Flieg, Baby, flieg! Zur Modellflugschau in Hain hebt Fiat G.91 erstmals vor Publikum ab

Wann? 20.08.2016 bis 21.08.2016

Wo? Hain, 99735 Kleinfurra DE
Nah am Original: Vorbild für das Modell ist der Aufklärungsjet G.91 von Fiat, den die Bundeswehr in den 1960er-Jahren nutzte. Der Eichsfelder Martin Menzel hat das Jetmodell konstruiert. Enrico Oettler (im Bild) hat den Bausatz getestet. Zur Modellflugschau hebt die G.91 erstmals vor Publikum ab.
 
Der Impellerbefindet sich in einem Kanal im Flugzeugbauch.
Kleinfurra: Hain | Der Südharzer Modellflugverein Nordhausen lädt am 20. und 21. August zur 19. Modellflugschau auf das Luftsportgelände in Hain ein.

Jetzt also ein Militärflieger. Nach einem ­Doppeldecker und Sportfluggerät ­präsentiert ­Martin Menzel den Jet G.91 von Fiat im Kleinformat. Der Konstrukteur von Modellbausätzen liebt die Abwechslung. Und die Exklusivität. „Du musst ein Flugzeug nachbilden, dass noch kein anderer als Modell auf den Markt gebracht hat“, lautet der Anspruch des Eichsfelders. Die Fiat G.91 ist so eine ­Rarität. Einst im NATO-Auftrag entwickelt, flog der Jet in den 1960er-Jahren auch für die Bundeswehr. Nun streckt er seine markante Nase erneut gen Himmel – im Maßstab 1:6. Zur Modellflugschau am kommenden Wochenende in Hain erlebt die Neuheit ihre Südharz-Premiere.

Die Ähnlichkeit mit dem Original kommt nicht von ungefähr. „Im Luftfahrtmuseum Wernigerode habe ich mir den Aufbau genau angeschaut“, erzählt Martin Menzel die Entstehungsgeschichte. „Dort stehen gleich drei Exemplare des Jets.“ Mit Fotos der Details setzt er sich an den Computer, rechnet Maß für Maß um, formt virtuell aus dem 10 Meter ­langen Flieger ein 1,85 Meter ­großes Modell. Schon bei der 3 D-Zeichnung ist er streng: „Oberflächen und Proportionen müssen stimmen. Nur so erkennt man auf den ersten Blick : Das ist eine G.91, nicht etwa eine MiG.“ Detailgetreu ist ebenso die abgestumpfte Nase: „Da steckte beim Aufklärungsjet die Kamera drin.“

Gewicht, Fläche, Schub, Schwerpunkt – vor das Flugvergnügen hat die Schwerkraft viele weitere Berechnungen gesetzt. Auch zu Spanten, Rippen und Beplankung. Dann tritt die CNC-Fräse in Aktion. Im Spätherbst vergangenen Jahres schließlich hält Martin Menzel den Proto­typen des Bausatzes aus Basal­holz in den Händen. Noch ungewiss: Fliegt der Jet oder fliegt er nicht? Das herauszufinden, holt er den Eichsfelder Modell­bauer Enrico Oettler ins Boot. Der klebt, lötet und bespannt und ist – wie der Entwickler selbst – von den Flugeigenschaften fasziniert.

 Was dem historischen Vorbild glückte – von einer ­Graspiste abzuheben – schafft das Modell allemal. Der mannshohe Nachbau wiegt nur 5,7 Kilogramm. Ein leichtes Spiel für den Elektro-Antrieb mit Hochleistungsmotor, zwölf Akku-Zellen und Volt-Regler, versichert Enrico Oettler. „Mit hoher Drehzahl verleiht der Impeller dem Jet einen ordentlichen Schub.“ Versteckt in einem Kanal im Flugzeugbauch – darum Im- und nicht Propeller – entfaltet er seine Kraft.

 In der Luft ist der Jet sehr flott unterwegs. „200 bis 250 Kilomter pro Stunde“, schätzt Enrico Oettler. Gemessen hat er noch nicht. Ihm geht es nicht um Spitzenwerte. Er verzichtet auch darauf, 300 Meter hoch zu fliegen. ­Sicher, so viel ist erlaubt. „Aber wirklich unter Kontrolle hätte ich die G.91 dort oben kaum.“ Reizvoller ist es für ihn, sein nagelneues Schmuckstück in Sichtweite zu steuern und Flugmanöver zu testen. Denn jedes Modell besitzt ein spezielles Flugverhalten. „Der Jet beispielsweise hat relativ wenig Luftwiderstand. Ich muss ihn schnell fliegen und mit Tempo 80 landen.“

 Zu den Flugtagen in Hain schmeißt Enrico Oettler erstmals vor Publikum den Impeller an. „Alles ist noch frisch, die Sprühfarbe gerade trocken“, ist er glücklich über den perfekt getroffenen Zeitpunkt. Auch Martin Menzel ist dann vor Ort mit einer Fiat G.91, die es künftig ebenso als Turbinenversion geben wird.

Ja, die Fiat G.91 fliegt!
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