„Netzkater“: Abriss läuft

Seit dieser Woche gräbt sich die Baggerschaufel ins Gebäude. Die marode Bausubstanz ist nicht mehr zu retten. Dach- und Obergeschoss sowie Nebengelass werden abgerissen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit (Lage an der B 81) erfolgt der Abriss von der Rückseite aus.
Ilfeld: Ausflugslokal "Netzkater" | Nach Jahren des Verfalls kommt jetzt Bewegung in das einst beliebte Ausflugslokal an der B 4/B 81

Es war das Ausflugsziel, das bis zur Wende Wanderer und vor allem Kin
der begeisterte. Denn: In einem großen Glaskasten war ein ausgestopfter Wildkater zu sehen. Respektvoll betrachteten ihn die meisten Knirpse. Auch deshalb, weil man ihn im Netz gefangen hatte und er wohl sehr gefährlich gewesen sein musste...

Kaffee und Kuchen, Suppe, Würstchen und vieles mehr gab es bis 1989 bei Familie Liesegang, die das Objekt als Gaststätte und Leuna-Ferienheim betrieb. Dann war Schluss. Aus Alters- und Gesundheitsgründen gaben sie 1990 alle Geschäftigkeit auf und beschlossen den Verkauf. Was niemand ahnte: Durch die Nichtbewirtschaftung war eine Weiterführung des gastronomischen Betriebes verwirkt. Zweiter Grund: Der „Netzkater“ lag in einer Trinkwasserschutzzone.

Dieser Status wurde erst 2006/07 aufgehoben. Dennoch gab es keine Genehmigung für Veränderungen im Sinn einer gewerblichen Umgestaltung und Nutzung als Imbiss; weder innen noch im Außenbereich. Für Wasser und Abwasser hätten neue Leitungen bis zum Standort „Gänseschnabel“ nahe Ilfeld verlegt werden müssen. Die Kosten hätten die Millionen-Grenze schnell erreicht. Damit war der „Netzkater“ nicht mehr sanierungsfähig.

„Irgendwie kriege ich das hin“, sagte sich Uwe Schaumann, als er das Grundstück samt Haus und Nebengelass 1999 kaufte. Obwohl ihm Experten geraten hatten: „Lass die Finger davon!“, gab er einen B-Plan in Auftrag. Bei positivem Bescheid dürfte nach Vorgaben neu gebaut werden. „Mein Ziel ist es, die oberen Stockwerke abzureißen und auf dem Fundament eine Großgastronomie mit Biergarten und Freilichtbühne zu errichten“, stellt Schaumann perspektivisch in Aussicht.

„Unsere Gemeinde ist froh darüber, dass der ‚Netzkater‘ durch das Vorhaben nach jahrelangem Verfall nun endlich wieder zum attraktiven Einganstor für Ilfeld werden kann“, betonte Bürgermeister René Schröter-Appenroth.

Das gefällt auch Christel und Renate Liesegang, die das Anwesen bis 1989 mit Vater Walter und Mutter Therese betrieben hatten. „Besser, es geht weiter, als dass man eine Ruine anschauen muss“, sind sich die Schwestern einig.

Seine Anziehungskraft hat der „Netzkater“ bis heute nicht verloren. Mit einem Streichelzoo will Uwe Schaumann die Kinder begeistern, mit guter Kost, Konzerten und Tanzveranstaltungen deren größere Geschwister und die Eltern. – Und wenn dann der Wildkater um die Ecke schaut, ist die Welt beinahe wieder so wie sie früher einmal war ...


Lesen Sie auch: "Nicht der Kater im Netz ..."
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4 Kommentare
Thomas Gräser aus Erfurt | 28.09.2011 | 09:19  
2.507
Heidrun Fischer aus Nordhausen | 29.09.2011 | 12:49  
Thomas Gräser aus Erfurt | 29.09.2011 | 13:47  
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Heidrun Fischer aus Nordhausen | 29.09.2011 | 15:52  
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