Regionale Produkte mit ausgezeichneter Qualität

Angepackt in 25-Kilo-Säcken bietet Erik Förster in der Agrarproduktion „Zorgeland“ in Windehausen unterschiedliche Kartoffelsorten an.
Spargel, Getreide, Kartoffeln: Die Agrarproduktion „Zorgeland“ bietet über das Jahr ein gutes Angebot an regionalen Produkten. Die GmbH ist im Familienbesitz, geleitet von Vater Udo und seinem Sohn Erik Förster in Windehausen. Kartoffeln haben es Erik Förster besonders angetan. Sandra Arm sprach mit dem 41-Jährigen über die „weibliche“ Kartoffel, Vorurteile und Kundenfragen.

Herr Förster, wie ist es zu erklären, dass die Kartoffeln nur weibliche Namen tragen?
Erik Förster: Das hängt zum Beispiel damit zusammen, wenn sie die Tochter oder die Frau eines Züchters sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr Name in einer Kartoffelsorte verewigt wird.

Mit männlichen Namen gibt es wirklich keine?

Förster: Ich kenne keine.

Wie viele Sorten gibt es eigentlich?

Förster: Es gibt tausende Sorten. Ursprünglich kommt die Kartoffel aus den Anden. Es gibt dort immer noch Kartoffeln, die keinen Namen tragen, die für uns als regionaler Anbauer nicht die Form und die Eigenschaften haben, die die Kunden möchten.

Gibt es DIN-Normen für Kartoffeln?
Förster: Es gibt Sortiergrößen. Kartoffeln unter 30 mm gehen als Futterkartoffeln vom Hof, auf Vorbestellung auch Sortenrein als Drillinge. Aber unsere Speisekartoffeln für den Hofladen fallen in die 40er bis 90er Sortierung, wobei etwa 10 Prozent Über- beziehungsweise Untergrößen erlaubt sind. Wir verkaufen unsere Produkte hauptsächlich über den Hofladen.

Im Discounter werde ich also keine Kartoffeln aus Windehausen kaufen können?
Förster: Nein, in der Regel nicht. Der Verbraucher kann bei uns vor Ort im Hofladen die Kartoffeln erwerben. Wir stehen für ausgezeichnete Qualität und gute fachliche Praxis, die ständig unabhängig von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) und dem Landwirtschaftsamt in Bad Frankenhausen kontrolliert wird.

Die Lager sind gut gefüllt. Sie werden sicherlich nicht alle Kartoffeln verkaufen. Was machen Sie dann damit?
Förster: Das ist eine Kunst. Ich mache den Preis gleich runter. So haben die Kunden für einen guten Preis mehr Kartoffeln. Das spricht sich herum. Neue Kunden kommen beziehungsweise nehmen mehr mit. Wir haben vor ein paar Jahren im Kartoffellager in eine Kühlanlage mit automatischer Belüftung investiert und sind in der glücklichen Lage, die Kartoffeln bis weit ins Frühjahr bei 5 bis 6 Grad zu halten.

Was sind die größten Vorurteile über die Kartoffel?
Förster: Sie macht dick. Damit tut man ihr Unrecht, denn sie ist sehr gesund. Was dick macht, sind die Saucen oder in Kombination mit Fleisch. Die Kartoffel ist das Gesündeste, was es gibt. Was ich auch oft höre, dass sie zu viel Arbeit machen würde. Ich muss sie ja erst schälen und dann kochen. Deshalb nehmen einige lieber Fertigprodukte mit Kartoffeln. Aber in den letzten zwei, drei Jahren ist ein anderer Trend festzustellen, denn regionale, selbst zubereitete Speisen sind im Trend.

Darf ich die Kartoffel mit Schale essen?
Förster: Das ist alles kein Problem, denn gerade unter der Schale sitzen die meisten Vitamine. Nur wenn die Schale der Kartoffel älter, die Schale schon schrumpelig geworden ist, dann ist sie nicht mehr so lecker. Ebenso bietet sich ein Verzehr nicht an, wenn sie eine grün gewordene Schale aufweist.

Was sind die häufigsten Fragen von Kunden?

Förster: Sie erkunden sich über den Anbau, Sorten und deren Eigenschaften oder wollen wissen, was das für Flecken auf ihren Kleingartenkartoffeln sind. Die Flecken resultieren meist daraus, dass unter anderem nicht gegen Kraut- und Stengelfäule gespritzt wurde. Es gibt auch selten Kunden, die spritzen nicht und haben keine Probleme. Der Grund dafür ist der Anbau beispielsweise auf einem sonnigen, leichten Hang. Der Wind kann schön durch die Pflanzen streifen und die Blätter gut abtrocknen, dann bleibt die Kartoffel meist gesund. Für den Pilz bildet sich keine Angriffsfläche. Genau darin liegt das Geheimnis.
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