Am 23. September ist Restless Legs Syndroom Awareness Day

Restless Legs Syndrom Awareness Day 23. September

darüber möchte die RLS Selbsthilfegruppe Nordhausen informieren

Bereits vor einigen Jahrhunderten wurden die typischen Symptome des Restless Legs Syndroms beschrieben, später jedoch geriet dieses Wissen immer wieder in Vergessenheit. Auch heute noch sind zahlreiche Patienten, die an RLS leiden, nicht diagnostiziert und können damit auch keiner spezifischen Behandlung zugeführt werden.

Im 17. Jahrhundert beschrieb der englische Arzt Sir Thomas Willis das Restless Legs Syndrom zuerst in Lateinisch (1672), dann in Englisch in seinem Buch „The London Practice of Physick“ (1685). Er berichtete über eine Vielzahl von Patienten mit RLS in London zu einer Zeit, in der die Praxis des Aderlasses besonders verbreitet war (heutzutage wissen wir, dass der Aderlass mit Eisenverlust einhergeht und somit zu einem vermehrten Auftreten von RLS-Symptomen durch Entleerung der Eisenspeicher führt)

„Bei einigen, wenn sie im Bett sind oder wenn sie sich anschicken, einzuschlafen, treten zu dieser Zeit in den Armen und Beinen ein Reissen und Kontraktionen der Sehnen und Muskeln auf, die so zu einer großen Bewegungsunruhe und Stoßen der Glieder führen, so dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, zu schlafen, so als ob sie an einem Ort der größten Folter wären“.

Thomas Willis bemerkte schon damals, dass die sog. Opium-Tinkturen Beschwerden linderten; heute sind Opiate eine anerkannte und wirksame Behandlungsmöglichkeit. Im Laufe der Medizingeschichte wird erst im 19. Jahrhundert wieder der Begriff „Anxietas tibiarum“ verwendet; dies wurde als eine Form der Hysterie ( Wittmaack 1861) dargestellt
Zu dieser Zeit wurde die Erkrankung weniger einer neurologischen als mehr einer
psychischen und damit vom Patienten nicht zu beeinflussenden Störung zugeordnet. Oppenheim hingegen ordnete die Erkrankung als neurologisch ein, jedoch im Bereich der Neurasthenie. In seinem Lehrbuch beschrieb er ein wahrscheinliches Restless Legs Syndrom wie folgt:

„Eine besondere Art subjektiver Empfindungsstörungen ist die Unruhe in den Beinen; die kann zu einem quälenden Übel werden, Jahre und Dezennien bestehen und sich vererben resp. familiär auftreten“.

Der schwedische Neurologe Karl Axel Ekbom prägte den Namen Restless Legs Syndrom und lieferte in der Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals eine sehr genaue Beschreibung der
Erkrankung. Er unterschied auch zwischen einer schmerzhaften und einer weniger schmerzhaften Variante des RLS, bemerkte das Auftreten von RLS in der Schwangerschaft und erkannte die Vererbung der Erkrankung.

Die unwillkürlichen Beinbewegungen im Schlaf wurden erstmals in den 50er Jahren beschrieben. Damals verwendete Symonds (1953) den Begriff „nocturnal myoclonus“. Einige Jahre später konnte
Lugaresi aus Bologna (1966) zeigen, dass die kurzen Zuckungen der Beine im Zusammenhang mit dem RLS stehen und mit der Art der Schlafstörungen bei RLS eng verbunden sind.
Er nannte diese Bewegungen periodische Beinbewegungen im Schlaf
(periodic limb movements in sleep, PLMS), unter diesem Namen werden sie auch heute noch beschrieben.

Erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde erstmals eine wirksame Therapie mit dopaminergen Substanzen beschrieben, die den Anfang der heutigen dopaminergen Therapie des RLS darstellte.

Eine große Anzahl von epidemiologischen Studien und Fallberichten zu RLS aus aller Welt zeigen das zunehmende Interesse und Wissen über RLS in den letzten 15 Jahren, obwohl in zahlreichen Ländern die korrekte Diagnose RLS immer noch eine Ausnahme darstellt.

Aus diesem Grunde wurde ein Gedenktag (Awareness Day) am Geburtstag des Wissenschaftlers, Karl Axel Ekbom, der der Krankheit den Namen Restless Legs Syndrom gab, eingerichtet.

Wir hoffen auf Beachtung des 23. Septembers, um so die Aufmerksamkeit auf das Restless Legs Syndrom zu lenken und somit vielen Betroffenen zu helfen.


Wir die RLS e.V. Deutsche Restless Legs Vereinigung wurde 1995 als gemeinnützige Selbsthilfe–Vereinigung mit Sitz in München von RLS–Betroffenen gegründet.
Die Vereinigung hat in den letzten Jahren durch intensive Öffentlichkeitsarbeit viel erreicht, denn der Bekanntheitsgrad des Restless Legs Syndroms sowie der Umgang mit der Krankheit haben sich sehr verbessert, was nicht nur den derzeit ca.4500 Mitgliedern zu Gute kommt. Wir sind Ansprechpartner für die Mitglieder des RLS e.V., aber auch für Betroffene, Ärzte, Krankenkassen, die Wissenschaft und Interessierte.
Um auch auf regionaler Ebene präsent zu sein, gezielte Hilfe und aktuelle Informationen anbieten zu können, haben wir in ganz Deutschland über
130 ehrenamtliche sehr qualifizierte Ansprechpartner als Leiter von Selbsthilfegruppen gewonnen.

Die Nordhäuser Selbsthilfegruppe trifft sich jeden 3. Dienstag im Monat um 15.30 Uhr
im St. Jakob Haus in Nordhausen
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige