Zwei Staatsmänner ebneten Weg

Rosemarie Hilger vom Kulturamt und Dezernentin Hannelore Haase (v.l.) freuen sich auf die Ausstellung, weil sie im 35. Jahr der Nordhäuser Städtepartnerschaft zu Charleville-Meziérès den Freundschaftsgedanken historisch und aktuell in den Blick der Menschen rückt.
Nordhausen: Neues Rathaus |

Wanderausstellung „50 Jahre Elysée-Vertrag“ gastiert vom 21. Februar bis 1. März im Bürgersaal


NORDHAUSEN. Mit ihren Unterschriften unter den Elysée-Vertrag am 22. Januar 1963 besiegelten der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer die künftige Zusammenarbeit beider Staaten. Dies war das bedeutendste Zeichen der Aussöhnung und ein Neubeginn. Nicht zuletzt ebneten beide Staatsmänner damit den Weg in ein freies, friedliches Europa.
Eine Wanderausstellung wird ab 21. Februar im Bürgersaal des Neuen Rathauses an den historischen Moment vor 50 Jahren und das persönliche Wirken de Gaulles und Adenauers erinnern.

Bertrand Leveaux, Leiter des französichen Kulturbüros in Thüringen, stand Rede und Antwort:
50 Jahre Elysée-Vertrag - warum liegt Ihnen so viel daran, auch heute noch daran zu erinnern?
Weil beide Staatsmänner damals der Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland ein Ende bereiteten. Beide hatten Erfahrungen mit Kriegen gemacht und mit dem Elysée-Vertrag eine Methode auf den Weg gebracht, beide Völker durch regelmäßige Treffen und den Gedankenaustausch nach und nach zu versöhnen. Erst daraus konnten die heutigen guten deutsch-französichen Beziehungen entstehen.

Was war die größte Hürde auf dem Weg zur Aussöhnung?
Es war die Feindseeligkeit zwischen den Völkern und Nationen. Man musste Vorurteile abbauen und in einen konstruktiven Dialog finden. Das schafften die beiden Staatsmänner auf ganz persönliche Weise. Ihnen lag viel daran, dass sich die Bürger gegenseitig kennenlernten. Daraus erwuchs die Idee von Städtepartnerschaften; auch in der DDR, wie die 35-jährige Partnerschaft zwischen Nordhausen und Charleville-Meziérès beweist. Übrigens hatte ein Buchenwald-Überlebender, Lucien Tharradiu, die erste Städtepartnerschaft in seinem Wirken als Bürgermeister initiiert.

Wie leben junge Menschen heute die deutsch-franzözische Freundschaft?

Durch universitäre Zusammenarbeit im Studium oder auch durch private Kontakte. Sie wollen sich gegenseitig als Nachbarn entdecken, nutzen dafür Sport, Freizeit, Ferien oder Städtepartnerschaften. Übrigens lernen ein Viertel der heranwachsenden Thüringer im Alter zwischen 11 und 16 Jahren Französisch als Fremdsprache. Das ist Platz drei in Deutschland.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass sich die starke Beziehung zwischen unseren Staaten fortsetzt, dass sie den neuen Herausforderungen der EU gewachsen sein wird und hilft, die Wirtschafts- und Finanzkrise zu überwinden. Die gute Beziehung soll sich verstärken, Wohlstand und Frieden fördern. Der Friedensnobelpreis für die EU ist für mich symbolisch auch ein Preis an den Elysée-Vertrag als Basis für die Zusammenarbeit in Europa.

Ausstellung im Bürgersaal (Neues Rathaus):
Montag und Dienstag 8.30 – 15.30 Uhr, Donnerstag 8.30 – 18 Uhr und Freitag 8.30 – 12 Uhr.
Eröffnung: 21.2., 17 Uhr
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