Orchideen - Galerie - Juni 2011

Waldvöglein, Rotes - Naturschutzgebiet Himmelsberg
 
Händelwurz, Große (Mücken-) in Woffleben
Thüringen: Naturpark Südharz | (007) -

1. Wanderung in Woffleben
- neue Funde - seltene Arten


Nachdem mein Artikel Orchideen in verlassenen Steinbrüchen am 08. Juni 2011 im Allgemeinen Anzeiger zu lesen war, hatte ich zahlreiche Anrufe zum Thema. Orchideenfreunde aus dem Umkreis wollten sich vor Ort einen Überblick verschaffen.

Spontane Wanderung
Und so kam es, dass ich spontan eine Fundort- begehung am 11. Juni anbot. Obwohl ich erst 17 Uhr (nach der Arbeit) Zeit hatte, wurde der Termin sofort angenommen und auch das Ehepaar aus Neustadt war dabei. - Dabei konnte ich feststellen, dass meine Unwissenheit über die Aufgaben des AHO (Arbeitskreis Heimischer Orchideen) zu meiner Einschätzung im anderen Bericht führten, dass kein Interesse am Steinbruch besteht. Einige Teilnehmer erzählten von Frauenschuh-Standorten und hatten auch faszinierende Fotos dabei.

AHO-Mitglieder erklärten geduldig die gefundenen Arten
Das Ehepaar Richter aus Neustadt bei Nordhausen wirkt ehrenamtlich beim AHO Thüringen mit. Wir frischten unsere Bekanntschaft auf und sie erklärten sich sofort bereit, uns beratend zur Seite zu stehen.
Wir fanden zahlreiche Arten die zum Teil verblüht waren. Ich möchte hier nur die deutschen Namen nennen: Bleiches Waldvöglein, Fliegen-Ragwurz, Weiße und Grünliche Waldhyazinthe (je 1 Exemplar), Braunrote Stendelwurz, Händelwurz und noch E i n e weitere.
Außerdem fanden Richters noch zahlreiche andere gefährdete Pflanzenarten -
z.B. das Rautenfarn Echte Mondraute. Es steht auf der Roten Liste in Deutschland un Thüringen unter den gefährdeten Arten - Kategorie 3.

S e l t e n e - A R T -
w i e d e r e n t d e c k t !

Doch worüber ich mich am meisten gefreut habe und das haben alle sofort gespürt. Ich habe direkt im Steinbruch ein einziges Exemplar der Bienen-Ragwurz entdeckt.
Diese wurde gleich durch das Ehepaar Richter kartiert und von alle begeistert fotografiert. Sowieso war die Tour auch eine kleine Fotosafari und es wurden Erfahrungen mit Nahaufnahmen ausgetauscht. Da kamen auch hitzige Diskussionen zu Stande.

"Standortkontrolle"
Bei einer regenreichen Flurbegehung am 18. Juni haben mein Mann und ich nochmals die Bienen-Ragwurz besucht. Dank ihres Standortes zwischen 50 cm hohen Birken-Schösslingen fanden wir sie erst nach langem Suchen wieder.

Das regnerische Wetter konnte uns an diesem Tag auch nicht abhalten, einen Abstecher in den verlassenen "Detzner Steinbruch" bei Niedersachswerfen zu unternehmen. Auch hier fanden wir Mücken-Händelwurz, Braunrote Stendelwurz und Bleiches Waldvöglein in kleinen Gruppen.

sonstige Fundorte
Im Naturschutzgebiet Himmelsberg (Gemeindegrenze Woffleben / Appenrode) gibt es auch zahlreiche Orchideenarten, wobei ich hier das Rote Waldvöglein, die Braunrote Stendelwurz und den Nestwurz erwähnen möchte. Außerhalb des Schutzgebietes gibt es im Buchenwald zwei größere Standorte der wunderschönen und gefährdeten Türkenbund-Lilie.

Am 26. Juni fanden wir an einem uns bekanntem Orchideen-Standort im "FFH-Gebietsteil Mühlberg" in Niedersachswerfen ganz unverhofft zum (für uns) ersten Mal ca. 30 - 40 Exemplare der Mücken-Händelwurz. Dabei hatte mein Mann schon vergeblich vor Wochen nach der Fliegen-Ragwurz Ausschau gehalten. Die hatte ich im Mai 2008 dort entdeckt und danach nicht wieder.

Eine 2. Wanderung ist schon geplant
Zum Abschluss haben wir uns vorgenommen, dass 2012 gemeinsame Fundortbegehungen in Woffleben und zum Frauenschuh stattfinden sollen. Das ist schöner, als die Pflanzen im eigenen Garten anzupflanzen! Darauf wurde ich im Kollegenkreis schon angesprochen. Mir ist manchmal nicht bewusst, dass sich viele lieber im Garten sonnen und dort die Blumen genießen wollen, als jede freie Minute durch die Natur zu ziehen.

Auf jeden Fall wird bei dieser zweiten Wanderung der AHO Thüringen vertreten sein, damit seltene Funde gleich aufgenommen werden und alle Naturliebhaber interessante Informationen über die Pflanzen erhalten.

P.S.: Ich versuche jetzt schon das zweite Jahr eine Art zu bestimmen, aber immer waren die Blüten bei Standortbesichtigung abgefressen. Darum befinden sich zwei Fotos von Knospen und Pflanze in der Galerie. Ich vermute dem Standort nach, dass es Epipactis leptochila ist. Wer kann mir helfen?

Annett De. Woffleben, Südharz-Karstgürtel, Thüringen

Dieser Beitrag wurde am 03. Juli 2011 in der "AA" auszugsweise publiziert!
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5 Kommentare
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Gerald Kohl aus Erfurt | 28.06.2011 | 22:26  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 28.06.2011 | 22:31  
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Gerald Kohl aus Erfurt | 28.06.2011 | 22:38  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 30.06.2011 | 20:32  
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