Illumination mit Ärgernissen

Hunderte Nordhäuser und viele Gäste aus der ferneren Umgebung hatte es am Freitag, 15.7.2011, zum Kunsthaus Meyenburg gezogen. Von dort aus sollte um 21. 30 Uhr ein kostenloser Shuttle-Bus nach Neustadt fahren. An der Nordhäuser Talsperre inmitten des Südharzwaldes sollte das diesjährige Harzfest mit einer Lichtillumination und Dudelsackklängen feierlich eröffnet werden. Sollte ...

Die Absicht war eine hehre, doch die Umsetzung geriet mehr und mehr zum Ärgernis. Schon am Kunsthaus blieben -zig enttäuschte Nordhäuser zurück. Ohwohl sogar zwei Busse gekommen waren, reichten sie nicht aus, um alle Interessierten nach Neustadt zu bringen. Wer in Freude über einen ergatterten Stehplatz schwelgte, wurde enttäuscht. Stehplätze waren aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Folglich mussten alle Stehenden die Busse wieder verlassen.

Ärger und Wut war den Zurückgebliebenen deutlich anzusehen. - Verständlich!

Verstärkt wurden die negativen Emotionen bei denen, die mit ihrem Privatfahrzeug zum Kunsthaus gekommen waren und nun selbst nach Neustadt fuhren, um dort - wie per Flyer als Alternativangebot offeriert - in einen der kleinen Pendelbusse/-transporter zur Talsperre umzusteigen. Schon kurz nach Ankunft der offiziellen Bus-Shuttles aus Nordhausen war auch der Pendelverkehr erschöpft. Viele enttäuschte Menschen blieben nun in Neustadt zurück, konnten nicht mehr zur Talsperre gelangen.

Diejenigen, die es bis zur Talsperre geschafft hatten, sahen ein beeindruckendes Szenario: Die sonst gesperrte Staumauer war mit Fackeln bestückt und durfte begangen werden. Imposante Bilder bot der Blick in die Tiefe. Die "Sondershäuser Pipes & Drums" versetzten die Kulisse mit ihrem Dudelsackspiel in schottische Klangwelten. Pünktlich gegen 22.30 Uhr begann die Illumination der Staumauer, die sich nun in einem bunten Farbspiel zeigte.

Gegen 23 Uhr eilten viele Zuschauer wieder zu den Pendelbussen/-transportern. Ob alle, die mit den großen Shuttle-Bussen noch weiter nach Nordhausen wollten, wieder an den Ausgangspunkt Kunsthaus gelangten, ist nicht bekannt. Hier hatte die Organisation ihre Schwächen. Besser wäre gewesen, die Nordhausen-Fahrer an konkrete Abfahrtzszeiten und eigens für sie bestimmte Fahrzeuge zu binden.

Denn: Da mit den Pendenbussen auch diejenigen Zuschauer zurück nach Neustadt fahren konnten, die zuvor zu Fuß zur Talsperre gewandert waren, war nicht auszuschließen, dass etliche Nordhäuser nicht rechtzeitig zum Shuttlebus gelangen konnten...

So bleibt bei allem guten Willen, einem kostenlosen Service und einer tollen Idee für ein außergewöhnliches Spektakel ein sehr bitterer Nachgeschmack bei all denen, die großes Interesse gezeigt hatten, pünktlich gekommen waren und dann so sehr enttäuscht wurden. Für sie war das Harzfest zu Ende - bevor es überhaupt begonnen hatte.
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 31.07.2011 | 22:13  
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