Ansichtssache: Helden in Strohbündeln

Ein Erbesbär in Aktion.
Das Leben ist ungerecht. Alle Welt spricht über James Bond. Dabei verlässt der Doppelnull-Agent kaum die Komfortzone. Verfolgungsjagden, Kugelhagel, Explosionen – geschenkt. Hinterher klopft sich der Anzug­träger bestenfalls den Staub von den Kleidern. Ich fordere: Rollt den roten Teppich aus für die Jungs, die wirklich körperlichen Einsatz zeigen.

 Mit Stroh vermummt tappen sie zur Kirmeszeit durch unsere Dörfer. Die ausgedroschenen, trockenen Halme fest an den Körper geschnürt. Allein der Gedanke daran ist für mich allergisches Wesen unerträglich. Ich spüre förmlich das Kratzen und Jucken. Diese Wärme, diese Enge – ein Marty­rium. Ein echter Erbes- oder Strohbär aber erträgt die zig Kilo schwere Last ohne zu Brummen.

 Und die Thüringer sind die Härtesten. Das zeigt die Statistik auf ­der ­Webseite www.strohbären.de. Von den gut 200 Orten, in denen bundesweit Strohgestalten durch die Straßen ziehen, liegen 64 in unserem schönen Freistaat. Wahnsinn! In Bayern dagegen steppt nur in 18 Gemeinden der Bär. Sollen die anderen ruhig weiter 007 huldigen. Mein Respekt gehört den wahren Helden.

Ein Erbesbär in Bielen
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