Der heutige Sonnenaufgang über den Harzbergen

Der Carlsturm
 
nächtlicher Wald
Der Sonnenaufgang über dem Harz

Einen Sonnenaufgang erleben, heißt früh Aufstehen. Es ist nun mal so, dass die Nordthüringer nicht zum „Land der Frühaufsteher“ zählen. So waren wir leider nur zu viert, welche sich auf den Weg in den Harz aufmachten um den Sonnenaufgang über den Harzbergen zu erleben. Drei Menschen und der Hund Poldi schafften es, das warme Bett zu verlassen. Wie sagte doch mein Urgroßvater immer: „Weiberrock und Federbetten, manchen Bock das Leben retten“. „Die Natur und das Wild kommen nicht vor dein Bett, Du musst schon selbst hinaus in den Wald.“
So bekamen wir schon auf der Hinfahrt etwas Wild zu sehen. Als erstes querte ein Jungfuchs vor uns die Straße. Etwas später ästen zwei Stück Kahlwild am Straßenrand und später im Wald sprang vor uns weiteres Rotwild ab. Somit hatten wir an diesem Morgen schon einmal etwas Glück gehabt. Wir stapften vom Parkplatz Radeweg aus zügig durch den schättrigen Wald in Richtung Carlsturm.

Hier und da meldete sich zaghaft ein Vogel, ab und zu turnte auch einer vor uns durch das Geäst der Buchen oder strich vor uns ab. Dann verließen ein paar Tauben klatschend ihren Schlafplatz. In der noch nächtlichen Ferne krächzte ein Kolkrabe. Dann herrschte wieder Stille im Walde. Nur unsere Schritte knirschen leise auf dem Kies des Weges. Langsam, ganz langsam wurde es etwas heller. Plötzlich vor uns ein, zwei harte Aufschläge, da sahen wir auch schon das Rotwild über den Weg in die Dickung flüchten. Ein eigenartiges Gefühl machte sich in uns breit.

Wie heißt es doch so schön: „ ein Mensch im Wald, ist ein Mensch zu viel„. Wir aber waren schon zu dritt, welche in die friedliche Stille dieses Waldes vordrangen.
Die Luft war feucht und kühl, gerade richtig für so einen Morgen. Trotzdem verbreitete diese Atmosphäre irgendwie schon einen Hauch vom Herbst. Es war ein irgendwie ein sehr schöner Morgen mit einer eigenartigen romantisch wirkenden Natur um uns herum, welche uns zu Träumereien verleiten könnte. Langsam näherten wir uns unserem Ziel, wir verließen den Hochwald und näherten uns einer Blöße, hier waren die Konturen schon fast klar und die Nacht war dem Tag gewichen.

Ca. 15 Minuten vor dem eigentlichen Sonnenaufgang erreichten wir diesen schönen Aussichtsturm mitten im Harz. Da wir den Aufgang der Sonne nicht verpassen wollten, begaben wir uns gleich auf den Turm hinauf. An diesem Morgen war uns das Glück des Sonnenaufgangs nicht gerade Hold. Der Himmel war im Osten mit dunklen Wolken verhangen, nur durch die Wolkenlücken versuchten einige Sonnenstrahlen durchzudringen. Wir standen auf dem etwas windigen Turm und lauerten auf die Sonne. Weder die Wolken noch die Sonne schienen sich zu bewegen. Diese Situation schien irgendwie in eine Starre gefallen zu sein. So wurde es zusehends heller ohne, dass sich die Sonne auch nur mit einem Zipfel blicken ließ. Wir warteten fast 45 Minuten auf die Sonne aber es war wirklich Chancenlos.

Wir verließen erst einmal etwas durchgefroren den Turm und setzten uns unten in den Windschatten um Frühstück zu machen, auch um uns etwas zu wärmen. Nach dieser Stärkung kletterten wir noch einmal auf den Turm. Die Situation war nach wie vor unverändert, so dass wir uns entschlossen den Heimweg anzutreten. Nach ca. 15 Minuten schossen mit einem Mal die ersten Sonnenstrahlen durch das Dach des Waldes. Die Sonne auf welche wir fast eine Ewigkeit gewartet hatten, hatte es endlich geschafft diese Wolke zu bezwingen. Wir genossen die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserem Rückweg und erreichten, so bald unserem Ausgangspunkt. Auch ohne einen direkten Sonnenaufgang, ging nun ein interessanter und erlebnisreicher Sonntagmorgen seinem Ende Entgegen.

Hiermit möchte ich die Spätaufsteher zu unserer Wanderung zum Sonnenuntergang einladen.

Am Sonnabend, den 30. Juni 2012 treffen wir uns um 19.00 Uhr in Ilfeld auf dem Wanderparkplatz an der Schanze/Papierfabrik. Es geht wieder in Fahrgemeinschaft zu Radeweg und dann zu Fuß zum Carlsturm, um bei etwas mehr Glück einen romantischen Sonnenuntergang über den Harzbergen zu erleben.
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3 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 25.06.2012 | 13:09  
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Karin Jordanland aus Artern | 25.06.2012 | 20:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.06.2012 | 08:00  
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