Auf Erntefahrt in der Goldenen Aue

Görsbach: Zorgeland |

Wie in der Goldenen Aue wird momentan in ganz Thüringen die Ernte eingefahren

Er hat 660 PS, ­Klimaanlage, GPS und einen Tank für 1200 Liter Diesel – Mäh­drescher wie der John Deere der Agrar­produktion Zorgeland sind die Ferraris unter den landwirtschaftlichen Fahrzeugen. In diesen Tagen können sie zeigen, was in ihnen steckt.

 „Bereits am 27. Juni ­haben wir mit der Getreide­ernte begonnen. Die Wintergerste ist gedroschen. Jetzt sind Winterweizen, ­Sommergerste und Futter­erbsen an der Reihe“, erklärt Udo Förster, Geschäftsführer der Agrar­produktion Zorgeland mit Sitz in Windehausen. Noch eine Woche, so schätzt er, dann ist die Druschfrucht­ernte in diesem Jahr sehr zeitig vorbei. „Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit“, gibt er zu bedenken. Denn sind die Halme zu feucht, ist das Stroh faserig und zäh wie Lumpen. „Es bleibt in der Maschine hängen. Da reichen auch 660 PS nicht.“ Der Hightech-Mähdrescher gibt die jeweilige Feuchtigkeit genau an. 14 Prozent sind optimal, dann geht es zügig voran.

 40 bis 45 Hektar sind am Tag zu schaffen. Wenn gewünscht, sogar per Autopilot. „Der regelt die Fortschrittsgeschwindigkeit immer im optimalen Drehzahlbereich“, erklärt Förster. Die Lenkung erfolgt GPS-gesteuert. Im geografischen Informationssystem (GIS) sind alle Schläge per Satellit vermessen. Der Bordcomputer erkennt den Schlag, teilt ihn in einzelne Parzellen ein und steuert die Lenkung. Nur fünf bis sechs Zentimeter überlappen die Bahnen, die der Mähdrescher mit seinem 10,75 Meter breiten Schneidwerk zieht. Das ist effektiv und entlastet den Fahrer.

 Helmfried Ostmann aber, der den Erntekoloss lenkt, steuert heute lieber manuell. „Weil es hier liegendes und stehendes Getreide gibt“, begründet er. „So kann ich besser reagieren.“ In kurzer Zeit ist der 10 Tonnen fassende Getreidebunker des Mähdreschers voll Sommergerste. Am Feldrand übernehmen Hänger die wertvolle Fracht.

Die Hälfte ihrer Getreideernte bereitet die Agrarproduktion Zorgeland zu Saatgut auf. Rund 3000 Tonnen sind das im Jahr. Das Saatgut aus der Goldenen Aue findet seine Abnehmer nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland. Es wurde sogar schon bis hinter den Ural geliefert.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige