Bloß keine Hektik: Die Rentiere im Eichsfeld kennen keinen Weihnachtsstress

Dajana Georgius und Rentier Zoé.

Fünf Rentiere verbreiten in Nordthüringen Weihnachtsmagie – ganz ohne rote Nase und fliegenden Weihnachtsmann-Schlitten

Alle Rentiere stecken jetzt im Weihnachtsstress? Von wegen. Ren Zoé hat die Ruhe weg, schreitet gelassen auf der eingezäunten Wiese umher. Mag sein, dass ihre Verwandten im hohen Norden die wichtigsten Gehilfen des Weihnachtsmannes sind. Im Eichsfeld aber vermutet niemand Rentiere. Darum lebt sie hier ganz unbehelligt mit vier Artgenossen – am Ortsrand von Heuthen.

 „Nur einmal, da haben wir unsere Rentiere auf dem Boxberg in Gotha vor einen Schlitten gespannt. Aber das war die Ausnahme“, berichtet Besitzerin Dajana Georgius. Denn ein solcher öffentlicher Auftritt macht viel Arbeit und ist für die Tiere ungewohnt. Sie bleiben lieber in der Herde auf ihrer Koppel. Es sei denn, es beginnt ein gemeinsamer Spaziergang. „Dann flitzen sie los, sobald die Leine am Halfter befestigt ist.“ Allen voran stürmt Plüschi, die vor anderthalb Jahren in Heuthen geboren wurde. „Sie ist das frechste Ren, versucht schon mal, sich unterm Zaun durchzu­buddeln oder schubst, wenn es Fressen gibt.“

 Apropos Fressen. Die nordischen Huftiere bekommen Heu, Möhren und Rüben und finden auch Pferdefutter ganz lecker. „Vor allem aber brauchen sie Spezialfutter – Flechten und Islandmoos.“ Das importiert Dajana Georgius in Pelletform direkt aus Skandinavien.

Vier Jahre ist es her, dass die Tierliebhaberin die Rentier­kühe Zoé und ­Merle sowie Hirsch Koudi aus Lappland ins Eichsfeld holte. „Das war so ein Kindheitstraum. Als kleines Mädchen habe ich das Märchen von der Schneekönigin geliebt und fand vor allem die Rentiere faszinierend.“ Jetzt betreut sie diese direkt vor der Haustür und konnte sich schon mehrmals über Ren-Nachwuchs freuen. Mit Plüschi, Jahrgang 2012, dem ­kleinen Hirsch Kenay und dem Weibchen Denay aus diesem Frühjahr zählt die Herde mittlerweile fünf Tiere. „Hirschpapa“ Koudi aber gehört nicht mehr dazu. Er lebt fortan in Hessen.
„Obwohl die Tiere aus kälteren Klimazonen stammen, kommen sie im Sommer hier ganz gut zurecht“, berichtet Dajana Georgius. Im Unterstand können sie sich in den Schatten zurückziehen. „Außerdem haben sie hier nicht mit so vielen Stechmücken zu kämpfen wie in den skandinavischen Ländern.“

Kinder, die vorbeikommen, staunen: weil beim Rentier auch die Weibchen ein Geweih tragen, weil die Tiere mit gepreizten Hufen über Schnee und weichen Boden laufen – und weil nicht jedes Rentier den Schlitten von Santa Claus durch die Lüfte zieht.
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