Vom Eindruck zum Ausdruck: Impressionisten und Expressionisten in Nordhausen

Wann? 06.06.2016 bis 11.08.2016

Wo? Kunsthaus Meyenburg, Alexander-Puschkin-Straße 31, 99734 Nordhausen DE
Kunsthausleiterin Susanne Hinsching mit dem Ölgemälde "Junge Frau" (1928) von Antonia Rupflin.
 
La Montagne Sainte-Victoire, Farbaquatinta/Radierung, Paul Cezanne, Impressionismus
Nordhausen: Kunsthaus Meyenburg |

Gegensätze unter einem Dach: Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg zeigt Werke berühmter Maler des Impressionismus und Expressionismus

Man muss nicht in die ­großen Kunstsammlungen von New York, Berlin oder London, um ein Original von Paul Cézanne, Édouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Otto Dix, Paul Klee oder Franz Marc zu sehen. Jetzt zeigt das Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg 80 Werke dieser und weiterer Maler. Und das in einer spannenden Kombination. Die Ausstellung „Impressionisten – Expressio­nisten. Vom Eindruck zum Ausdruck“ vereint die beiden bekanntesten Kunststile der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Stile, die doch so gegensätzlich sind und sich einst bekämpften. „Ihre direkte Gegenüberstellung aber offenbart nicht nur die Unterschiede, sondern auch überraschende Gemeinsamkeiten“, weckt Kunsthaus­leiterin Susanne Hinsching das Besucherinteresse.

Raus aus der Enge des Ateliers


Impressionisten wie Expressionisten lehnten die akademische Malweise ab, die starr an der realistischen Darstellung festhielt, erläutert die Kunsthistorikerin. „Durch die Erfindung der Fotografie hatte sich die reine Abbildfunktion der Malerei ohnehin ­erübrigt.“ Beide Künstlergruppen verbindet daher vor allem der Aufbruch in die Moderne. Sie befreiten die Malerei aus der Enge des Ateliers.


Spiel mit Leichtigkeit und Licht


Die Impressionisten, vornehmlich Franzosen, zogen in die Natur, um mit ihren Pinseln tupfend die Welt ­einzufangen. Sie nutzten die Farbe als ­Träger des Lichts und liebten Pastelltöne. Im Park, auf dem Feld, am See hielten sie den Augenblick fest. Statt viele Worte zu verlieren, führt Susanne Hinsching zu einer Farbaquatinta von Paul Cézanne. „Diese Landschaft ­fasziniert mich immer wieder“, schwärmt sie angesichts des Bergmassivs der Montagne Sainte-Victoire. „Der Berg war Cézannes Lieblingsmotiv, rund 60 Mal hat er ihn gezeichnet.“ Eine Variante hängt nun in Nordhausen. Diese Farben, dieses Licht – unglaublich. Während eines Urlaubs im Süden von Frankreich hat Susanne Hinsching dieses magische Licht mit eigenen Augen gesehen und jetzt findet sie es im Bild wieder.

Die etwas anders Art, sich zu nähern


Nicht nur der berühmte Cézanne, auch andere Maler beeindrucken die Kunsthausleiterin. Zum Beispiel Antonia Rupflin. „Bislang kannte ich die Künstlerin gar nicht, ihr Porträt einer jungen Frau aber zieht mich in den Bann.“ Genau das, betont sie, sei das Spannende an einer so vielfältig bestückten Ausstellung. Zu sehen sind 23 Gemälde und 57 Grafiken von 47 Künstlern aus privaten Sammlungen. Sicher, es sind nicht die berühmten Werke. Doch jedes für sich – vom Ölgemälde bis zur kleinen Radierung – trägt die charakteristische Handschrift seines Schöpfers. Auf diese Weise kann sich der Betrachter dem Künstler auf etwas andere Art nähern und durchaus Neues für sich entdecken. Wie eben das Rupflin-Bild in mintgrün und rosé. Neben der typisch impressio­nistischen Farbgebung spricht Susanne Hinsching vor allem die Stimmung an, die das Porträt widerspiegelt.

Mit Pinselstrichen provozieren


Als harten Gegensatz zeigt sie eine Lithografie des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff. Sein „Frauenkopf“ ist entstellt. „Bewusst rückt er das Hässliche, das Kranke in den Vordergrund“, erklärt die Kunstkennerin. Unter der industrialisierten Welt leidend, rebellierte der in Deutschland entstandene Expressionismus gegen die bürgerliche Ästhetik. Er rückte Benachteiligte der Gesellschaft in den Fokus und wollte vor allem eins: provozieren. Charakteristisch sind die abstrakte Malweise und reine Farben.

Neben den Impressionisten im Erdgeschoss des Kunsthauses und den Expressionisten in der ersten Etage findet der Betrachter in den Foyers Bildpaare beider Richtungen. Eine Einladung zum direkten Vergleich.

Termine:

- Das Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen, Alexander-Puschkin-Straße 31, zeigt die Ausstellung bis zum 5. Juni 2016, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
- Führungen werden am 24. April, 18. Mai und 5. Juni je 15 Uhr angeboten.
- Am 27. April widmet sich die Reihe „Kunst & Kaffee“ dem Expressionismus.

Wie wär's nach der Bilderschau mit einem Bummel in den Kunsthauspark. Dort steht seit März 2016 das Nordbrand-Mammut. Bilder vom Umzug des Urviehs hier
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