Kaiza aus Schweden absolviert Soziales Jahr

Die Schwedin Kaiza Volmer leistete ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten in Sundhausen. Foto: Wiethoff (Foto: Martin Wiethoff)
Vom Martin Wiethoff

Nun ist es Zeit für die Mädchen und Jungen der Sonnenkäfergruppe, Abschied zu nehmen von Kaiza. Sie hatten die FSJ-lerin ins Herz geschlossen und praktisch gemeinsam mit ihr Deutsch gelernt. „Ich konnte kein Wort, als ich herkam“, erzählt Kaiza Volmer. Eine Bekannte hatte der jungen Schwedin vom Freiwilligen Sozialen Jahr erzählt. „Sie hatte das auch gemacht. Es war eine gute Möglichkeit für mich, Deutsch zu lernen.“

 Kaiza Volmer stammt aus der Provinz Skåne in Südschweden. Der Liebe wegen kam sie nach Deutschland. Nun möchte sie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin beginnen. „Das war schon während der Schulzeit mein Wunschberuf. Ich habe ein Sportgymnasium besucht und dort bereits viel über den Körper und mögliche Verletzungen gelernt. Ich hoffe, dass meine Sprachkenntnisse ausreichen, um die Ausbildung bei der pro vita Akademie erfolgreich abzuschließen“, schaut sie in ihre Zukunft.

 Kaiza Volmer ist eine der ersten ausländischen Jugend­lichen, die sich bei der Starthilfe in Sondershausen für ein Freiwilliges Soziales Jahr beworben haben. „In diesem Jahr liegen bereits wieder Bewerbungen vor“, berichtet Claudia Schmidt, Mitarbeiterin im Bereich FSJ. 80 Plätze bietet der Träger in ganz Thüringen in Kindertagesstätten, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern an. „Besonders beliebt ist die Arbeit mit Kindern. Einige Bewerber haben auch schon feste Vorstellungen im Hinblick auf ein späteres Studium oder eine Ausbildung.“

 Das soziale Jahr kann als Praktikum oder Warte­semester angerechnet werden. Wer noch nicht 17 Jahre alt ist, aber eine Ausbildung als Krankenpfleger anstrebt, kann ebenfalls mit dem sozialen Jahr punkten. Die meisten Bewerber sind daher Realschüler und Abiturienten, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben. „Bewerben kann sich jeder mit Wohnsitz in Thüringen, der zwischen 16 und 26 Jahre alt ist“, erklärt Claudia Schmidt.

 Für etliche junge Leute dient das Jahr zur Berufsorien­tierung. Mancher hat schon eine Ausbildung absolviert und möchte sich mit Hilfe des Jahres umorientieren. Dabei helfen die 25 Seminartage. „Mir haben die Seminare viel Spaß gemacht. Ich kannte hier ja keinen, aber in meiner Gruppe habe ich etliche neue Freunde gefunden“, berichtet Kaiza Volmer. „Gut gefallen hat mir, dass wir einige Themen selbst bestimmen durften.“ Sie kann ihren Freunden ein Freiwilliges Soziales Jahr nur empfehlen: „Für mich war das eine schöne Zeit. Ich habe so viel gelernt, nicht nur die Sprache, und bin hier im Kindergarten ‚Lackstöckchen‘ in Sundhausen sehr herzlich aufgenommen worden.“ Claudia Schmidt bestätigt Kaizas Weg: „Sie war von Anfang an sehr interessiert und hat gut Deutsch gelernt.“

 Der Verein Starthilfe bietet seit über 20 Jahren die Möglichkeit, ein soziales Jahr zu absolvieren. Im Normalfall dauert es 12 Monate, kann aber auch eher beendet werden, um pünktlich eine Lehre oder ein Studium aufnehmen zu können. Es gibt ein kleines Taschengeld und einen Verpflegungszuschuss.

Informationen: http://www.starthilfe-ev.de/
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