Mein Museum: Tabakspeicher Nordhausen

Schöne Gefäße für den Priem: Kautabaktöpfe erinnern im Tabakspeicher an jene Zeit, in der Nordhausen das Zentrum der Kautabakproduktion war. Jährlich treffen sich hier Sammler aus ganz Deutschland mit ihren Topf-Raritäten.
Nordhausen: Museum Tabakspeicher |

Priem, Schnaps und Kaffee: Die Nordhäuser verstanden es schon immer zu genießen, wie das Museum Tabakspeicher zeigt. Eine Empfehlung von Jürgen Rennebach.

Was gibt‘s Musehenswertes?
Das Museum Tabakspeicher in der Nordhäuser Altstadt beherbert sowohl archäolo­gische Funde als auch gelebte Handwerks- und Industrie­geschichte. Auf über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche reihen sich Zeitzeugnisse aneinander, die für die Region typisch sind.

Woran führt kein Weg vorbei?

Brennereien und Kautabak­fabriken haben Nordhausen einst berühmt gemacht. Entsprechend groß ist der Raum, den diese Gewerke einnehmen. Es wird veranschaulicht, wie Kautabak entstand – auch Priem genannt. Tabak­blätter wurden zu ­Schlunzen gerollt, in Soße getunkt und geschnitten. Wer mag, kann die schwarze Soße sogar kosten.

Museums-Vielfalt:

Brauerei, Böttcherhandwerk und Tapetendruck werden ebenso thematisiert wie das Post- und Fernmeldewesen und der Fahrzeugbau. Das ausgestellte Dreirad-Auto­mobil ist eine echte Rarität.

Museum zum Anfassen:

Schreiben wie die Mönche, Papierschöpfen, Tag der Sinne, Museum bei Nacht – Aktionen wie diese lassen kleine und große Besucher die Historie auf spannende Weise nach­erleben.
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Außer der Reihe:

Sonderausstellungen sorgen immer wieder für Aha-Effekte. 2017 ist eine Ausstellung über Schreber­gärten geplant. Eine zweite wird sich der Geschichte des Speiseeises widmen.

Ihr liebstes Stück?

Wenn ich mich entscheiden muss, dann für den histo­ri­schen Kugelkaffeeröster. Der ist über 110 Jahre alt und funktioniert noch top. Mehrmals im Jahr röstet ein Fachmann eigens aus Hamburg georderten Kaffee vor großem Publikum. Das duftet bis zum Rathaus.

Sind auch Kinder ­museumsreif?

Unsere museumspädago­gischen Angebote werden gern genutzt – von der Museumsrallye bis zu „Mathematik mal anders“. Da geht es um alte Maßeinheiten, Gewichte und Waagen – und die Kinder staunen.

Museums-Rundgang:

Anderthalb bis zwei ­Stunden sollten Besucher für den Rundgang einplanen. Angeboten werden auch Führungen zu speziellen Themen oder für verschiedene Zielgruppen – beispielsweise für Groß­eltern und Enkel.

Das muss gesagt werden:
Wer eine Veranstaltung oder Feier im historischen Ambiente plant, kann sich im Museum einen Raum mieten. Im Kinosaal sind sogar Trauungen möglich – mit Musik vom Grammophon.

Daten:
Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20, 99734 Nordhausen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr,
Telefon 0 36 31 / 98 27 37
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