Woffleben - meine Heimatgeschichte

Blick vom Hohenrodt auf Woffleben
Woffleben: Naturpark Südharz | (005) -

Wenn man Felder, Wiesen und Wälder direkt vor der Haustür hat, dann fühlt man sich wohl und möchte seine Heimat nicht verlassen. Gleichwohl kenne ich viele Städter, die das Gleiche über das Häusermeer sagen. Doch haben diese auch eine schöne Aussicht vom Balkon? Wer möchte schon auf Beton blicken, oder den Straßenstaub der Städte gegen das Landleben tauschen?

Stadt - Land - Leben
In einer Zeit, wo Hektik und Stress versuchen das Leben zu bestimmen, sollte der Mensch an seine Ursprünge zurückkehren. Am "Anfang des Lebens" lebte der Mensch auf dem Land in kleinen Siedlungen in und mit der Natur. Immer mehr Menschen brauchten immer mehr Wohnraum und so gibt es heute Megastädte, in denen der Mensch untergeht wie ein Staubkorn.
In der Stadt kann man die Vorzüge von kurzen Arbeitswegen und bequemen Einkaufsmöglichkeiten genießen. Doch sollte man die Vorzüge vom Landleben nicht verachten. Die meisten Häuser gehören auch den Bewohnern und so wird mit viel Herzblut das Eigentum gehegt und gepflegt. Die kleine Dorfgemeinschaft kennt sich noch persönlich. Das geht aber inzwischen auch verloren und so bleiben nur die Kontakte durch Nachbarschaft und/oder Vereinsmitgliedschaft.
Wir Menschen sind Staubkörner auf diesem Planeten. Egal wo wir wohnen, Stadt oder Land. Das Leben wird Global und macht auch vor so einem kleinen Dorf wie Woffleben nicht halt!

Tausendjährige Geschichte
Schon vor 2300 Jahren wurde hier die Zorge-Wieda-Aue durch den Menschen kultiviert. Funde aus der vorrömischen Eisenzeit beweisen das und können im Museum Tabakspeicher in Nordhausen besichtigt werden.
Das Dorf Wafilieba war Reichsgut der deutschen Kaiser und Könige und wurde 927 von König Heinrich I. als Witwengut seiner Gemahlin Mathilde geschenkt. Später befand es sich im Besitz der Hohnsteiner Grafen und das "Rittergut zu Waffeleuben" wechselte des öfteren die Besitzer. Im 17. Jahrhundert kam der Ort in den Besitz der Grafen von Gladebeck. Auf dem Amthof wurde 1683 ein Herrenhaus errichtet, welches nach dem Tod der letzten Besitzerin um 1718 in den Besitz von König Friedrich Wilhelm I. von Preußen übergegangen ist und zur Königliche Domäne wurde. Er selbst weilte hier und aß 1722 in der danach benannten Königsscheune, welche 1939 restlos niederbrannte. Doch fast wäre meine Heimat verschwunden - so wie auf manchen Kartenwerken heute noch.
Dazu ein kleiner Auszug von meiner Homepage: Das Dorf
Anfang 1944 war von der Wifo vorgesehen, Grundstücke für die Erweiterung des Arbeitslagers am Himmelsberg und die Neuerrichtung von Lagern zwischen Woffleben und Gudersleben zu erwerben. Schon im Sommer 1944 sollten die Woffleber Grundbesitzer nach Pommern umziehen, damit das geplante „Industriegebiet Kohnstein“ (Vorhaben der Sonderinspektion II) realisiert werden konnte. Darum nahmen 11 Woffleber Landwirte an einer Besichtigungsreise in die Gegend von Neustettin teil; zu einer Umsiedlung kam es nicht. Von der Ruges (Reichsumsiedlungsgesellschaft) waren dazu auch schon Enteignungsverfahren angestrengt worden.
Quelle: Produktion des Todes (Buch von Jens-Christian Wagner)
Zum Glück ist es nicht dazu gekommen – der verkarstete Untergrund vereitelte wohl das Vorhaben!

Politik - Geografie - Ausflugsziele
Am 06. Mai 1945 wurde Woffleben von den Amerikanern besetzt. Durch das Potsdamer Abkommen kam der Ort zur russischen Besatzungszone und bis zur deutschen Wiedervereinigung 1989 lebten die Einwohner in der DDR (Deutsche Demokratische Republik). Als zur Absicherung der DDR-Staatsgrenze 1952 eine 5 km – Sperrzone eingeführt wurde, lag auch Woffleben darin und man konnte bis 1972 nur mit Passierschein einreisen. 1994 wurde das Dorf Woffleben zur Stadt Ellrich eingemeindet und zählt momentan ca. 500 Einwohner.
Der Ort Woffleben liegt auf der nördlichen Halbkugel auf dem Kontinent Europa. Er gehört zum deutschen Bundesland Thüringen und befindet sich dort an der nördlichen Grenze im Südharz-Karstgürtel. Durch die Gemarkung führen zwei Fern-Wanderwege - der Karstwanderweg und der Weg Deutscher Könige. Sie führen am Dorf vorbei durch die vom Karst beeinflusste Natur und man kann jeder Zeit einen Abstecher in den Ort machen. Hier stehen das 1683 erbaute Herrenhaus der Königlichen Domäne und die 1754 eingeweihte Kirche. Es gibt seit 1906 einen Eisenbahnhaltepunkt und für das leibliche Wohl wird im Landgasthaus „Jägerhof“ gesorgt.

P.S. Die Woffleber haben auch einen Necknamen - Kannenleeter

Literatur
Ortschronik von Woffleben - handschriftliche Aufzeichnungen

Annett De. Woffleben, Stadt Ellrich, Thüringen
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1 Kommentar
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Uwe Zerbst aus Gotha | 19.06.2011 | 21:27  
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