Meine Sonntagstour zum Bärlauch

    Meine Sonntagstour zum Bärlauch
Auch das ist noch Südharz und Karstlandschaft, die Landschaft zwischen den Bergen und Nordhausen bzw. der Goldenen Aue. Heut war es sommerlich warm, also nur leichte Kleidung aber feste Schuhe einige Beutel ein Messer und mein Hund darf natürlich auch nicht fehlen und los ging es. Die Nebenstraße in Richtung Süden ins Gewerbegebiet, (eigentlich müsste es Solarzellen-Gebiet heißen oder ähnlich), runter, über die B4 den Radweg entlang ins Ochsenloch. Es sollte ja noch weitergehen bis ins Harzfelder Holz oder wie die Ilfelder sagen, ins „Harzunger Hölzchen“ und dann wieder zurück.

Aber der Reihe nach. Es war das herrlichste Märzenwetter an das ich mich erinnern könnte, so warm war es und ein leichter Wind strich durch das Tal aus den Bergen kommend. Bei diesem Wetter da geben diese großen „Foto-Voltige-Anlagen“ bestimmt viel Strom ins Netz, war so mein Gedanke. Am „Track Stopp“ saßen die Leute draußen und tranken ihren Kaffee. Die B 4 wurde überquert und es ging auf dem Radweg weiter, über die Rosenstegbrücke hinein ins Ochsenloch. Hier am Mundloch I. der „Langen Wand“ saßen zwei Radfahrer auf der von uns aufgestellten neuen Sitzgruppe, und machten Rast.

Der Weg führte hinein in den Talgrund, aber etwas oberhalb des alten Hohlweges. Nach wenigen Metern, beginnt links der Aufstieg des „Harzer Sagenpfades“ mit den gefilzten Figuren. Rechts im Grund der alte Hohlweg, welcher der Zufahrts- und Transport- weg aus dem alten Alabastersteinbruch war. Unser Weg führt uns parallel dieses Weges direkt in das Gelände dieses alten Bruches. Dieses Gelände hat für mich etwas Faszinierendes an sich. Im Grund verläuft ein alter Bachlauf, welcher inzwischen als Bachschwinde abgetaucht ist, welcher dann in einer Doline einem Erdfall ganz verschwindet. Vor mir steile Berghänge mit halsbrecherischen Fahrspuren von Großfahrern. Die Hänge enden meistens vor den Felswänden des alten Steinbruches, immer wieder gibt es seitliche Bergeinschnitte welche zu den ehemaligen Abbaustellen führen. Schlanke hohe Laubholzbäume meist Esche und Ahorn, durchsetzt mit einzelnen Rotbuchen und Eichen. Diese schlanken, hohen Bäume zaubern hier in diesen Kessel eine besondere Atmosphäre hinein. Selbst hier in diesen Talkessel hat der Frühling schon Einzug gehalten.

Die Weißdornbüsche haben schon die ersten grünen Blätter ausgetrieben. Auf dem Waldboden, blühendes Lungenkraut, Anemone in Weis und Gelb, überall treibt und sprießt es das erste Grün hervor, so dass ein grüner Teppich entsteht. Hier und da ein gefallener morscher Baumstamm oder Ast, all dieses vermittelt etwas von eigentümlicher Natur und erinnert an einen Urwald. Über dem Erdfall auch ein solcher gefallener Baumstamm halb vermodert halb aufgefressen von in ihm lebenden Insekten und aufgemeißelt von Spechten und anderen Vögeln, welches die Löcher im Holz zeigen. Nun klettere ich linker Hand zwischen zwei Abbruchwänden den Hang hoch. Steht da nicht im warmen Laub in der Sonne schon Waldmeister welcher mir entgegen lächelt. Ich kann nicht wiederstehen und pflücke mir ein Sträußchen zum mitnehmen. Oben angekommen trete ich aus den Wald hinaus und schaue ich ersteimal in die Runde über das Hügelland des Vorharzes hinüber zu den Bergen.

Vom Taleinschnitt des Ilfeldertals hinüber zu den Bielsteinklippen im Gottestal, wandert mein Blick weiter am Falkenstein entlang bis hinüber zur ehrwürdigen Burgruine des Hohenstein welche über Neustadt thront. Ganz rechts im Osten ist der alte Bergfried der Ebersburg über der Waldgrenze sichtbar.
Wir überqueren die stark ausgewinterte Rapsfläche und tauchen drüben in das Harzunger Wäldchen ein. Hier in diesem Wald dominiert die Rotbuche jeden Alters. Silbrig grau glänzen die Stämme der Buchen im Sonnenlicht und der Waldboden ist bedeckt mit einem vielfältigen Blumenmeer aus Leberblümchen, weißen und gelben Buschwindröschen, Lungenkraut, Scharbockskraut. Dazwischen immer wieder Inseln aus trockenem Laub und Reisig vom Holzeinschlag und große Grünflachen von Bärlauch und einer anderen grünen Pflanze deren Namen ich vergessen habe. Der Wald ist hier so bunt und Vielseitig wie ein Osternest, sogar ein einzelner Märzenbecher steht da vor mir.

Ein schwerer Duft von Veilchen liegt mit einmal in der Luft, herüber geweht von einer großen Stelle Veilchen am Berghang. Wir durchstreifen das hügelige Waldstück des Harzfelder Waldes bis zur Ostkannte. Hier grüßt uns der kleine Ort „Harzungen“ herüber und von links mit seiner hohen Kirchturmspitze der Kurort Neustadt.

Dann erweckt ein merkwürdig gebogener Ast meine Aufmerksamkeit. Er erinnert mich an ein Hirschgeweih eines Geisterhirsches, aber es ist nur ein Kiefernast. Ich pflücke mir den Bärlauch auf einer großen wiesenähnlichen Fläche in meinen Beutel. Nun schlagen wir einen Bogen gehen etwas ins Tal und gehen im Wald nahe des Waldrandes zurück. Hier sind dicht am Weg einige alte Alabaster Stollen vorhanden, welche zum Teil zugemauert sind. In diesen Mauern sind Löcher vorhanden damit die Fledermäuse in die Stollen einfliegen können um dort zu Überwintern.

Wir treten hinaus aufs Feld und folgen einem Trampelpfad durch den Raps, links in den Büschen ein alter Erdfall, rechts eine breite Traktorspur, welche wir weiter als Weg nutzen. Da ein merkwürdige Geräusch, oh ein Heißluftballon schwebt vor uns am Himmel vor den Bergen. Es schwebt an uns vorbei in Richtung Nordhausen und in wenigen Minuten ist er schon südlich von uns über der Kreisstadt.
Nun sind wir auf den Fahrweg im Tal angekommen und bleiben nun auf diesem Weg zwischen den Feldern. Unser Weg geht nun immer in Richtung Westen, vorbei am Ochsenloch und dem Aufgang zum Südharzer Sagenpfad bis zur Rosenstegbrücke. Hier kann „Poldi“ mein Hund erst mal frisches Wasser saufen, dann geht es über die Behrebrücke und gleich rechts am Zaun der Bergsicherung entlang.

Zwischen Bergsicherung und Behre, vorbei am Geopunkt „Lange Wand“ mit dem Hanganschnitt weiter in Richtung Besucherbergwerk. Hier in diesen schmalen Waldstreifen neben dem kleinen Flüsschen gibt es auch immer etwas zu beobachten. Dann haben wir die neue Brücke zu Bergwerk erreicht. Von hier geht es nun durch den Ort nach Hause wo der Sonntagskaffe auf uns lauert. So ging unserer Sonntagsausflug bei fast einem Wetter wie im Mai zu Ende, nur dass es noch nicht so grün war. „ Es war wie im Mai`e , nur nicht so Grün!“ > wie man bei uns so sagt <
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16 Kommentare
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 26.03.2012 | 00:09  
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.03.2012 | 01:17  
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Ulf Wirrbach aus Gotha | 26.03.2012 | 07:24  
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Karin Jordanland aus Artern | 26.03.2012 | 14:24  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 26.03.2012 | 17:10  
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Karin Jordanland aus Artern | 26.03.2012 | 20:44  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.03.2012 | 22:02  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 26.03.2012 | 22:24  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.03.2012 | 22:27  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 26.03.2012 | 22:33  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 26.03.2012 | 22:47  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.03.2012 | 23:10  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 26.03.2012 | 23:21  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 26.03.2012 | 23:28  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.03.2012 | 23:28  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 27.03.2012 | 09:29  
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