Mama, Du hattest Recht: Thüringer Promis über die Sprüche der Eltern

Aline Thielmann als Baby mit ihrer Mama. Foto: privat (Foto: Foto privat)
 
"MDR Thüringen Journal"- Moderatorin Aline Thielmann. Foto: MDR/ Martin Jehnichen (Foto: Foto: MDR/ Martin Jehnichen)
Als Kind klangen sie uns oft im Ohr, die Sprüche unserer Eltern. Heute wissen wir: Die Weisheiten, mit denen uns Mama und Papa ins Leben schickten, haben Bestand. Thüringer Prominente erinnern sich an die Sprüche ihrer Eltern.

Aline Thielmann, Moderatorin des MDR-­Thüringenjournals:
„Strieve to learn from all things“ – Strebe danach, von allen Dingen zu lernen. Dieser Spruch stand auf der alten Vase der Großeltern, die später zu den Eltern umzog. Schon als kleines Kind hat er mich beschäftigt und fasziniert. Von allen Dingen lernen: von den guten und den schlechten.
 Das bedeutet ja, dass auf Schritt und Tritt Gutes, Hilf- und Lehrreiches bereitliegt, auch wenn das Bücken danach anstrengend werden kann und die Juwelen manchmal im Moder stecken – und erst einmal wie Kiesel aussehen.
 Aber: Was für ein Abenteuer mit dieser Aussicht durchs Leben zu gehen! Heißt auch: Augen und Ohren auf, alle Sinne bereit: Manchmal stecken die größten Weisheiten und Wegweiser eben in den ­unscheinbarsten Dingen. Wie ich sie sehe und was ich mit ihnen tue, kann ich entscheiden. Und da ist das Glas halb voll – so wie es meine Mutter vorlebt – und das ­Leben zu kurz für ein langes Gesicht.
 Genauso gebe ich es weiter an unsere Kinder: Lenia (9) und ­Janne  (5). Dankeschön, liebe Mama!

Moderator Marco Schreyl:
Aus meinen Kinder­tagen habe ich noch zwei Sprüche meiner Eltern in den Ohren. Mein Vater sagte gern: „Mach dich nicht verrückt!“ Wenn wichtige Klausuren und Sportwettkämpfe anstanden, hat er damit immer eine gewisse Lockerheit in die Anspannung gebracht. Ich bin später noch zum Beispiel während meines Studiums am Abend vor einer wichtigen Prüfung bewusst ins Kino gegangen. Diese kurze Ablenkung hat in den meisten Fällen geholfen.
 Meine Mutter hat dafür gesorgt, dass ich trotz meines frühen Starts ins Berufsleben, mein Studium durchgezogen und meinen Abschluss gemacht habe. Ich hatte damals schon die Chance, ganz in die Fernseharbeit einzusteigen und sie sagte: „Wenn du wirklich gefragt bist, dann bist du das auch noch in zwei Jahren!“ Und sie hatte Recht. Ich habe mein Studium durchgezogen und dann war die Chance immer noch da.

Jörg Hindemith, Sänger, Komponist und ­Musikproduzent:
Ein Spruch begleitet mich bis heute, schon meine Oma hat ihn immer gesagt: Was ich nicht ­gerne tu, dem stimm‘ ich ­freudig zu!
 Wenn also etwas unbedingt gemacht werden muss, dann ist es eben so, da muss man durch. Meine Mutter war früher als Mannequin viel unterwegs, und ich musste den Haushalt schmeißen. Auch heute als Künstler habe ich viele ungeliebte Dinge zu tun, bin manchmal stundenlang im Studio und im Büro. Mit dem Spruch, den ich bis heute fast täglich aufsage, geht alles leichter von der Hand.
 Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, deshalb bekommen auch andere von mir immer ­wieder Mamas Satz zu hören.

Nils ­Schumann, 800-Meter-Olympia­sieger und Personal Trainer:
Dieser Spruch aus meiner Kindheit ist mir auch heute noch gegenwärtig. Oft wollte ich schneller erwachsen werden und konnte nicht verstehen, warum Erwachsene manche Dinge tun können und Kinder eben nicht. So etwas wie lange auf­bleiben oder im Auto vorne sitzen.
 Damals haben mir meine Eltern sinngemäß zu verstehen gegeben, dass sie diese Privi­legien gern gegen die Sorglosigkeit und die „kleinen Probleme der Kleinen“ ein­tauschen würden und dass ich doch das Leben so genießen soll, wie es gerade ist. Neben vielen Rechten, kommen eben auch viele Pflichten im weiteren Leben dazu.
 Heute erwische ich mich dabei, dass ich meinen beiden Jungs – Liam (2) und Andor (7) – das oft genauso erkläre.

Sängerin Gerda Gabriel:
Meine Mutter war eine sehr liebevolle, fürsorgliche Frau. Vor allem, als ich jugendlich war, bekam ich haufen­weise gute Ratschläge von ihr. Davon war ich ganz schön genervt. Und jedes Mal hörte ich daraufhin immer den Satz:
„Ich bin doch deine Mutter, ich meine es nur gut.“
 Sie warnte mich vor bösen Männern und brachte mir bei, wie man anständig durchs Leben geht. Mein Sohn war noch klein, da fing auch ich an, ständig den Spruch zu sagen. Als mir das dann aufgefallen ist, habe ich sogar ein Lied daraus gemacht.

Schlagersängerin ­Katharina Herz :
Meine Eltern haben mir eines tief in mein Herz gelegt mit ihrer Erziehung, Fürsorge und Liebe – nämlich, dass sie immer für uns Kinder da sind.
 Ich wusste, egal was geschieht, welches Missgeschick passiert oder was auch immer mich bedrückt, dass ich jederzeit mit all meinen Problemen, Sorgen, ­Nöten, Ängsten und auch Freuden zu meinen Eltern kommen konnte und noch immer kann. Weil sie mich so lieben wie ich bin – mit allen Ecken und Kanten, Fehlern und Macken.
 Das ist bis heute so geblieben und das ist mir das Allerwichtigste, was ich auch meinen beiden Töchtern mit auf den Weg gebe: „Wir sind in allen Lebenslagen immer für euch da!“
 In der heutigen komplexen Welt mit immer neuen Problemen, Sorgen oder Stolperfallen ist es noch wichtiger ist, dass die eigenen Kinder sich mit jeder Sorge und jedem Problem immer vertrauensvoll an ihre Eltern wenden können.
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