Weiterhin Rätsel um Gedenktafel für französisches KZ-Opfer

Rätselhafter Fund: Die im vergangenen August in einem Straßengraben entdeckte Gedenktafel für den französischen KZ-Häftling Raymond Couturier. Foto: Andreas Froese-Karow, KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
Nordhausen: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora |

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bittet die Bevölkerung erneut um klärende Hinweise und Mithilfe

Nordhausen. Die Herkunft der im vergangenen Jahr gefundenen Gedenktafel ist aufgeklärt: Sie wurde 1988 am Ehrenfriedhof in Nordhausen abgelegt. Doch wie gelangte sie 2013 an ihren Fundort in einem Straßengraben an der Hesseröder Landstraße in Nordhausen?

Nach dem bisherigen Stand der Recherchen ist die im vergangenen August entdeckte Marmortafel dem Franzosen Raymond Couturier gewidmet. Geboren am 14. Juli 1925 in Tocane-Saint-Apre, wuchs Couturier in Mensignac auf und arbeitete dort nach seiner Schulzeit als Mechaniker. Wegen seiner Tätigkeit für den französischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung wurde er verhaftet und im Dezember 1943 nach Buchenwald deportiert. Von dort wurde er zur Zwangsarbeit zunächst in ein KZ-Außenlager in Mühlhausen, später nach Dora und Ellrich und vermutlich in die Nordhäuser Boelcke-Kaserne verschleppt. Dort verliert sich seine Spur im März 1945. Er kehrte nicht mehr in seine französische Heimat zurück.

Inzwischen konnte die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Couturiers Angehörige in Frankreich und den Stifter der Gedenktafel ausfindig machen. Es handelt sich um Robert Simon, einen engen Freund von Raymond Couturier. Zusammen mit einer französischen Delegation besuchte er im Juli 1988 die Gedenkstätten Buchenwald, Mittelbau-Dora, Ravensbrück und Sachsenhausen. Am Mahnmahl auf dem Nordhäuser Ehrenfriedhof legte er im Auftrag der Stadt Mensignac die Gedenktafel nieder, da er an dieser Stelle Couturiers Grab vermutete.

Mitarbeiter des Nordhäuser Friedhofes erinnern sich, dass die Tafel im Winter 1988/89 verschwunden ist. Seither gab es keine Spur von ihr – bis zum Sommer 2013, als sie, offensichtlich frisch dort abgelegt, an der Hesseröder Landstraße gefunden wurde. Wo befand sich die Tafel in der Zwischenzeit? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bitten die Bevölkerung um Mithilfe und hoffen auf Hinweise, die den Verbleib der Tafel zwischen den Jahren 1988 und 2013 aufklären können.

Hinweise bitte an:
Andreas Froese-Karow
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 3631 495823
Telefax: +49 3631 495813
Mail: afroese-karow@dora.de

Mehr Infos unter www.dora.de
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