Harzer Winterimpressionen

  Mein Sonntagsspaziergang durch den Harzerwinterwald. Was man so rechts und links am Weg alles entdeckt.

Eigentlich war etwas anderes geplant, aber es kam mal wieder anders. Da es um Mittag rum heller wurde und die Sonne versuchte durch die Wolken zu dringen, zog es mich hinaus in den Wald. Es war ein eigentümliches Wetter, etwas frostig, windstill aber merkwürdige Lichtverhältnisse. Die Sonne hing wie eine trübe Mondscheibe in den Wolken oder dem Hochnebel und verbreitete ein eigenartiges gleißendes Licht, kam aber nicht durch diesen Dunst durch. Raureif und ca. 8 bis 10 cm Schnee harschig gefroren haben die wechselnde Waldlandschaft in eine Art Märchenland verwandelt. Eine Winterlandschaft mit besonderem Flair.

Meine Fährte zog ich einsam auf in einer Spur den Waldweg entlang, zwischen Buchenjungwuchs mit alten Überständern, als Saatbäume durchsetzt. Hin und wieder lagerten am Wegrand große Stapel von Fichtenstämmen zur Abfuhr bereit. Es war eine ziemlich offene Landschaft aber der dichte Buchenjungwuchs verhinderte einen weiteren Blick. Der Weg schlängelte sich nur leicht fallend und dann mal wieder steigend so dahin, dann fiel er etwas steiler Bergab in eine Talsenke, wo ein kleiner Teich angestaut war. Er war fast zugefroren und das Eis mit etwas Schnee leicht bezuckert. In der kleinen, eisfreien Stelle spiegelte sich der Wald.
Links am Weg ein Rest von einer alten starken Fichte, daneben eine Tafel mit einem schönen Text und eine als Ersatz gepflanzte Linde. Der Weg ging wieder bergauf, ich aber folgte einem anderen nach links, welcher mir interessanter schien. Hier im Weg eine alte zugeschneite Fahrspur in welcher, eine Reihen von Wildfährten zu sehen waren. Die Sonne versuchte sich durch den Hochnebel zu kämpfen, was ihr aber nicht gelang. Rechts am Weg ein kleiner Tümpel angestauten Wassers welcher durch ein kleines Rinnsal gespeist wurde und dadurch nicht zugefroren war. Wie ein Spiegel, spiegelte sich der angrenzende Wald darauf wieder.
Nun führte der Weg durch einen Fichtenwald welcher erst im Herbst durchforstet wurde. Hier hat die moderne Technik gewaltige Spuren hinterlassen. Dann eine interessante Erscheinung, wenige Meter am Weg eine Fichte welche sehr stark geharzt hat und in Augenhöhe ein vom Specht geschlagenes Loch aufweist. Der Zimmermann des Waldes hat sich hier seine Nahrung heraus gemeißelt. Nun wieder Buchenaltholz mit einigen Fichtenstücken durchsetzt.

Am Weg wieder zwei große Holzstapel als ich zwischen beiden durchsehe, bewegt sich dort doch Etwas. Sitz nicht dort ein Fuchs, welcher halb schräg in die Richtung vor mir sichert. Wie eine Statue sitz Meister Rotpelz dort im Schnee. Ich mäusele, es äugt zu mir und sofort wieder in die alte Richtung. Ich wende den Blick und sehe einen Jogger von links kommend den Weg davon ziehen. Als ich zum Fuchs sehe ist der auch weiter gezogen.
Ich verlasse den Weg und gehe durch die lichten Fichten-Stangen, den Schneisen folgend. Dann im Schnee ein Wechsel vom Rotwild welcher auf den Buchenjungwuchs zu geht. Hier am Rand über all Äsungsstellen im Schnee wo sich das Rotwild das dürre Gras freigescharrt hat um es abzuäsen.

Nun komme ich wieder auf den Weg welchen ich am Anfang eingeschlagen habe, denn hier stehen wie zwei warnende Finger die Stammreste von ehemaligen Buchen. Bestückt mit Pilzen und durchbohrt von Löchern jeglicher Größe. Noch 200 Meter und ich habe meinen Ausgangspunkt wieder erreicht. Ein herrlicher Waldstreifzug war nun zu Ende gegangen.
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2 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 30.01.2012 | 08:48  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 30.01.2012 | 10:13  
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