Darf’s bitte ein Reim sein?

Bäckermeister Adolf Ziegenbein schreibt seine Gedichte immer mit einem Augenzwinkern. Er ist der "Nordhäuser Heinz Ehrhardt".
Nordhausen hat seinen eigenen Heinz Erhardt:
Hier heißt er Adolf Ziegenbein


Junges Jahr, neuer Start. Beruflich sind die meisten Menschen schon wieder voll in Fahrt. Das Zeitkarussell dreht sich, kennt keine Pause. Und dabei wünschen die meisten Menschen mehr Zeit. Ein Nordhäuser Bäckermeister bringt es poetisch auf den Punkt:

Die Zeit –
ist ein Geschenk

Die Zeit – wenn man es recht bedenkt –
bekommen alle wir geschenkt,
der „Eine“ reichlich, der „Andere“ knapp,
läuft irgendwann für jeden ab.

Wie schnell kann doch die Zeit enteilen,
sie rennt – will manchmal nicht vergeh’n,
tut so, als wollte sie verweilen,
wird trotzdem niemals stille steh’n.

Die Zeit – heilt oftmals tiefe Wunden,
hilft mit, die Schmerzen zu vertreiben,
durch sie wird manches überwunden,
wenn uns auch Narben hinterbleiben.

Wie schnell kann doch die Zeit verrinnen,
sie ist uns fern – auch wieder nah,
tut so, als will sie neu beginnen,
war niemals fort, ist immer da.

Die Zeit – sie wird uns stets begleiten,
sie war und ist … wird ewig sein,
auch wenn wir sie mal überschreiten,
holt sie uns immer wieder ein!!


Wer ist der Mann, der mit diesen Versen ein sehnsüchtiges Lächeln ins Gesicht der Leser zaubert? – Adolf Ziegenbein, der mit Vierzehn loszog, das Bäckerhandwerk zu erlernen, um möglichst schnell den gefallenen Vater zu ersetzen. Der graue Bart erinnert an Heinrich Zille, sein Augenzwinkern sowieso. An Charme und Wortwitz gleicht er Heinz Erhardt wie ein Zwilling. Auch an Bescheidenheit. Amüsiert erzählt er von einer Boddenfahrt an der Ostsee, als er mit seinen Reimen unterhielt und die Frau eines Hamburger Freundes feststelle: „Ich kenne alle Heinz-Erhardt-Gedichte, aber diese kannte ich noch nicht!“ - Es waren Gedichte von „Addi“, wie ihn seine Freunde nennen.
Gerade erst wurde er 74 und noch immer beherrscht er die Wortakrobatik meisterlich. Doch woher rührt die Liebe zum Dichten? – „Die Berührungen des Lebens in ihrer unendlichen Vielfalt regen mich immer wieder zum Schreiben an“, erklärt Adolf Ziegenbein. Ein Stichwort genügt, und schon sprudelt mindestens ein Vierzeiler aus seinem Mund. Alles eigenes Geistesgut. „Ich klaue doch nicht!“, stellt der Hobby-Poet klar. Über 1000 Gedichte entsprangen seinem Kopf. Die meisten hat er notiert, der Rest sitzt abrufbereit im Areal über den lustigen Augen. Als Illustratoren sind viele Freunde parat: Kurt Neumeyer, Jochen Schirmer, der inzwischen verstorbene Künstler Gerhard Vontra und auch „Silvi“, seine Liebste, wie er scherzhaft sagt. Sie ist die Graue Schwester Henrike, der er seit Jahren in Freundschaft verbunden ist.


"Wer die Thüringer Rostbratwurst nicht kennt, der hat geschmacklich was verpennt!" - Adolf Ziegenbein
Dieser Reim bescherte ihm ein einjähriges Bratwurstabo vom Herkunftsverband des Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V.
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