In Erfurt aufgetauchtes Filmkleid aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" jetzt auf Schloss Moritzburg zu sehen

Das original Filmkleid, das die Dame im Hintergrund trägt, ist auf verschlungen Pfaden in Erfurt wieder aufgetaucht. (Foto: DEFA / Barrandov)
 
Anne Palmowski (hier in der Ausstellung auf Schloss Moritzburg) bewies ein scharfes Auge. Sie erkannte ihr Kleid, das sie auf einem Mittelalterfest trug, im Kultfilm wieder. (Foto: Foto: privat)
Moritzburg: Schloss |

Erfurter Familie bereichert Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" auf Schloss Moritzburg mit einer seltenen Leihgabe

An die Spitze der „Berühmtesten Filmkleider aller Zeiten“ wird es dieses Gewand wohl nicht schaffen. Zu unbedeutend die Trägerin. Zu schwer der Stoff. Zu klein die Nebenrolle. Trotzdem zieht es jetzt alle Blicke auf sich. Nicht am Körper einer Schauspielerin, sondern hinter Glas und gut gesichert. Als Originalkleid aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist es erstmals auf Schloss Moritzburg zu sehen. Entdeckt wurde es erst 40 Jahre nach Ende der Dreharbeiten – in Erfurt.


Die Ersteigerung 2004

„Das Kleid ist robust, schön geschnitten und solide verarbeitet – es lässt sich auf jedem Mittelaltermarkt tragen.“ Genau das sind die Gründe, die Frank Palmowski handeln lassen. Damals im Jahr 2004 zur Kostümversteigerung im Theater Erfurt. Die ganze Familie ist historisch interessiert, und dieses Stück scheint für ihr Hobby geeignet. Er bietet mit und erhält den Zuschlag. „Ich glaube, für 35 Euro“, er weiß es nicht mehr genau. Egal. Das Gewand landet im Familienbesitz und wird erst einmal gut verstaut. Denn es wiegt ein paar Kilo. Es zu tragen ist beschwerlicher, als gedacht.


Eine verblüffende Entdeckung

Welche Kostbarkeit in ihrem Fundus schlummert, entdecken Palmowskis erst Jahre später. „Genau genommen war es unsere Tochter Anne, die ein scharfes Auge bewies“, erzählt Frank Palmowski. Für ein Mittelalterspiel schlüpft sie 2013 in das Kleid. „Als wir dann zu Weihnachten ‚Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘ ansahen, rief sie aufgeregt: Da! Das ist doch mein Kleid!“ An einer Dame auf dem königlichen Hofball erkennt sie es wieder. Der Vater bleibt zunächst skeptisch: „So ein Glücksgriff, das schien unwahrscheinlich.“ Anhand zigfach vergrößerter Bildschirmkopien vergleicht er Details, nimmt Muster, Nähte und Verzierungen unter die Lupe. Am Ende die erstaunliche Gewissheit: Es ist das Filmgewand, auch wenn es im Laufe der Jahre einige Veränderungen erfuhr. Beispielsweise ersetzt heute ein gelbes Band die goldenen Verzierungen im Gürtel und am Ausschnitt.

Auf verschlungenen Pfaden

Mit der Obergewandmeisterin des Theaters geht Frank Palmowski auf Spurensuche. Er will wissen, wie und wann das Kleid nach Erfurt fand. „Aber leider lässt sich das nicht mehr nachvollziehen“, bedauert er. Zu DDR-Zeiten brachten Gastschauspieler oft Kostüme mit. Vermutlich kam es auf diesem Weg aus dem Babelsberger Fundus nach Thüringen. Ein Einnäher im Kostüm aber belegt dessen letzten Theatereinsatz: 1999 und 2000 trug es eine Statistin im Sommertheaterstück „Romeo und Julia“.

Als Familie ­Palmowski ihren Fund 2014 im Gästebuch einer Fanseite öffentlich macht, weckt sie das Interesse der „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“-Anhänger. Zu sehen ist das Kleid jetzt in der neuen Ausstellung zum Kultfilm auf Schloss Moritzburg, einem der Drehorte. Als eines von fünf Originalkostümen spielt es in bestem Licht endlich die große Rolle.

Impressionen von der neu konzipierten Ausstellung 2015/2016

Winterausstellung

Schloss Moritzburg, Winterausstellung zum Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, bis 28. Februar 2016

Zu sehen ist der Weihnachtsfilmklassiker in diesem Jahr bis 26. Dezember 18 Mal: die Sendetermine
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 09.12.2015 | 13:47  
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