Unsere Karfreitagstour: auf dem Harzer Hexen Stieg unterwegs

Auf dem Harzer Hexen Stieg unterwegs
 
Am Parkplatz Wendefurter Staumauer
 
Wendefurt mit Bodeabfluß
Unterwegs auf dem "Harzer Hexen Stieg" von Wendefurt bis Neuwerk (Rübeland) und zurück.

Unterwegs auf dem Harzer Hexenstieg. Am Karfreitag ging es mal auf dem Harzer Hexen Stieg entlang, von Wendefurt nach Neuwerk (Rübeland). Es war eine sehr abwechslungsreiche, vielseitige aber auch interessante Tour. Mit dem Auto ging es nach Wendefurt zum Parkplatz an der Talsperre. Wir nahmen unsere Nordic Walking Stöcke zur Hand und los ging es über die Staumauer in den Wald hinein. Hier mussten wir erst mal sehen wo der Weg eigentlich hoch ging. Aber es war alles sehr gut ausgeschildert, mit Wegemarken und aufgemalten Harzer Brockenhexen in einem Kreis.

Nach einigen Metern standen wir an einem Ausblick auf die Wendefurter Sperranlage. Nun mussten wir feststellen, dass kaum Wasser in dem Staubecken war. Das Wasser hat man abgelassen weil an dem Pumpspeicherwerk Reparaturarbeiten nötig sind. So fließt nur das normale Bodewasser in dem alten Flussbett dort hindurch. Hier steht auch ein Stempelkasten der Harzer Wandernadel. Auf schmalen Pfad ging es weiter. Dann war doch plötzlich ein Schild, „Umleitung wegen Holzeinschlag“. Somit war der normale Weg wegen der Einschlags Arbeiten gesperrt. Heut ist Feiertag, da wird nicht gearbeitet und wir als Harzer werden doch wohl durch einen Holzschlag kommen.

Dann kamen wir um eine Kurve und sahen das Spektakel, die Bäume kreuz und quer alles übereinanderliegen um geschnitten. Starke Rotbuchen, Bergahorn, Eiche und Fichte alles lag da durcheinander, jedes Mal zu Haufen aufgetürmt. Wo geht denn nun eigentlich der Weg lang, rechts oder links, war die Frage. Wir mussten nach links durch diesen großen Wirrwarr. Na ja, da müssen wir mal sehen wie wir da durchkommen. Jedenfalls haben wir uns dort durch gekämpft. Es ging mal über und mal unter den Stämmen und Ästen lang. Wir versuchten auch soweit es möglich war den Weg dort lang zu gehen wo es am einfachsten war. Dabei ging es dann mal den Hang Hoch und mal runter und dann hatten wir es geschafft.

Eine kostenlose Fitnisstunde ist auch nicht schlecht. Der Waldweg war durch die Arbeiten etwas aufgefahren aber noch gut passierbar. Dann ging es links steil bergab ins das Tal der Kelten Bode, welche vom Brocken über Mandelholz, Königshüte, Rübeland hier nach Wendefurt fließt. Hier im Tal, in der Flussnierderung eine ganz andere Landschaft, viele Büsche und Sträucher in der Hauptsache Haselnußbüsche. Am Fluss breite Streifen von getrocknetem Flussschlamm. Das angestaute Wasser reicht bis hier hoch kurz vor den Ortsteil Neuwerk. Dann wieder ein Schild „Bei Hochwasser Umleitung“! Es war wenig Wasser und so blieben wir am Fluss.

Dann erneut eine Wegsperre, so dass wir normaler Weise den Hang wieder hoch gemusst hätten und dann wieder hinunter. Aber wir entschieden uns da es sehr trocken war doch unten am Fluss weiter zu gehen. Wir kamen gut voran, denn die sonst sumpfigen Wegstellen waren sehr gut ausgetrocknet. Dann kamen wir wieder auf den normalen Weg, des Harzer Hexen Stieges. Es ging in der Flussaue weiter. Dann eine gelbe „Dennerttanne“ „Schieferholz“ Hier waren also Schieferbrüche gewesen. Eine weitere Tafel verriet uns, dass hier mal eine alte Mühle gestanden hat. Da tauchte dann ein Rastplatz mit einer Schutzhütte auf. Auch hier wieder eine Dennerttanne mit der Information auf den „Diabas-Steinbruch“, welches ein ganz hartes Gestein ist. Dieses Gestein ist hier im Tal verarbeitet worden zu Schotter und dann aus dem Tal auch abtransportiert worden.

Von diesen Transporten zeugen noch heute alte Mauern, ein alter Brückenpfeiler mitten in der Kalten Bode. Dazu zählt auch der ehemalige Schrägaufzug von welchem noch das Unterteil für die Loren vorhanden ist. Im Weg finden wir noch einige Eisenschwellen eines Schienenweges und eiserne Platten und Pfosten welche den Weg absichern. Sie treffen im Harz fast überall auf bergmännische Tätigkeiten.

Noch nach dem Krieg wurden hier in den Orten noch große Herden von den braunen Harzziegen mit dem schwarzen Rückenriss gehalten. Rübeland sowohl auch Neuwerk hatten jeden über 50 Ziegen welche dann im Sommer zu Bergweide ausgetrieben wurden. Diese Ziegen fanden hier in der Bode Niederung natürlich eine gute Futtergrundlage. Diese Ziegen waren die Lebensgrundlage der Harzer Menschen und Bergleute.
Der Frühling hat auch hier im Bodetal schon Einzug gehalten grüne Blattspitzen und saftiges Gras sprießt über all und hier blühen schon die Himmelschlüsselchen. Jetzt sind auch schon die ersten Häuser der Ortschaft Neuwerk zu sehen.

Der kleine Ort Neuwerk ist ein typischer Harzer Bergbauort, ins Tal gezwängt und bis hoch auf die Berge bebaut. Ein schmuckes Kirchlein im Zentrum und unweit davon steht das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr am Fluss. Schmucke Häuschen und enge Straßen und Gassen. Einigen Häusern kann man die frühere Lebensweise noch ansehen, Stall und Wohnung unter einem Dach, wo die Stallwärme im Winter mit zum wärmen genutzt wurde. Meist ist Stall in eine Garage umgebaut worden. So haben sich die Zeiten geändert.

Wir gehen durch den Ort über die Brücke der Kalten Bode und wandern am anderen Ufer zurück. Hier sitzen einige Angler am Fluss und baden Ihre Würmer, wir fragen noch mal nach dem Weg, welcher uns bestätigt wird. Doch dann das alte Fabrik oder Ferienobjekt eingezäunt mit Stacheldraht und Wegsperren aber offen. Wir gehen hinein und werden von einigen jungen Männern belehrt, dass es ein Privatgrundstück wäre und ein Durchgang verboten sei. Nach einigen Sätzen zeigt man sich Kulant und wir werden durch das Gelände geleitet. Am anderem Ende wiederum eine Stacheldrahtsperre, welche für uns geöffnet wird. Dieses ziemlich große Gelände liegt hier eingebettet zwischen sehr steilen Felswänden und der Kalten Bode. Dieses alles kam uns schon etwas merkwürdig vor.

Wir wandern auf ausgetretenen Pfad an der Bode entlang, versuchen einige Feuchtstellen zu umgehen, doch dann müssen wir doch in den Hang hinauf auf den schmalen abschüssigen Pfad. Es geht mal hoch dann wieder etwas runter, der Hang wird immer steiler. Hier ist schon Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit notwendig. Dann ist der Pfad verschwunden, was nun? Unter rauscht die Bode, also bleibt nur eins, den Hang hochklettern, doch nach wenigen Metern haben wir einige ausgetretene Wildwechsel welche wir als Pfad nutzen können. Wir klettern diesen Steilhang immer weiter hinauf. Doch dann sehen wir einen Messpunkt von der Rappbodetalsperre, dort muss ein Weg sein.

Dann haben wir es geschafft und sind oben auf dem Weg, welchen wir nach links etwas bergab gehen und auf eine Straße kommen. Rechts vor uns im Tal die große Staumauer der Rappbode, also nun rechts entlang auf der Straße weiter. Nicht weit von der Staumauer sahen wir das die Straße zu dieser führte nur sehr tief im Tal. Es hieß nun wieder den steilen Hang hoch steigen bis auf den Kopf. Gesagt und getan, wir hatten nun ja schon unsere Erfahrung darin. Am Hang ging es im Zick –Zack nach oben. Doch dann war es geschafft und wir mehr oder weniger auch. Nun nach links zum Infopunkt der Talsperre und erst einmal etwas Verschnaufen.

Wir hatten es nun schon fast geschafft. Nun ging es runter über den Parkplatz, durch den Tunnel und über die Staumauer, neben der Straße in Richtung Wendefurt. Hier auf den gepflasterten Weg meldeten sich unsere Füße und hatten nicht mehr die richtige Lust. Doch dann kurz vor der Kreuzung zur B81 bogen wir wieder in den Wald ein. Es ging nun wieder auf schmalem Weg etwas steil hinunter ins Bodetal nach Wendefurt. Dann waren wir unten am Parkplatz am Auto angekommen.
An einemVerkaufswagen gab es nun erst einmal ein Fischbrötchen und einen Kaffee zur Stärkung. Wir waren nun 5 Stunden unterwegs gewesen ohne Rast und Einkehr. Für die ca. 18 Km lange Strecke hatten wir 5 Stunden gebraucht, eine lange Zeit, aber was hat das zu sagen, wir sind gut wieder angekommen und uns hat es sehr gut gefallen.
Eine schöne und tolle Tour welche uns Rentnern schon einiges abverlangt hat, aber wir sind sehr zufrieden und auch nach der Tour noch gut drauf, was wollen wir eigentlich noch mehr. Wir haben viel erlebt, gesehen und viel für unsere Gesundheit unternommen, denn der erste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg. Also bis zur nächsten Tour, oder dem Osterspaziergang.
„Frohes Fest.“
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8 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 07.04.2012 | 14:28  
3.878
Karin Jordanland aus Artern | 07.04.2012 | 16:31  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 07.04.2012 | 18:20  
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Renate Jung aus Erfurt | 09.04.2012 | 01:11  
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Hannelore Grünler aus Artern | 11.04.2012 | 02:12  
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