Ungebetener Gast im Schlafzimmer

Elke und Peter Schwarz auf ihrem Balkon im Erdgeschoss. Sie lieben die grüne Oase inmitten der Stadt, vermissen aber spielende Kinder.
Nordhausen: Blödaustraße | Wie ist das Leben im Erdgeschoss? - Elke und Peter Schwarz geben Antworten
Als langjähriger Roland-Darsteller ist Peter Schwarz einige Kuriositäten und manche Überraschung gewohnt. Er lernte nicht nur Menschen unterschiedlichster Prägung kennen, sondern hielt sogar sein munteres Gefolge im Zaum und schaffte es, sich gegen das lose Mundwerk der Hexe durchzusetzen. Doch ausgerechnet, als sich bei ihm zu Hause ein ungebetener Gast im Schlafzimmer einfand, war er nicht anwesend. Ehefrau Elke musste der nächtlichen Situation allein Herr(in) werden!

„Ich hatte das Fenster angekippt und sogar Rollo und Gardinen zugezogen, als sich gegen 2.30 Uhr ein Schatten ins Zimmer verirrte. Zuerst dachte ich, es sei ein Nachtfalter. Doch für einen solchen erschien mir das Wesen zu groß. Mein Herz schlug heftig, denn ich war allein. Mein Mann? Im Krankenhaus - jetzt, wo ich ihn so dringend brauchte! Also machte ich Licht und sah, dass der ungebetene Gast eine Fledermaus war. Aber wie sollte ich sie aus dem Zimmer bekommen? Das ging nur im Dunkeln. Also: Licht aus, Blumen aus der Fensterbank, Rollo hoch und Fenster auf. Sie tat mir den Gefallen und flog hinaus in die Nacht“, berichtet Elke Schwarz, heute schmunzelnd in Erinnerung an den Schreck. „Als ich dann wieder zu Hause war, haben wir an allen Fenstern Gaze angebracht“, ergänzt Ehemann Peter.

Erlebnisse im Erdgeschoss gebe es schon. Doch die Zeit heute sei eine andere. „Es kommt uns hier vor, als ob immer Sonntag ist“, konstatieren die Eheleute. Die Menschen, die im Haus wohnen, sind auf Arbeit. Vor dem Haus bleibt niemand stehen. Und das Schwätzchen über den Balkon gebe es höchst selten. Die Zeiten, als der Paketbote öfter mal klingelte, um eine Sendung für Nachbarn abzugeben, seien auch vorbei. „Zum einen haben manche Pakete tagelang hier gelegen, obwohl der Empfänger informiert war, zum anderen war manchem Zeitgenossen scheinbar selbst ein ‚Danke’ zu viel. Als es dann sogar einmal einen dummen Kommentar gab, haben wir beschlossen, keine Pakete mehr anzunehmen.“

„Nachbarschaftliche Hilfe und das gelegentliche Schwätzchen über den Balkon gibt’s nicht mehr. Nun gut, damit können wir leben. Am traurigsten stimmt uns aber, dass man kaum noch Kinder auf dem Hof spielen sieht“, bedauern Elke und Peter Schwarz. „Gerade hier, wo alles schön grün und kinderfreundlich ist, wo ein gut einsehbarer und geschützter Spielplatz vorhanden ist, gibt es kaum noch Kinder. Ihr Lachen fehlt uns am allermeisten!“

Nicht fehlen würden den Eheleuten hingegen die Kraftfahrer, die den Hof als Durchfahrtsstraße benutzen, weil ihnen vermutlich die dichtbeparkte Blödaustraße zu eng und zu unbequem ist. „Das ist belastend, denn dann ist es mit der Ruhe auf den Balkons vorbei, egal, ob man ganz unten oder oben wohnt“, bedauern Elke und Peter Schwarz.
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