811 Spender kamen für Ralph

Silvia Kutsche und Torsten Faßheber kämpfen gemeinsam mit der ganzen Familie, vielen Freunden, Verwandten und Bekannten um ihren Sohn Ralph.
 
Spendeten beide: Landrätin Birgit Keller aus Nordhausen und Landrätin Antje Hochwind aus dem Kyffhäuserkreis.

Typisierung am 4. Mai war voller Erfolg: 6552,17 Euro füllten noch einmal die Spendenbox

NORDHAUSEN. Zwei Landrätinnen Nordthüringens bei einem Termin - höchstselten. „Doch die Typisierung für Ralph Fassheber (22) ist uns beiden eine Herzenssache“, waren sich Antje Hochwind aus dem Kyffhäuserkreis und ihre Amtskollegin aus Nordhausen einig. - Mit Geld und einem Röhrchen Blut reihten sie sich am Samstag in die Schar von 811 potenziellen Stammzellen-Spendern ein, die zur Typisierung ihrer genetischen Merkmale in die Fachhochschule gekommen waren und eine Blutprobe gegeben hatten.

Birgit Keller ließ sich schon vor fünf Jahren typisieren. Ihr Bruder Peter war an Blutkrebs erkrankt. „Obwohl wir damals einen Spender gefunden hatten, kam für Peter die Hilfe leider zu spät. Deshalb ist es mir jetzt ein Bedürfnis, die Aktion als Schirmherrin und Geldgeberin zu unterstützen! Ich weiß sehr gut, was Ralph und seine Eltern jetzt durchmachen.“

809 Spender schlossen sich den Landrätinnen an, gaben Geld, Blut oder eine Speichelprobe. „Letzteres ist die Ausnahme“, erklärte Annika Schirmacher von der DKMS. Das machen wir nur bei Personen, deren Venen zur Blutentnahme nicht geeignet sind.“

Schon am frühen Samstag hatten viele Spendewillige an der Sporthalle der Fachhochschule Schlange gestanden. „Die Organisation ist perfekt“, lobte Uta Wille, die mit Enkel Elmar gekommen war. „Ich hatte mir schon immer vorgenommen, mich typisieren zu lassen. Heute endlich hat es geklappt. Ich drücke Ralph die Daumen und ziehe vor dem Engagement seiner ganzen Familie den Hut. Wie perfekt das hier alles abläuft: einfach toll!“

Ralphs Eltern und Verwandten hatten alles mobil gemacht und viele Unterstützer gefunden. Vater Torsten, dem der Sohn wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, freute sich über die vielen Menschen. „Und wenn ihre Stammzellen nicht zu Ralph passen, so können sie vielleicht einem anderen Patienten helfen. An junge Eltern kann ich nur appellieren: Lassen Sie das Nabelschnurblut Ihres Kindes konservieren. Auch wenn es teuer ist, so sollte einem diese Investition mehr wert sein als vielleicht das neueste Auto.“ Auch Ralphs Mutter Silvia Kutsche war mit ihrem neuen Ehemann und dessen gesamter Familie am Wirbeln. „Ich freue mich, dass wir so viele Unterstützer haben. Unsere Scheidung hat nie eine Rolle gespielt. Wir feiern heute noch alle großen Feste gemeinsam und alle Partner verstehen sich gut.“

Zu ihrem Sohn Ralph befragt, berichtete die quirlige Frau: „Momentan verarbeitet er die dritte Chemo. Er ist zu Hause, hält konstant die Körpertemperatur von 37,4 °C. Wenn unter den Typisierten ein genetischer Zwilling gefunden wird, erspart es Ralph weitere Chemos. Dann könnte die Strahlenbehandlung beginnen, die Ralphs kranke Stammzellen plattmacht, bevor ihm dann die gesunden Stammzellen des Spenders transplantiert werden können. Danach müsste er unter strengste Quarantäne, denn dann besteht höchste Infektionsgefahr. Wir hoffen sehr auf einen Erfolg der Typisierung hier in der Region!“

Dass sie eine höhere Trefferquote verspricht, resultiert aus der konzentrierten Streuung des Erbgutes. „Die Wahrscheinlichkeit, hier Menschen mit ähnlichen Gewebemerkmalen zu finden, ist statistisch gesehen durch regionale Vorfahren wesentlich höher“, erklärt DKMS-Fachfrau Annika Schirmacher. Gleichzeitig bedankt sie sich bei allen Geldgebern, die mit ihrer Spende am Samstag 6552,17 Euro zusammentrugen und so die Typisierungskosten deckeln helfen.

Insgesamt 26000 Euro sind bislang auf dem Konto für Ralph eingegangen. Noch ein halbes Jahr lang bleibt es geöffnet, denn die Kosten sind noch nicht gedeckt. Frühestens in vier Wochen steht fest, ob aus den regionalen Spendern jemand für Ralph infrage kommt. „Doch täglich routiert der weltweite Suchlauf, denn täglich lassen sich überall Menschen typisieren!“, macht Annika Schirmacher weiter Hoffnung.

DKMS-Spendenkonto:
Konto-Nr.: 30 500 1949,
Kreissparkasse Nordhausen,
BLZ 820 540 52.
Empfänger ist die DKMS.
Im Verwendungszweck kann jeder Spender seine Adresse angeben, wenn er eine Spendenbescheinigung wünscht.

Infos auch im Beitrag: "Ralph soll leben"

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