INKAAFMART - das war der Knüller

  Nordhausen: Stadtzentrum | Nordhausens liebste Vier haben zur Eröffnung des Rolandsfestes einmal mehr den Vogel abgeschossen. Legten sie im vergangenen Jahr den "Grundstein fär nüscht", überraschten sie diesmal mit einem Präsent im XXL-Format.

Nachdem Moderator Olaf Schulze am Freitagnachmittag den legendären Dinner-for-one-Satz in seiner Abwandlung "It's not the same procedere as every year" verkündet hatte, ließen zwei emsige Assistenten der Roland-Gruppe erahnen, dass wirklich etwas anders sein würde. Sie trugen ein verhülltes Etwas auf die Bühne, das nichts Gutes ahnen ließ.

Roland, Hexe, Professor Zwanziger und der alte Ebersberg betraten die Bühne und ließen sich von mehreren hundert Nordhäusern und Gästen auf dem Rathausplatz stürmisch begrüßen.

Doch dann wurde es ernst: Es war wirklich anders als im letzten Jahr, denn einer fehlte - Jochen Napiralla. Der Mann, der 33 Jahre lang die Rolle des Ebersberg verkörpert hatte, hatte den Kampf gegen seine heimtückische Krankheit verloren. "Du warst und bleibst ein wirkliches Nordhäuser Original, lieber Jochen", rief der sonst so lustige Zwanziger mit bewegter Stimme und Blick in den Himmel. Niemand enthielt sich des Beifalls für den unvergessenen JOHEN NAPIRALLA!

Doch es wäre ganz im Sinn des Alt-Ebersbergs gewesen, dass der Roland und sin Konfiefchen die städtische Politik im Auge hatten und nun dringend einige Fragen stellen mussten:
Beispielsweise die nach dem Verschwinden des "Grundsteins fär nüscht". Ewig habe er an der geplanten Baustelle gelegen, bis kurz vorm Feste. Nun sei er fort. "Ob da wohl nicht uns Inge Klaan die Hände mit im Spiel hat?", stellte die Hexe fragend in den Raum und bat alsbald die "verdächtige" Bau- und Wirtschaftsdezernentin auf die Bühne.

Mit der Feststellung, dass die Stadtobersten am längsten an das neue Einkaufszentrum glaubten, enthüllte die Rolandgruppe ihr Mitbringsel.
"INKAAFMART - endlich bäste do!" lautet die Inschrift am "mobilen, spekulantenunabhängigen Einkaufszentrum" en miniature, das die vier Stadtoriginale an Inge Klaan übergaben. "Damit Ihr es weiter immer vor Augen habt und d'ran glaubt!"
Mit seinen 600 Jahren glaubt der Roland nicht mehr ans geplante Einkaufsparadies. "Und selbst, wenn ich noch 600 Jahre auf dem Buckel habe, wird es kein Einkaufszentrum am Pferdemarkt geben", mutmaßte er.

Kritisch beäugten die Vier auch die Kulturbibliothek, die man nun schnelle in Mehrzweckgebäude" umgetauft habe, sicher der Kosten wegen. Mit dem zu erwartenden Geldfluss verband die Hexe auch die Hoffnung auf ein öffentliches WC.
"Na ja", beruhigte sie sich und ihre Kumpanen "bei den Honoraren (450.000 Euro) für die Planer von den drei Großbaustellen Flohburg, Blasiikirchplatz und Kulturbibliothek werden die doch wohl ein richtiges WC nicht vergessen. Oder meint ihr, die stellen uns ein Dixi-Klo hin?"
Als "richtiges WC" hatten die Männer an Hexens Seite schon den "Beton-Bunker" an der Flohburg ausgemacht. "Das ist ein WC, da kannst Du jedes Dixi-Klo vergessen!", scherzten sie.

Mit einem historischen Rundfahrweg verglichen sie die Umfahrung des Areals Bäckerstraße. Die schüttele einen richtig durch und führe an reichlich Müll und Geröll vorbei. Wohlstand brachten die Vier für die drei Großbaustellen ins Gespräch. Ob die denn alle sein müssten und man nicht lieber anstelle mancher Gebäude schöne Spielplätze für die Kinder errichten sollte?, fragten sie in die Menge.

OB Barbara Rinke, die schließlich den Stadtschlüssel hergab, entkräftete den Vorwurf, dass für die Kinder kein Geld da sei, und verwies auf 20 Millionen, die in den letzten drei Jahren in Schulen und Kitas geflossen seien, und auf die neue Spielplatzkonzeption, die man ab 2012 umsetzen werde, wenn der Stadtrat sein OK. gebe.
"Natürlich wäre mir das Areal Bäckerstraße als großer Abenteuerspielplatz für die Kinder lieb. Das kann ich mir sehr gut vorstellen - als Zwischenlösung", fügte Barbara Rinke ein und forderte die Nordhäuser Blasmusikanten mit dem Festmotto auf: "Und nun frisch aufgespielt!"
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