Kleider machen Charaktere

Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley zeigt das blaue Kleid, das Christel von der Post auf dem Ball tragen wird. Das Kleid im Hintergrund ist für Baronin Adelaide bestimmt.

Kostümbildnerin Elisabeth Stolze-Bley schmückt mit ihren Kleidern die Charaktere am Nordhäuser Theater – auch für die Operette „Der Vogelhändler“

Schößchen-Jacke, schwingender Rock und Wespentaille – so fesch wie die Christel von der Post selbst, ist auch ihre Dienstuniform. Entworfen hat sie Elisabeth Stolze-Bley. Wie all die anderen Kostüme für den „Vogelhändler“, der derzeit am Theater Nordhausen läuft.

 Seit 36 Jahren arbeitet die studierte Modedesignerin hier als Kostüm- und Bühnenbildnerin. Es ist ihre zweite Vogelhändler-Inszenierung. Nummer eins ging im Jahr 1994 über die Bühne. Doch die früheren Entwürfe hat sie erst gar nicht vom Dachboden geholt: „Von alten Ideen muss man sich völlig lösen. Jeder Regisseur hat eine andere Sicht.“

 Die Vorstellungen von Regisseur Achim Lenz erfuhren sie und Bühnenbildner Bernhard Niechotz bereits im April. „Wir schauten uns alte Verfilmungen der Operette an. Genau diese Ästhetik wollte er haben.“ Alles soll authentisch sein, Tiroler Lebensart vermitteln. „Ich konnte gestalterisch aus dem Vollen schöpfen“, freut sich Elisabeth Stolze-Bley. „Bei einer Operette will man dem Publikum ja was fürs Auge bieten.“ Also gibt es ­Lederhosen für den Vogelhändler Adam aus Tirol und für das Ballett, Dirndl für die Damen, Festroben für die ­Kurfürstin und die Baronin.

 Mit Zeichen­stift, Aquarell und Kreide bringt Elisabeth Stolze-Bley die Ideen auf DIN-A3-Papier. Meist zeichnet sie zu Hause. Sie braucht die Ruhe, den Blick nach draußen und vor allem ihren riesigen Arbeitsplatz. „Ich breite mich immer sehr aus“, liefert sie lachend die Begründung.

 Die Figurinen – so werden die Zeichnungen genannt – sind Arbeitsgrundlage für die Schneiderei. Danach werden Schnittmuster entwickelt, Stoffe bestellt, Kleider genäht. So war es auch bei ihrem bisher aufwendigsten Stück – dem Musical „Aida“, das gerade sehr erfolgreich am Nordhäuser Theater läuft. „Dafür haben wir 130 Kostüme geschaffen. Sowohl von der Anzahl, als auch von der Opulenz war das wohl das größte“, sagt sie und denkt schon an die nächste Inszenierung. Während Vogelhändler Adam noch singt: „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, summt Elisabeth Stolze-Bley bereits : „Singin‘ in the rain“. Das Musical ist für März 2014 geplant und fordert jetzt ihre Fantasie.

„Der Vogelhändler“, Operette von Carl Zeller
» Aufführungen: 29. November, 7., 15., 18., 20. und 31. Dezember
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