„Geil, aber gesperrt“ gab Anstoß

Robert Michael erklärte deas Modell des manuell bedienbaren Seilkranes beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in der Fachhochschule Nordhausen.
Drei Schüler aus Roßleben gewannen mit Projektarbeit Sonderpreis beim Regionalausscheid „Jugend forscht“

ROßLEBEN. „Geil, aber gesperrt!“ - so hatte Robert Michael immer den Wald der „Hohen Schrecke“, des Höhenzuges vor der Donndorfer Haustür, empfunden. Der Wald, der bis Anfang der Neunziger in sich einen Übungsplatz sowjetischer Truppen barg, war bis vor wenigen Jahren militärisches Sperrgebiet. Doch Robert liebt den „Schreckenwald“ von klein auf. Schließlich ist Vater Thomas ein eingefleischter Forstwirt, der seinem heute 16-jährigen Sohn die Liebe zur Natur mit in die Wiege legte. So hatte der Junge als Elfjähriger nur einen Wunsch: Nach der militärischen Nutzung sollte keine „Käseglocke“ mehr über dem idyllischen Fleckchen Heimat liegen und es unbetretbar machen.

Der Vorschlag einer Projektarbeit über die Vereinbarkeit von Holznutzung und Naturschutz im Naturschutzgebiet „Hohe Schrecke“ stieß bei Robert auf offene Ohren. Georg Semmler und John Littke wurden aktive Mitstreiter im Technik-Projekt. Die Zehntklässler der Regelschule „Gerhart Hauptmann“ aus Roßleben wollten ein Verfahren entwickeln, wodurch der Holztransport mit einem Seilkran bodenschonender als bisher zu praktizieren sei. Statt die gefällten Bäume über den Waldboden zu ziehen, sollten sie möglichst schwebend vom Fällort geborgen werden. Dabei sollte ein Seilkran manuell oder mit Hilfe leichter Technik bedienbar sein, um tiefe Furchungen im Boden zu vermeiden. Mit leichten Traktoren oder einer Bedienung per Hand würde der Seilkran das geschlagene Holz bodenschonend bergen und transportieren können - so ihre kühne Behauptung.

Nach vielen Tests und Untersuchungen vor Ort entwickelten die Schüler mit Hilfe versierter Fachleute vom Forst ein optimales Seilkranverfahren. Mit Hilfe optimal angeordneter Rollensysteme können nun 2,50 Meter lange Sägeabschnitte schwebend bis zur Forststraße transportiert werden. Der Waldboden bleibt unberührt. Baum- und Bodenverletzungen gibt es nicht.

In der Praxis bedeutet die Erkenntnis, dass sich beispeilsweise durch die gezielte Holzentnahme im Langental ohne schwere krahntragende Technik nun der Lebensraum für den Feuersalamander verbessert haben und er das Tal wieder besiedeln kann. Dieser Tatsache trägt auch die letzte der 12 aufgestellten Thesen Rechnung, die besagt, dass Holznutzung, Naturschutz und Erholung im Naturschutzgebiet „Hohe Schrecke“ vereinbar sind.

Den Sieg im Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ und einen Sonderpreis errang die Schülergruppe aus Rossleben für ihre wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse. Nächste Station ist der Landeswettbewerb am 8. und 9. April in der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena. Dort dürften Robert Michael, Georg Semmler und John Littke mit der Präsentation ihrer Arbeit die symbolische Generalprobe für ihre nächste Bewährung haben: die mündliche Verteidigung ihrer Projektarbeit in der Schule im April.
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