Nachwuchs für den Wald

Forstamtsleiter Elger Kohlstedt zeigt eine dreijährige Buche.

Alle Baumarten, die für Thüringer Wälder gebraucht werden, wachsen in der Forstbaumschule Breitenworbis heran

Mit drei Jahren ist es an der Zeit, die Kinderstube zu verlassen. Eine Rodemaschine hebt die jungen Buchen aus dem Boden, rüttelt die Erde vom Wurzelwerk. Forstamtsleiter Elger Kohlstedt begutachtet die Jungpflanzen in der Forstbaumschule Breitenworbis und ist zufrieden. „60 bis 80 Zentimeter lang und kräftige Wurzeln – so werden die Bäume gedeihen.“

 Ob Buche, Eiche, Tanne, Douglasie, Fichte, Esche, Ahorn oder Linde – in Breitenworbis werden alle für die Thüringer Wälder benötigten Baumarten herangezogen. „Als einzige landeseigene Baumschule des Forstes beliefern wir alle 28 Forstämter im Freistaat“, betont Elger Kohlstedt. In wenigen Tagen ist die Herbstauslieferung beendet. Insgesamt sind in diesem Jahr dann rund 700 000 Setzlinge auf die Reise gegangen.

 Aufgeforstet wird im Staatswald vor allem mit Laubgehölzen. Nach und nach sollen sich die ­Fichtenwälder zu widerstandsfähigen Mischwäldern wandeln. Der Forstamtsleiter erklärt, warum. „Ein Laubbaum hält Stürmen besser stand als der Flachwurzler Fichte. Auch die Schneeschäden sind geringer. Weil das Laub abgeworfen wird, setzt sich weniger Nassschnee fest als auf Nadelbäumen.“

 Der Bedarf an Buchen ist also groß. Ist die Anzucht in Gefahr, wenn die Bäume – wie in diesem Jahr – wenig Samen ausbilden? „Nein, dann greifen wir einfach auf unseren gefrosteten Samenvorrat zurück“, beruhigt Elger Kohlstedt. „Nach sogenannten Mastjahren mit reicher Buchecker-Ernte können wir diese für drei bis fünf Jahre einfrieren.“

Eicheln dagegen vertragen keinen Frost. Sie müssen im Erntejahr, spätestens aber im nächsten Frühling in die Erde. Und Eicheln gab es in diesem Jahr genug. Elger Kohlstedt zeigt die Vorräte in der Kühlhalle. „Wir haben uns mit rund drei Tonnen bevorratet.“ Beschriftungen geben Auskunft, aus welchem Forstamt die Eichel-Ernte stammt. In drei, vier Jahren gehen die herangezogenen Jungpflanzen genau dorthin zurück. „So ist der Baumnachwuchs bestens angepasst an die jeweiligen regionalen Bedingungen“, erklärt der Leiter des Forstamtes Leinefelde.
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