr. Albrecht von Kortzfleisch sein Buch über die Köhlerei im Harz vor und berichtete als Vorsitzender des 1997 gegründeten Europäischen Köhlerverbandes von seiner Arbeit, die dazu beiträgt, die Köhlerei im ganzen europäischen Raum bekannt zu machen.
Zwischen den interessanten Vorträgen über die Köhlerei sangen und jodelten die Mitglieder der Trachtengruppe Neustadt/Osterode unter der Leitung von Ursel Müller Lieder aus ihrem Repertoire. Dabei spielten die typischen Lieder vom Köhler und ihre Instrumente eine wichtige Rolle. Für eine weitere Auflockerung sorgten Filmteile aus dem Film.
Von den anwesenden Köhlern berichteten die Cousins Otto und Richard Ibe von ihrer Arbeit seit über 50 Jahren.
Heute noch ist das Herstellen von Holzkohle, obwohl es meist industriell betrieben wird, wichtig für das Grillen, für die chemische Industrie (z.B. für Filteranlagen), für die Pharma-, Auto- und Glasindustrie. Weiterhin wird Holzkohle in der Stahlproduktion und beim Schmieden benötigt.
Insgesamt gab es im Harz 30.000 Meilerplätze, von denen heute nur noch wenige in Betrieb sind und sie meist als Hobby für die Touristen betrieben werden. Seit 1631 besteht die Köhlertradition in der Familie Ibe und seit 50 Jahren ist es für Otto Ibe nur noch ein Hobby. Der Köhlermeister Richard Ibe berichtete interessante Details
von der Arbeit der "Schwarzen Zunft". Nur Buche, Eiche und Ahorn werden verwendet um die nötige Hitze beim Schmelzen von Erz zu erhalten. Für eine Volumeneinheit Erz werden 30-50 Volumeneinheiten Holz benötigt. Mit Grubenmeilern hat die Köhlerei im Harz begonnen, dann kamen im 13. Jahrhundert die stehenden Meiler, die von Zisterzienser-Mönche in den Harz gebracht wurden.
Zum Abschluss sang die Brauchtumsgruppe das Köhlerlied "Im Harz da ist es wunderschön..." und alle anwesenden Köhler verabschiedeten sich mit einem kräftigen "Gut brand", dem Köhlergruß.

Fotos(2): Rolf Wille







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