Novemberzauber - ein Waldspaziergang

  November-Zauber – ein Waldspaziergang

Frost, Nebel und Raureif ließen die Natur erstarren, der erste Schnee deckte alles Grau zu und ließ es in einem silbernen hellen Weiß erstrahlen.
Zeit der Besinnlichkeit, der Hoffnung, Zeit der Märchen und Geschichten. Eine eigentümliche Zeit. Gehen wir hinaus in den Wald, in die Natur und erleben wir diesen Wald mal ganz hautnah.
Wandern wir los, es ist leicht gefroren und der Nebel hängt in den Baumkronen. Unter unseren Füßen knistert das gefrorene Laub des Buchenwaldes. Links am Weg ein letzter Pilz. Der Buchenwald wechselt in Eichenwald über und dann wieder in Mischwald.
Der Nebel wird dichter un lässt aus den Bäumen die seltsamsten Gestalten und Figuren entstehen. Silber bereift sind Gras, Beeren und Büsche, als hätten sie ihren schönsten Schmuck angelegt.
Es geht auf einem mit Reif überzogenen Rasenweg weiter. Wie mit Puderzucker bestreut sieht alles wie eine Märchenlandschaft aus.
Es herrscht frostiges Schweigen im Walde, welches nur durch unsere Schritte gestört wird. Am Weg stehen trockene Halme ganz mit Spinnweben und Reif geschmückt, als hätten sich alle lange, weiße Bärte umgehangen. Nadellose, trockene Fichtenäste liegen am Waldboden und sind mit einem silbernen Tuch aus Spinnweben und Reif zugedeckt. Das wechselnde Wild hat silberne Streifen auf dem gefrorenem Laub hinterlassen. Ebenso hinterlassen wir eine weiße breite Spur auf dem Laub des Weges. Vor uns leuchtet eine silberne Fläche von Himbeerbüschen, Brennnesseln und jungen Buchen ganz erstarrt und mit Reif überzogen. Eine wahre Märchen-landschaft dieser Winterwald. Gespenstisch stehen hier einzelne großen Lärchen auf der Blöße im Nebel. Alles strahlt in einem milchigen, silbrigen Licht, eine eigenartige, stille Atmosphäre aus.
Da raschelt etwas in der Schonung, und vor uns stehen plötzlich, wie aus dem Nichts, zwei Rehe vor uns. So wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder verschwunden. Dieser Märchenwald hat mit seiner Stille etwas Verzauberndes an sich.
Die Umgebung erscheint im silbernen Raufrostkleid, als ob alles mit Lametta und Engelhaar behangen wäre. Einzelne Bäume stehen da, als wären sie schon zum Fest geschmückt. Fast lautlos wandern wir auf dem Rasenweg weiter. Es scheint so, als ob die Natur nicht gestört werden wollte. Wir wandern schweigenden durch den Mischwald. Wie ein Hexenhäuschen steht links am Weg eine Schutzhütte. Gegenüber, der Teich liegt stumm und starr unter einer leicht milchigen Eisdecke. Kaum hörbar murmelt der Bach über die Steine ins Tal. Wir folgen dem Bach ins Tal bergab. Der Wald ist hier sehr abwechslungsreich, vom Jungwuchs bis zu ganz alten, starken Bäumen. Die alte Fichte und die knorrigen Buchen könnten sicher viel berichten aus vergangenen Zeiten. Diese vier uralten Knorr -buchen sehen aus, als kämen sie aus einer anderen Zeit, oder gar aus dem Märchenland. Es fängt nun noch leicht zu schneien an. Die Stille, die uralten Bäume, der leichte Schneefall, irgendwie so richtig feierlich. Leuchtet dort nicht schon neben der Alten Försterei mitten aus dem Wald ein Christbaum mit seinem Lichterglanz zu uns herüber. Eine Wanderung durch eine Andere, durch eine märchenhafte Welt geht zu Ende. Noch wenige Meter und die Menschheit mit seinem Trubel und der Hektik haben uns wieder. Ich führte Sie mal durch einen noch herbstlichen Winterwald, oder schon durch einen Weihnachtswald? Um so etwas zu erleben, braucht man Romantik und Phantasie, ein offenes Herz und die unmittelbare Nähe der Natur und zur Schöpfung Gottes.

(Stark gekürzt,
aus meinen Wanderbeschreibungen)
Manfred Kappler
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